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Serie Zurückgeblättert : Als die Lebenshilfe ihr Haus bekam

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In unserer Serie „Zurückgeblättert!“ geht es heute um das Jahr 1985, als die Lebenshilfe eine Unterkunft bekam und der Küstenschutz Thema war.

Wie Sylt wurde, was es ist: In unserer Serie „Zurückgeblättert!“ lässt Autor Frank Deppe anhand von archivierten Zeitungsbänden die jüngere Vergangenheit der Insel wieder lebendig werden.

Sylt im Mai 1985. Heute wie damals treibt eine Sorge die Sylter um: Wie kann man die Macht der Sturmfluten eindämmen? Der damalige Verein deutscher Küstenschutz initiierte zu diesem Thema den Ideenwettbewerb „Sicherheit für Sylt“ und begutachtete letztlich 27 eingereichte Arbeiten, die um Prämien in Höhe von insgesamt 30 000 Mark buhlten.

Unter sechs Preisträgern wurde dieser Betrag gleichmäßig aufgeteilt. Ihre Vorschläge für den Sylter Küstenschutz fielen ganz unterschiedlich aus und reichten von „Bio-Teppichen aus kubischem Maschengeflecht“ bis hin zum Bau künstlicher Riffe.

Friedrich Böck, Vorsitzender des Vereins deutscher Küstenschutz, kündigte an, die prämierten Ideen dem Forschungsministerium in Bonn vorzulegen. Man hoffe, dass das Ministerium Naturversuche finanziere, um die Projekte als flankierende Maßnahmen für die Sandvorspülungen zu erproben.

Bereits umgesetzt wurde indes ein anderes Vorhaben: Passend zu ihrem 20-jährigen Bestehen freut sich die Sylter Arbeitsgemeinschaft Lebenshilfe über ein eigenes Domizil. In der Westerländer Bastianstraße wird das „Haus der Lebenshilfe“ bezogen, das von den behinderten Besuchern des Sonderhorts wie auch der Frühförderung nun für Aktivitäten wie Turnen, Singen und Arbeiten genutzt werden kann.

„Beschäftigung zu verschaffen, therapeutische Arbeit zu leisten und vor allem Freude zu bereiten“, nennt der Lebenshilfe-Vorsitzende Ernst-Wilhelm Stojan die erklärten Ziele für die Nutzung des ehemaligen Jugendheims im städtischen Besitz als Tagesstätte für Menschen mit Behinderungen.

Auch in Braderup wird kräftig gewerkelt: 5800 Arbeitsstunden investieren viele ehrenamtliche Helfer in den Umbau des Informationszentrums der Naturschutzgemeinschaft Sylt, das nun auch über Ausstellungsräume verfügt. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Dr. Hermann Balcke dankt zudem allen Förderern, die für den Umbau insgesamt 55 000 Mark gespendet hatten.

20 schmucke Oldtimer ziehen die Blicke der Passanten auf sich: Ihre Besitzer folgten dem Aufruf des Allgemeinen Schnauferl-Clubs Deutschland zu einer fünftägigen Stippvisite auf Sylt.

Auf Tauchstation geht derweil der Verein der Sylter Sportfischer: Taucher untersuchen den starken Krautbewuchs in der Morsumer Nösse-Kuhle. Statt chemischer Mittel wollen die Angler dem Übel durch das Aussetzen von Graskarpfen Herr werden, die den Bewuchs vertilgen sollen. Nachdem die Petrijünger zum Schutz vor Sturmfluten östlich der Nösse-Kuhle einen Damm gebaut hatten, werden nun Holztreppen und Stege installiert, kündigt der Vereinsvorsitzende Christian Schmahl an.

„Anfangs auf Sylt belächelt, sind wir nun akzeptiert“, konstatiert ein anderer Sylter Vereinsvorsitzender: Wolfgang Navrath freut sich, dass dem Verein Karneval auf Sylt mittlerweile 81 Mitglieder angehören. Im Rahmen der Hauptversammlung, die mit einem dreifachen „Sylt ahoi“-Ruf endet, blickt man unter anderem auf das Highlight der Session zurück, die „Närrische Nacht“ im Alten Kursaal Westerland. In Archsum wird die diesjährige Ringreitsaison eröffnet. Nur eine Viertelstunde benötigt Hans „Hansche“ Hein, um beim Königsreiten des Archsumer Ringreitervereins den entscheidenden dritten Ring zu stechen und die Mitbewerber Dirk Ipsen, Rolf Schackert und Thies Thiesen zu bezwingen.

Auf vollen Touren laufen indes die Vorbereitungen für die sechste „Sylter Woche“. Höhepunkt der ganztägigen Veranstaltung ist ein Wettbewerb nach dem Vorbild „Spiel ohne Grenzen“, bei dem Abordnungen von zehn Sylter Vereinen antreten. Ein großer Ball im Alten Kursaal Westerland beschließt den abwechslungsreichen Tag.


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