Lanserhof in List : Am Offiziersheim wird fleißig geplant

Das Offiziersheim-Gelände in List (gelb umrahmt): Der eigentliche Lanserhof soll links im Bereich des Hauses „Eider“ entstehen.
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Das Offiziersheim-Gelände in List (gelb umrahmt): Der eigentliche Lanserhof soll links im Bereich des Hauses „Eider“ entstehen.

Jan Stritze soll ärztlicher Direktor des geplanten Lanserhof am Lister Wattenmeer werden. Die Planungen für das Medical Spa sind noch recht wage.

shz.de von
03. Juli 2015, 05:40 Uhr

Einen ärztlichen Direktor gibt es bereits, doch ansonsten sind die Planungen noch relativ wage: Die Käufer des ehemaligen Offiziersheim-Geländes am Lister Wattenmeer setzen sich momentan damit auseinander, wie auf dem Sahnegrundstück künftig ein Medical Spa entstehen kann.

Im November vergangenen Jahres hatte sich die Lanserhof GmbH beim Bieterverfahren durchgesetzt und das Gelände von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gekauft – wir berichteten. Die neuen Besitzer rund um den Tiroler Hotelier und Juristen Christian Harisch sind nun dabei, an konkreten Planungen zu arbeiten – und sich vor allem mit der Gemeinde sowie mit Naturschutz- und Denkmalschutzbehörden abzustimmen. Zudem wird schon nach dem passenden Personal für den Lister Lanserhof gesucht: Mit dem Sylter Kardiologen Jan Stritzke, der bis vor kurzem an der Asklepios Nordseeklinik beschäftigt war (siehe Text unten), steht jetzt schon der ärztliche Direktor der geplanten Klinik fest. Der 41-jährige Familienvater freut sich auf die neue Aufgabe: „Präventionsmedizin, wie sie am Lanserhof praktiziert wird, ist ein Bereich, der mich immer schon sehr fasziniert hat.“ In den kommenden Jahren, bis die Klinik in List fertig ist, werde er beim Lanserhof am Tegernsee arbeiten und in einem speziellen Programm der GmbH geschult. Neben dem Fastenprogramm F.-X.-Mayr-Kur, die bei Gästen der Lanserhöfe angewendet wird, soll bei einem Aufenthalt auch präventiv gegen mögliche Krankheiten vorgesorgt werden.

Außer der Suche nach rund 100 Mitarbeitern – Ärzten, Physiotherapeuten oder Psychologen – die künftig in List arbeiten sollen, beschäftigt die Investoren momentan vor allem, wie genau auf dem Teils denkmal- und naturgeschützen fünf Hektar großen Gelände eine Klinik entstehen könnte. Momentan überlege man, ob das Klinikgebäude mit 45 bis 50 Zimmern im Bereich des jetzigen Haus „Eider“ (siehe Foto) gebaut werden kann. Das eigentliche Offiziersheim auf der Düne soll wahrscheinlich als Verwaltungs- und Repräsentationsfläche dienen, erklärt Hotelier Christian Harisch. Was mit den drei so genannten Strandhäusern „Ems“, „Weser“ und „Elbe“ geschieht, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ganz klar – Harisch könnte sich dort hochwertige Ferienvermietung, eventuell auch in Kooperation mit dem angrenzenden A-Rosa-Hotel, vorstellen.

Doch das ist alles noch Zukunftsmusik: Dieser Tage haben Vertreter des Natur- und des Denkmalschutzes das Gelände in Augenschein genommen. Was die Lanserhof GmbH mit den mehr oder minder maroden Gebäuden überhaupt machen darf, muss erst noch geklärt werden. „Wir haben die Gebäude in schlechtem Zustand übernommen“, sagt Harisch, der betont, die Baudenkmäler größtenteils erhalten zu wollen. Bisher habe man schon begonnen, einige Schäden wie beispielsweise das kaputte Dach des Offiziersheims zu reparieren. Eines steht für Harisch fest: „Wir werden einen Lanserhof auf Sylt eröffnen – und wir würden uns freuen, wenn es in List klappt.“

Momentan stehen Harisch und seine Mitarbeiter im regen Austausch mit Vertretern der Gemeinde List – diese Zusammenarbeit würde bisher ausgesprochen konstruktiv verlaufen, loben sowohl Harisch als auch Lists stellvertretender Bürgermeister Roland Benck. Bis 2018 sollen die Planungen für die neue Klinik abgeschlossen sein.

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