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Zurückgeblättert : Als Wilhelmine „geboren“ wurde

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Unsere Serie blickt heute zurück in die Zeit, in der Wilhelmine Form annahm, H.B.-Jensen Jubiläum feierte und andere Ereignisse reif für die Zeitung waren.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Wie Sylt wurde, was es ist: In unserer Serie „Zurückgeblättert!“ lässt Autor Frank Deppe anhand von archivierten Zeitungsbänden die jüngere Vergangenheit der Insel wieder lebendig werden.
Sylt im April 1980. So launisch hatte man sich das Aprilwetter nicht gewünscht: Mit Böen bis zu zwölf Windstärken fegt ein kräftiger Sturm über die Insel. Auf dem Flughafen kippt ein Privatflugzeug auf die Seite, in Hörnum bricht eine Strandtreppe ab, der Fährverkehr ab List wird zeitweilig eingestellt. Zudem müssen in der Nordseeklinik eine ganze Reihe von Brüchen durch Stürze behandelt werden.

Die erfreuliche Zahl von 255 Mitgliedern – und damit 27 mehr als im Vorjahr – bilanziert der Vorsitzende Peter Matthiessen im Rahmen der Hauptversammlung des Vereins der Sylter Unternehmer. „Scharf protestierte der Vereinsvorsitzende gegen das Vorhaben der Deutschen Bundespost, die Alte Post Westerland an Höchstbietende zu veräußern“, berichtet die Sylter Rundschau. Der Verein, so Matthiessen, werde „der Stadt Westerland jede erdenkliche Unterstützung geben, damit das Grundstück in ihren Besitz gelangt“. Über einen kräftigen Schub durfte sich auch der Sportverein SC Norddörfer freuen: Binnen eines Jahres kletterte die Zahl der Mitglieder von 608 auf 687. Die neun Sparten, so der geschäftsführende Vorsitzende Willi Ferchen, würden angesichts fehlender Trainingsstätten bereits ungeduldig auf den Bau der Norddörferhalle warten.

Nicht gebaut, aber dafür kräftig gepflanzt wurde zwischen Westerland und Wenningstedt: Der Sylter „Rotary“-Club spendierte 2500 kleine Sträucher und Bäume, die Internationalität bewiesen: Japanische Lärchen, amerikanische Roteichen und österreichische Schwarzkiefern zählten zu den 15 verschiedenen Sorten, die eingepflanzt wurden.

Hoher Besuch findet sich zum Festakt anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Westerländer Kaufhauses H.B. Jensen ein: Schleswig-Holsteins Finanzminister Rudolf Titzck würdigt „den zähen Fleiß, die persönliche Tüchtigkeit und den unternehmerischen Wagemut“ des Firmenchefs Uwe Alwart und dessen Vorgänger. Mit dem Minister feierten 500 Gäste.

Eine korpulente Dame geht auf Reisen: Nachdem die Westerländer Künstlerin Ursula Hensel-Krüger nach viermonatiger Schaffensphase die Skulptur „Wilhelmine“ vollendet hat, wird die aus Ton modellierte Figur nach Berlin transportiert, um dort in Bronze gegossen zu werden. Im Sommer soll die gewichtige, dann 175 Kilo schwere Dame einen neuen Brunnen in der Westerländer Wilhelmstraße schmücken.

Auf Reisen war auch der Sylter Profi-Windsurfer Jürgen Hönscheid: Von Hawaii kehrt er als Vize-Weltmeister zurück – nur Robby Naish pflügte noch spektakulärer durch die bis zu fünf Meter hohen Wellen. Für Hönscheid, der mit einem selbst gebauten Surfbrett antrat, war es der bisher größte sportliche Erfolg.

Stolze eineinhalb Kilo wiegt es, das neue Sylt-Buch, das bis heute zu den Highlights der Inselliteratur zählt. Verfasst haben es binnen drei Jahren die Journalisten Sven Simon – Sohn des Verlegers Axel Springer – und Claus Jacobi sowie der Sylter Autor Dr. Manfred Wedemeyer. Die Publikation „Sylt – Abenteuer einer Insel“ überrascht die Leser mit vielen akribisch recherchierten Berichten. Tragisch: Kurz nach Erscheinen des Buches nahm sich Sven Simon das Leben.

Er hat zwar noch keinen Führerschein, aber dafür ein nagelneues Auto: Der zehnjährige Tinnumer Jürgen Esser gewinnt bei der „Fernsehlotterie“ einen VW – sehr zur Freude seiner Mutter, die einen Führerschein besitzt und ein bereits betagtes Fahrzeug ihr eigen nennt.

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