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Sylter Rundschau

17. Dezember 2017 | 15:26 Uhr

Als Storm auf Sylt Kräfte tankte

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Theodor-Storm-Experte Prof.Dr.Gerd Eversberg präsentierte im Heimatmuseum sein druckfrisches Buch über Storms Sylt-Aufenthalt

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2016 | 05:53 Uhr

Wer gegen Ende des 19.Jahrhunderts nach Sylt reisen wollte, hatte eine beschwerliche Fahrt vor sich. Diese Erfahrung blieb auch dem Dichter Theodor Storm nicht erspart. Von Husum ging die Reise über Flensburg nach Tondern, denn die Marschenbahn war noch im Bau. Von dort ging es per Kutsche nach Hoyer Schleuse, per Dampfer nach Munkmarsch und dann mit Pferd und Wagen nach Westerland.

Sehr anschaulich erzählte Gerd Eversberg von dieser Reise am vergangenen Donnerstag im Sylter Heimatmuseum. Auf eigenen Wunsch und auf Einladung der Söl'ring Foriining war der langjährige Leiter des Husumer Theodor-Storm-Hauses nach Sylt gekommen, um im Heimatmuseum sein Buch „Mit Theodor Storm auf Sylt – Erkundungen auf den Spuren des Dichters“ vorzustellen.

Eversberg dokumentiert und erzählt auf knapp 200 Seiten welche Bedingungen der alternde Dichter auf der Insel vorfand. So war es damals üblich, ohne Unterkunft anzureisen, die erste Nacht wurde im Hotel verbracht und dann wurde mit der „Badedirektion“ ein den Wünsche entsprechendes Quartier gesucht und gefunden.

Anschaulich werden die Sylter Verhältnisse um 1880 auch durch zahlreiche historische Fotografien und Eversbergs sehr lebendige Schilderungen. Seine fast dreijährigen Recherchen zu dem Sylt-Aufenthalt des Dichters sind erhellend und dürften einigen Aufwand bedeutet haben.

Ob das Buch rechtzeitig zur Präsentation vorliegen würde, war fast bis zum letzten Moment nicht ganz sicher. Doch Verleger Ingwer Paulsen vom Husum Verlag konnte das druckfrische Exemplar dann im Heimatmuseum übergeben. Er berichtete allerdings, dass er mittags noch nicht wusste, ob er es abends mitbringen kann, da die Spedition die Lieferung nicht garantieren konnte.

Wie bedeutend der Sylt-Aufenthalt für Theodor Storm war, schildet Eversberg sehr nachdrücklich in einer Passage seines Buches: „Für den Dichter war der Aufenthalt auf Sylt auch eine Reise in die Vergangenheit; in den Gesprächen mit seinen Freunden wurde er an die Erforschung der Sprache und Geschichte seiner nordfriesischen Heimat erinnert, als er vor 40 Jahren Lieder und Sprichwörter aus Schleswig-Holstein sammelte. Bei seinem Besuch in Keitum traf er die Witwe des Chronisten der Insel, C. P. Hansen, der er von seiner Zusammenarbeit mit ihrem verstorbenen Mann berichten konnte, als er mit ihm Sagen und Märchen von der Insel Sylt für eine Veröffentlichung vorbereitet hatte. Kurz vor seiner Reise unterbrach Storm die Niederschrift seiner Meisternovelle „Der Schimmelreiter“, um sie nach einer etwa zweimonatiger Pause wieder aufzunehmen. Der Aufenthalt auf Sylt hat dem gesundheitlich angeschlagenen Autor die Kraft vermittelt, seine Dichtung bis zum Jahresende zügig zu vollenden.“

    Gerd Eversberg: „Mit Theodor Storm auf Sylt – Erkundungen auf den Spuren des Dichters“  . Zirka 184 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, gebunden, Format 17 x 24 cm. Husum Verlag, Preis: 24,95 Euro (ISBN 978-3-89876-818-4)



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