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Sylter Rundschau

12. Dezember 2017 | 09:52 Uhr

Sylter Köpfe : Am liebsten dicht am Menschen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In unserer Serie Sylter Köpfe werden besondere Charaktere der Insel vorgestellt. Heute: Kampens Tourismusdirektorin Birgit Friese.

von
erstellt am 03.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Im Kaamp Hüs, direkt gegenüber der Kampener Whiskymeile, sitzt Birgit Friese in ihrem Büro. Hinter gläsernen Trennwänden brütet die Tourismusdirektorin täglich über Konzepten, plant Veranstaltungen und schraubt am Image des prominentesten Ortes der Insel. Birgit Friese ist der kreative und administrative Kopf des Tourismus-Service Kampen.

Statt in Sichtweite des Roten Kliffs könnte der Schreibtisch der Hamburgerin heute aber auch in einer Zeitungsredaktion stehen: Ursprünglich wollte die heute 49-Jährige Journalistin werden. Es war zu dieser Zeit, als sie ihren Drahtfoxterrier regelmäßig an der Alster spazieren führte. Hier begegnete sie einem Herrn, mit dem Friese ins Gespräch kam – „wir hatten den gleichen Hund“. Dieser Mann war Wolf Schneider. Als ehemaliger Weggefährte von Stern-Gründer Henri Nannen, Talkshow-Moderator im NDR und unerbittlicher Sprachkritiker empfahl Wolf der jungen Frau, sich als Volontärin bei der Zeitung zu bewerben. „Ich war damals noch zu unsicher und habe das dann nicht getan“, erinnert sich die Tourismusdirektorin heute lachend. „Ich musste erst meine Stärken und Schwächen erkennen.“ Später revanchierte sie sich noch bei Wolf Schneider – sie brachte ihm seinen entlaufenden Hund zurück, der zufällig herrenlos ihren Weg kreuzte.

Es folgte eine kurze Zeit als Romanistikstudentin, dann eine Ausbildung bei Hapag Loyd und ein Job im Vertrieb des Reiseunternehmens, der die junge Frau auch nach Berlin, Stuttgart oder Hannover führte. Dann bewarb Friese sich auf die Stelle in Kampen. „Sylt kannte ich aus meiner Jugend. Natürlich sind wir damals auch mal einfach nur zum Feiern über den Hindenburgdamm auf die Insel gefahren.“

In diesem Jahr ist Birgit Friese seit 15 Jahren auf der Insel: Wie geht sie nach all den Jahren in Kampen mit Prominenz um – herrscht gesunde Distanzlosigkeit oder ist da noch immer Aufregung? Lange muss die Tourismusdirektorin nicht überlegen: Als sie das erste Mal auf den Schauspieler Mario Adorf getroffen sei – „ja, da war schon Aufregung“, gibt Friese zu. „Am Ende bin ich zu den Prominenten aber so, wie zu allen anderen Menschen auch.“

Das richtige Stichwort: Für Friese ist der Kontakt zu Menschen, der wichtigste Aspekt ihrer Arbeit. Genauso wichtig, wie der Austausch vor Ort, ist ihr das Reisen. Seit Jahren erschließt sich die 49-Jährige die Welt auf ihrer persönlichen Landkarte und reist leidenschaftlich gern. Während Birgit Friese bei ihrer Arbeit die Nähe zu Gästen erfüllt, sucht sie im Ausland neben neuen Erfahrungen auch den Kontrast: „Ich bin dann gern in Gegenden mit wenig Tourismus – Hauptsache es ist privat. Am besten unmittelbar in der Natur.“ Sylt und Kampen scheinen damit gut ihn die Schablone ihrer Interessen zu passen: Die Insel ist ein Konglomerat aus Natur, Trubel und Ruhe. Wenn die Tourismusdirektorin daher sagt: „Ich bin hier glücklich und plane nicht, von hier wegzugehen“, dann glaubt man es ihr – es ist nur logisch.

Blickt die Managerin zurück, so hat es für sie in den letzten Jahren durchaus einige Highlights gegeben: „Ich bin stolz auf die Entwicklung des Kunstpfades. Ich glaube, das ist etwas, das sich erst auf lange Sicht wirklich erschließt.“ Auch der Kampener Literatursommer liegt Friese, die leidenschaftlich und viel liest, besonders am Herzen: „Die Veranstaltung hat sich voll etabliert.“ Die Kampener Kulturveranstaltung hat für Friese aber auch Schattenseiten: „Ich bekomme von den Verlagen unheimlich viele Bücher zugesandt – vor kurzem musste sich die Leserin daher von etwa 100 Bücher trennen, die teure Quadratmeter ihrer Kampener Wohnung verbaut hatten. Ziele für die Zukunft hat Birgit Friese noch zur Genüge: „Ich wünsche mir noch mehr kreative Dinge zu tun und die Zeit, um etwas auszuprobieren.“


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