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Migranten auf Sylt : Alltagshilfe für Sylter Migranten

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

An der Schule St. Nicolai unterstützt ein Projekt ausländische Familien. Spenden werden dringend gesucht

shz.de von
erstellt am 26.Nov.2014 | 05:55 Uhr

Die Grundschule St. Nicolai kann durchaus als multikulturell bezeichnet werden: Derzeit werden dort Kinder aus 22 Nationen unterrichtet, der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund liegt bei etwa 50 Prozent. Während die Integration der Kinder laut Schulleiter Horst-Peter Feldt problemlos funktioniert, haben die Eltern teilweise große Probleme, in Deutschland zurechtzukommen.

Um diesen Familien in ihrem Alltag Hilfe anbieten zu können, entstand Anfang 2013 das Projekt „Migranten in Teilhabe“ (MiT), das sich primär an die Mütter der Schulkinder richtet. „Es brauchte zwar seine Zeit, bis das Projekt unter den ausländischen Eltern akzeptiert war, aber nun ist es ein wichtiger Bestandteil unserer Schule“, erklärt der Schulleiter. Doch es droht ein Rückschlag: Bisher ist unklar, ob für 2015 genug Spendenmittel aufgetrieben werden können, um das Projekt weiterführen zu können.

Das Projekt richtet sich ganz bewusst an die Mütter innerhalb der ausländischen Familien. „Wir haben festgestellt, dass die Frauen häufig die Gestalterinnen in den Familien sind - allerdings treten sie nicht als solche in der Öffentlichkeit auf, scheinen teilweise sogar richtiggehend isoliert zu sein“, erzählt die Leiterin des Projekts Jutta Ringele vom Diakonischen Werk Südtondern, „damit diese Frauen eine Ansprechpartnerin bekommen, haben wir das Projekt ins Leben gerufen.“

Finanziert durch Spendengelder konnte an der Schule die Sozialpädagogin Petra Schwarzer eingestellt werden, die den Familien hauptsächlich bei Alltagsproblemen, Behörden- und Ämterangelegenheiten, bei Fragen rund um die Schule, aber auch bei gesundheitlichen Fragen zur Seite steht, Briefe erklärt und die Familien gegebenenfalls an andere Einrichtungen weitervermittelt. „Nachdem zunächst eine Vertrauensbasis aufgebaut werden musste, ist das Projekt sehr positiv aufgenommen worden“, sagt Horst-Peter Feldt, „Frau Schwarzer ist ein fester Bestandteil der Schule geworden, auf den wir nicht verzichten möchten.“

Neben der Sozialpädagogin Petra Schwarzer wurde eine freie Sprachlehrerin eingestellt, die den Müttern Deutschunterricht gibt. „Dieses Angebot richtet sich an die Frauen, die bisher so gut wie gar kein Deutsch sprechen können“, erklärt Ringele und betont, dass das Angebot keinesfalls als Konkurrenz zu den Kursen der Volkshochschule verstanden werden solle.

Horst-Peter Feldt bestätigt den Erfolg des Sprachkurses: „In der Schule sind die Frauen bereits in einem ihnen vertrauten Rahmen. Außerdem findet der Kurs um 7.45 Uhr, also kurz vor Schulbeginn statt - die Frauen können ihr Kind zur Schule bringen und gleich dortbleiben.“

Ob das Projekt weiterhin bestehen kann, ist unklar: „Bisher steht die Finanzierung des Projekts für 2015 noch nicht komplett“ so Feldt, „es wäre aber für alle beteiligten, vor allem für die Frauen, sehr schade, wenn wir das Projekt einstellen müssten.“

 

 

 

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