Keitumer Schöpfwerk : Altes Schöpfwerk, neue Nutzung

„Die ersten Rückmeldungen von Besuchern sind bereits sehr positiv“ – Wolfgang Holst (links) und Björn Christiansen vor dem Keitumer Schöpfwerk
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„Die ersten Rückmeldungen von Besuchern sind bereits sehr positiv“ – Wolfgang Holst (links) und Björn Christiansen vor dem Keitumer Schöpfwerk

Als erstes Projekt aus „Keitum im Dialog“ wurde am Nössedeich ein Infozentrum der Schutzstation Wattenmeer eröffnet.

shz.de von
13. April 2018, 05:30 Uhr

Neues Leben in einem alten Haus: 36 Jahre lang führte das stillgelegte Schöpfwerk am Nössedeich ein Schattendasein, nun wurde es frisch belebt: Der markante Bau, der teilsaniert und neu ausgestattet wurde, ist ab sofort bis Ende Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und offeriert den Besuchern unter Regie der Schutzstation Wattenmeer Informationen rund um die Natur; zudem befinden sich dort auch der Start und das Ziel für Wattwanderungen mit einer Vogelwartin der Schutzstation.

42 Jahre lang diente das Schöpfwerk der Entwässerung des Nössekoogs über den Sielzug. 1982 wurde der Bau stillgelegt, heute erfolgt der Abfluss des Wassers aus dem Koog ins Wattenmeer über die ein gutes Stück weiter westlich gelegene Tinnumer Deichschleuse.

Im Rahmen des Projektes „Keitum in Dialog“ keimte die Idee, das verwaiste Schöpfwerk anderweitig zu nutzen. Ein halbes Jahr dauerten die Sanierungsarbeiten durch den Deich- und Sielverband als Eigentümer. „Eine Zielsetzung war es dabei, den markanten Charakter des Baus außen wie innen beizubehalten“, berichtet der Verbandsvorsitzende Björn Christiansen.

Bauleiter Wolfgang Holst erläutert: „Unter anderem wurden Teile des Mauerwerks saniert, die Belüftung erneuert, Fensterrahmen gestrichen und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert.“ Neben den Ausstellungsbereichen gibt es im Schöpfwerk nun auch Toiletten: „Im Erdgeschoss haben wir zwei WCs eingebaut, davon eines behindertengerecht“, erklärt Holst.

Mit der Schutzstation Wattenmeer wurde ein idealer Pächter für das Projekt gefunden. Denn Berührungspunkte gab es schon vorher – hatte in den vergangenen 40 Jahren während der Saisonmonate doch stets ein Vogelwart der Schutzstation in einem wohnlich eingerichteten Bauwagen vor dem Schöpfwerk sein Domizil.

Während im Erdgeschoss Infotafeln unter anderem über das Schöpfwerk und die Entwässerung des Koogs aufklären, wurden die Räumlichkeiten im Obergeschoss im Stil einer alten Vogelwarte gestaltet.

Holzdielen, rustikales Gestühl und ein betagter Sekretär sorgen für ein behagliches Ambiente, Exponate wie präparierte Vögel laden zum Betrachten ein, und interessante Aussichten über die Deichkuppe hinüber aufs Wattenmeer verspricht ein Blick durch das Fernglas.

„Bei den Informationen für die Besucher haben wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Gefährdung des Vogelzuges durch den Klimawandel gelegt“, betont Dennis Schaper, Sylter Leiter der Schutzstation Wattenmeer. Er freue sich zudem, dass die neue Vogelwartin Anna-Lena Obermann hier ideale Gestaltungsmöglichkeiten für ihre Arbeit fände.Ergänzt wurden die Veränderungen am und im Schöpfwerk durch Außenarbeiten. So gibt es jetzt provisorische Parkplätze, eine Waschanlage, an der man sich nach einer Wattwanderung bequem die Füße oder Gummistiefel säubern kann, und bald auch noch einen Tisch nebst Bänken zum Picknicken.

Insgesamt beliefen sich die Kosten für das Vorhaben auf knapp 63 000 Euro, wobei das Projekt von der AktivRegion Uthlande mit gut 26 000 Euro und vom Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) mit 25 000 Euro gefördert wurde.

Spenden kamen auch von der Bingo-Umweltlotterie, der Commentz-Stiftung, dem Rotary Club Sylt-Westerland, der Sylter Bank sowie von Privatleuten. „Über weitere Spenden würden wir uns sehr freuen“, erläutert Björn Christiansen. Die IBAN des Deich- und Sielverbands bei der Sylter Bank lautet DE30 2179 1805 0001 0001 40.

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