Politik auf Sylt : Amtsausschuss wählt Katrin Fifeik zur Amtsvorsteherin

Blumen für die neue Amtsvorsteherin überreichte Rolf Speth an Katrin Fifeik.
Blumen für die neue Amtsvorsteherin überreichte Rolf Speth an Katrin Fifeik.

Ihr Vorgänger Rolf Speth wurde in der konstituierenden Sitzung mit lobenden Worten verabschiedet.

shz.de von
12. Juli 2018, 06:00 Uhr

Wachwechsel an der Spitze des Amtes Landschaft Sylt: Der Hörnumer Bürgermeister Rolf Speth (72) hat die Position des Amtsvorstehers am Dienstag an die Wenningstedter Bürgermeisterin Katrin Fifeik (62) abgegeben. Die Wahl erfolgte – wie die meisten Entscheidungen im Amtsausschuss – einstimmig. Eine „sehr, sehr gute Zusammenarbeit“, an der die vier Sylter Amtsgemeinden auch künftig festhalten wollen, wie die neue Amtsvorsteherin versprach.

Zum Amt Landschaft Sylt gehören die vier Sylter Gemeinden, die sich vor zehn Jahren nicht an der Fusion von Westerland, Sylt-Ost und Rantum zur Großgemeinde Sylt beteiligt haben: List, Kampen, Wenningstedt-Braderup und Hörnum. Die Dörfer sind eigenständig, haben eigene Gemeindevertretungen und Bürgermeister.

Weil sich aber eine eigene Verwaltung aufgrund der geringen Einwohnerzahl (4330 statt der erforderlichen 8000) nicht lohnen würde, hat die Gemeinde Sylt deren Aufgaben übernommen. Der Amtsausschuss, dem die vier Bürgermeister und je nach Einwohnerzahl noch ein zweiter Kommunalpolitiker angehören, trifft alle für das Amt wichtigen Entscheidungen.

Rolf Speth sei damals „wie die Jungfrau zum Kind“ zum Posten des Amtsvorstehers gekommen, erinnerte Katrin Fifeik bei seiner Verabschiedung. Kurz vor der Fusion 2009 hatte der Tinnumer Manfred Uekermann das Amt von Helge Jansen (Rantum) übernommen, fiel dann aber gesundheitsbedingt länger aus. Stellvertreter Rolf Speth musste einspringen und blieb auch Amtsvorsteher, als sich Sylt-Ost und Rantum aus dem Amt Landschaft Sylt verabschiedeten. „Das waren sicher keine leichten Zeiten, aber ich habe Dich darüber in der ganzen Zeit nie klagen gehört“, sagte Katrin Fifeik. „Du hast das mit Bravour gemeistert und wir können dir alle sehr dankbar sein, dass du das so gut hingekriegt hast.“ Die neue Amtsvorsteherin überreichte Speth ein kleines Präsent. „Wollen wir hoffen, dass die Zeiten jetzt ruhiger werden“, schloss sie ihre Dankesrede. „Oder auch nicht“, entfuhr es dem Hörnumer Bürgermeister.

Katrin Fifeik war 2009 bereits zum stellvertretenden Amtsvorsteher gewählt worden und wechselte nun an die Führungsspitze. Rolf Speth hatte schon vor der Sitzung im Kaamp-Hüs bekundet, dass es aus seiner Sicht in der Kommunalpolitik keine Erbhöfe gibt und er lange genug Amtsvorsteher gewesen sei. Der einvernehmliche Wechsel an der Spitze sei Ausdruck des guten Verhältnisses zwischen den Amtsbürgermeistern.

Zum ersten stellvertretenden Amtsvorsteher wurde der Lister Bürgermeister Ronald Benck gewählt, zum zweiten Stellvertreter genauso einstimmig die Kampener Bürgermeisterin Steffi Böhm.

Aufgrund einer Änderung des Kommunalrechts gehören dem Amtsausschuss statt bisher acht künftig nur noch sechs Mitglieder an. List und Hörnum mussten jeweils auf einen zusätzlichen Vertreter verzichten, nun sitzen nur noch für List (Manfred Koch) und Wenningstedt-Braderup (Detlef Görke) zwei Kommunalpolitiker im Amtsausschuss. Künftig sollen Stimmkontingente helfen, damit die Gemeinden bei Abstimmungen entsprechend ihrer Einwohnerzahl repräsentiert sind. Je angefangene 250 Einwohner haben die Gemeinden eine Stimme im Amtsausschuss. Damit wächst der Einfluss von Wenningstedt-Braderup leicht von 25 auf 31,58 Prozent, während das Stimmengewicht der drei anderen Dörfer etwas sinkt.

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