Schwimmsport auf Sylt : Alles „Murks“, oder was?

Wird das Außenbecken zum Sportbecken? Man weiß es nicht
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Wird das Außenbecken zum Sportbecken? Man weiß es nicht

Was passiert denn nun in Sachen Schwimmsport? Die Gemeindevertretung diskutierte über Wasser, List und mögliches eigenes Versagen

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21. Juni 2014, 06:00 Uhr

Süßwasser, Salzwasser, Sylter Welle oder Lister Schwimmbad: Die Zukunft des Sylter Schwimmsports sorgte am Donnerstagabend wieder für teils schräge Diskussionen. Um die Verwirrung nicht komplett zu machen, finden Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten (soweit vorhanden).

Wird das Außenbecken der Sylter Welle nun zum Sportbecken umgebaut oder nicht? Man weiß es nicht. Vielleicht. Denn nun ist auch wieder stärker im Gespräch, dass es eine Zukunft für die Lister Schwimmhalle geben könnte: Bei einem Treffen mit Politikern beider Inselgemeinden kristallisierte sich heraus, dass List das Schwimmbad von der NCS- Betreibergesellschaft (die mit den gescheiterten Internatsplänen) kaufen könnte. Entweder alleine oder im Bündnis mit anderen Inselgemeinden. Sollte es dazu kommen, könnte der Ausbau der Sylter Welle obsolet werden. Die Gemeindevertreter waren sich fraktionsübergreifend einig, diese Gespräche mit List fortzuführen.

Worüber hat die Gemeindevertretung denn dann am Donnerstag entschieden? Zusammengefasst: Trotz weiterer Gespräche mit List werden die Planungen für die Sylter Welle fortgeführt. Um Kosten zu sparen, plant die Gemeinde nun keinen Hubboden mehr ein. Der Entschluss, das Becken mit Süßwasser statt Salzwasser zu füllen, bleibt bestehen.

Ist dieses Vorgehen sinnvoll? Nein, finden SPD und SSW. Sie plädierten dafür, über Fragen wie: Hubboden – Ja oder Nein nicht zu diesem Zeitpunkt zu entscheiden. „Angesichts der neuen Entwicklungen in List macht es doch keinen Sinn, jetzt darüber zu diskutieren. Lasst uns doch abwarten, bis wir Klarheit haben, was in List geschieht“, argumentierte Gerd Nielsen (SPD). Aus Protest verließen SPD- und SSW-Vertreter den Sitzungssaal, als über die Planungsänderungen abgestimmt wurde. Die CDU sah es anders: Sollten die Gespräche mit dem Inselnorden zu nichts führen, hat die Gemeinde Sylt das Außenbecken weiter in der Hinterhand. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, befand Wolfgang Jensen (CDU). Es schade nichts, über Hubboden und Co. abzustimmen – die Planungskosten für das Projekt müssen sowieso jetzt schon gezahlt werden.

So ein Hin und Her. Ist eigentlich alles, was die Politiker bisher in Sachen Schwimmsport auf Sylt unternommen haben, „Murks“? Ja, findet Gerd Nielsen – diesen Schuh müsse er sich auch selbst anziehen. Ähnlich sah es Peter Erichsen (SSW): „Die Gemeinde schlägt sich hier trotz angespannter Finanzlage mit vier Bädern rum – wir bezuschussen List, wir haben die Sylter Welle, die Thermen-Ruine und nun das mögliche Außenbecken. Wie sollen wir das alles bezahlen?“ Falsche Entscheidungen, findet Erichsen, könnte man auch mal zurücknehmen. „Dass unsere Arbeit als Murks bezeichnet wird, kann ich nicht nachvollziehen“, sagte dagegen Oliver Ewald (CDU). Seit einem Jahr würden sich Ausschüsse und Vereine intensiv mit dem Thema Schwimmsport auseinander setzen – diese Anstrengungen wolle er nicht diskreditiert wissen.

Was wollen die Sylter Bürger? Die Bandbreite an Meinungen zum Thema Schwimmsport auf Sylt ist groß, wie sich auch aus Leserbriefen und bisherigen Artikeln der Sylter Rundschau schließen lässt (siehe auch Seite 10). Die Schulleiterin der Boy-Lornsen-Schule kritisierte am Donnerstag, dass es für Lehrer schwer wäre, der Aufsichtspflicht beim Schwimmunterricht nachzukommen, wenn es keinen Hubboden gibt.

Was wollen die Lister? Die inselweite Vereinbarung, das Lister Schwimmbad zu betreiben, endet mit Ablauf dieses Jahres. Die Lister baten darum, den Zeitraum zu verlängern. Die Gemeindevertretung der Gemeinde Sylt kam dieser Bitte nach, sie beschloss „zur Sicherung des Schul- und Vereinsschwimmsportes“ den Vertrag für die Schwimmhalle List bis zum 31. Dezember 2015 mit der Option zur Verlängerung bis zum 31. Dezember 2016, wenn der Anbau an der Sylter Welle nicht bis Ende 2015 fertiggestellt ist beziehnungsweise der Betrieb noch nicht aufgenommen werden kann, zu verlängern.

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