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Dauerwohnraum auf Sylt : Anwohner kritisieren Bau von Dauerwohnungen

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Zu hoch und zu viele: Der geplante Bau von Wohnungen am Schulzentrum ruft Anwohner auf den Plan.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Die Fakten sind eigentlich inselweit bekannt: Die Wartelisten für eine gemeindeeigene Wohnung sind auf Sylt lang, laut insularem Wohnungsmarktkonzept müssen in der Gemeinde Sylt 2193 Wohnungen gebaut werden, um den Wegzug der Insulaner einzudämmen. Nun plant die Gemeinde Sylt unter anderem am Schulzentrum, 32 neue bezahlbare Dauerwohnungen zu bauen. Doch dieses Projekt stößt bei Anwohnern auf Widerstand.

„Die Stadt macht hier, was sie will“, beschwerte sich Dörte Ulrich in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses, „und uns Anwohnern wird einfach irgendeine Planung übergestülpt.“ Sie wohne seit 45 Jahren direkt gegenüber der Bebauungsfläche an der Apenrader Straße und dem Kollundweg. Wie auch einige ihrer Nachbarn, die dort in Einfamilienhäusern wohnen, ist sie von den Plänen des Kommunalen Liegenschafts-Managements (KLM), das die Bebauung realisiert, nicht begeistert: Gegen neue Dauerwohnungen habe man nichts, betonen mehrere Anwohner auf Anfrage der Sylter Rundschau. Doch dass die geplanten vier Gebäude laut Bebauungsplan bis zu 9,50 Meter hoch werden könnten, gefällt ihnen nicht. „Dann habe ich in meinem Haus nur noch im Hochsommer Sonne“, so Ulrich, die außerdem zu bedenken gibt, „dass in den Wohnungen ja ohnehin keine Sylter leben werden, sondern Zugezogene, die hier arbeiten wollen.“ Außerdem sei zunächst von 23 bis 26 Wohnungen die Rede gewesen – warum sich die Anzahl nun einfach so erhöhen könne, sei „eine Unverschämtheit“. KLM-Leiter Markus Kopplin erklärte, dass es sich bei den ersten Zahlen um eine grobe Schätzung gehandelt habe. Nun plane man, auch kleinere Wohnungen zu bauen, deshalb habe sich die Zahl erhöht. 

Außerdem verärgert die Anwohner, dass sie auf die Widersprüche, die sie vor einigen Monaten gegen den B-Plan eingereicht haben, noch keine Antwort erhalten haben.

Im Bauausschuss versicherte das Bauamt, mit den Anwohnern weiter im Gespräch zu bleiben. Diese würden zu gegebenem Zeitpunkt auch Antworten auf ihren Widerspruch erhalten.  Holger Flessau (CDU) sagte, er könne den Ärger der Anwohner zwar verstehen, wies aber auf die Notwendigkeit hin, als Gemeinde bezahlbaren Wohnraum zu schaffen: „Und so viele Optionen, wo wir bauen könnten, haben wir nicht.“ Dass die Gemeinde unter den gegebenen Umständen auf keine einzige Wohnung verzichten könne, betonte auch Christian Thiessen (Piraten).

Thema im Bauausschuss war die geplante Bebauung, weil der B-Plan für das Gebiet in einigen Aspekten verändert worden ist. Die Ausschussmitglieder billigten die Änderungen einstimmig. Nach bisherigem Stand könnten die Detailplanungen, wie die Gebäude auf dem Gelände genau aussehen, in diesem Herbst fertig sein.

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