Ferienzeiten in SH : Alte Ferienregelung auf Sylt: Eltern sind für Winterferien

Statt drei Wochen Herbstferien sprechen sich Sylter Mütter und Väter für ein oder zwei Wochen Winterferien aus.
Statt drei Wochen Herbstferien sprechen sich Sylter Mütter und Väter für ein oder zwei Wochen Winterferien aus.

Die alte insulare Regelung mit fünf Wochen Sommer- und drei Wochen Herbstferien entspricht nicht mehr den Bedürfnissen.

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23. Juni 2018, 04:28 Uhr

Sylt | Eine alte Diskussion flammt in Schleswig-Holstein wieder auf: Ist die ferienlose Zeit in der ersten Jahreshälfte zu lang? Die Online-Petition eines Kieler Informatikers und Vaters hat die Diskussion über Winterferien erneut entfacht. Nun haben sich Sylter Eltern zu Wort gemeldet – und fordern neben Winterferien eine neue Ferienregelung für die Kinder auf der Insel.

„Wir haben uns sehr gefreut, als wir von der Petition erfahren haben und uns selbstverständlich als Befürworter eingetragen“, sagt die Wenningstedterin Andrea Lorenz. Die veraltete Sylter Ferienregelung mit fünf Wochen Sommerferien und drei Wochen Herbstferien sei dringend reformbedürftig, kritisiert die Wenningstedterin und mit ihr 14 andere Sylter Mütter von insgesamt 31 Kindern. Sie haben sich an der Online-Petition beteiligt und begrüßen, dass sich nun der Landtag erneut mit den Ferienzeiten beschäftigen wird.

Die betroffenen Mütter arbeiten in der Hotellerie und Gastronomie beziehungsweise in der Dienstleistungsbranche. Die insulare Feriensonderregelung sei leider in den letzten Jahren nicht an die wachsenden Tourismuszahlen auch in der Nebensaison angepasst worden. „Von Hauptsaison sprechen wir mittlerweile auch schon zu Ostern und im Oktober“, erläutern die Sylter Eltern. „Die Saison fängt nicht mehr erst im Mai an und endet im September, wie in den 80er und 90er Jahren.“ Auch die Weihnachts-und Silvesterferien zählten zur Hochsaison. „Und nun sagen Sie uns, wann wir mit unseren Kindern in den so wichtigen Familienurlaub fahren können.“

Dabei gehe es um den Urlaub, nicht um irgendwelche Unterbrechungen der Schullernzeit. „Dieses Jahr interessiert es doch auch keinen, dass die Sommerferien am 13. August enden und schon am 24. September die Oktober-Ferien mit vier (!) Wochen beginnen. Da liegen auch nur sechs Wochen dazwischen.“

In der aktuellen Diskussion ärgern sich die Eltern über Kommentare, nach denen Februar-Ferien den Lernfluss nach Silvester unterbrechen würden. Das gleiche gelte für Herbstferien, die sechs Wochen nach dem Schuljahresanfang beginnen.

Ihr Vorschlag: Das Ende der Weihnachtsferien auf den Donnerstag der ersten Januar-Woche vorziehen, damit die Kinder langsam wieder reinkommen, und die Ausgabe der Halbjahreszeugnisse auf Ende Januar/Anfang Februar verlegen. Daran könnten sich eine oder besser gleich zwei Wochen Winterferien anschließen. Nach Einschätzung der Sylter Eltern wäre die Zeit nach den Halbjahreszeugnissen ideal für den wohlverdienten und wichtigen Familien-Jahresurlaub. Im Gegenzug könnten die Herbstferien auf zwei Wochen verkürzt werden.

Dabei betonen die Eltern die Bedeutung eines gemeinsamen Urlaubs der Eltern und der Kinder. Kein Verständnis haben sie für den Einwand der GEW-Vorsitzenden Astrid Henke, dass die wenigsten Kinder im Februar Gelegenheit hätten, mit ihren Eltern wegzufahren, und die Kinder dann auf sich allein gestellt wären.

Der einwöchige Winterferien-Testlauf im Jahr 2012 sei erst spät bekannt geworden, „keiner hier auf der Insel hat damit gerechnet.“ Daraus dürfe nicht mangelndes Interesse abgeleitet werden. Für ein umfassendes Meinungsbild sollte man schon alle Betroffenen fragen, fordern die Eltern.

„Wir freuen uns sehr, dass mit der Petition erreicht wurde, dieses so wichtige Thema wieder auf die Tagesordnung des Landtags zu setzen. Als Mütter von 31 Kindern wünschen wir uns, dass hoffentlich eine schnelle, unbürokratische und neue Ferienregelung eingeführt wird.“

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