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Sylter Rundschau

23. November 2017 | 02:47 Uhr

„Alles hat seine Berechtigung“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Sylter Slam-Saison ist gestartet: Warum sich die Veranstaltungen lohnen, erklärt Organisator Jens-Uwe Ries

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 11:45 Uhr

Die Sylter Poetry-Slam-Saison hat wieder begonnen: Nur mit Wörtern gewappnet, treten unterschiedliche Poeten mit eigenen Texten gegeneinander an. Ende März fand die Auftaktveranstaltung im Rantumer Kursaal statt. Wer nicht dabei sein konnte, hat in den nächsten Monaten mehrfach Gelegenheiten dazu, das lyrische Spiel mit Sprache auf Wettbewerben zu erleben.

Neben dem Moderater Björn Högsdal, freut sich auch der Organisator Jens-Uwe Ries auf die Poetry-Slam-Saison auf Sylt. Bereits nach der ersten Veranstaltung ist er begeistert: „Wir hatten wirklich ganz grandiose Poeten dabei.“ Damit meine er unter anderem die Formation „Großraumdichten“, bestehend aus Pauline Füg und Tobias Heyel. Sie traten an diesem Abend außer Konkurrenz auf und wurden nur spaßeshalber gewertet, so Ries. Der Auftritt eines so genannten „Opferlamms“, das die Jury vor dem Wettbewerb auf seine Aufgabe vorbereitet, sei bei solchen Wettbewerben gang und gäbe. Die Themen von Füg und Heyel reichen von lyrischen Gesellschaftsbeobachtungen über intelligente Wortspiele bis hin zu so interessanten Fragen, ob man langsamer sein sollte als die Dunkelheit, wenn schon ein Großteil der Menschen schneller sein möchte als das Licht.

Aber auch die weiteren acht Poeten des ersten Poetry-Slams dieser Saison haben Ries überzeugt. „Für mich ist das Besondere, dass man nie weiß, was einen erwartet“, so Ries. Zu den kommenden Veranstaltungen, die im Rantumer Kursaal und danach wieder im Muasem Hüs in Morsum stattfinden, kommen zwar immer andere Teilnehmer. Einige treten allerdings mehrere Male auf, sagt Ries, aber im Grunde würde dem Sylter Publikum jedes Mal etwas Neues geboten.

Für den Organisator gebe es nicht den einen guten Slam. „Das Wesentliche ist, dass überhaupt etwas vorgetragen wird. Alles hat seine Berechtigung“, findet Ries. Es müsse eben gut performt und eine gewisse Originalität versprüht werden. Wer noch nicht so textsicher ist, könne seine geschriebenen Worte auch ablesen – „wichtig ist, wie man es macht“, so Ries. Diejenigen, die etwas zu sagen haben und das gerne teilen möchten, sind also dazu aufgerufen, an den Wettbewerben teilzunehmen. So ist Ries vor einigen Jahren auch zum Slammen gekommen, erzählt er. Anfangs dachte er noch, das Dichten sei nichts für ihn. Nach dem ersten Mal auf der Bühne, sei die Begeisterung für den Poetry-Slam dann aber enstanden.

Er selbst lässt sich auch von seiner Tochter inspirieren. Beispielsweise dann, wenn sie Hausaufgaben macht und dabei die Minuten zählt, bis sie etwas anderes tun könne. So kommt es vor, dass Ries dazu „poesiert“, wie man Schule lustiger gestalten könnte.

Die Poeten beim Sylter Poetry-Slam lassen sich von ganz unterschiedlichen Themen inspirieren. Sei es der öde Alltag, die schlechte Laune der Menschen in der U-Bahn oder auch Liebesbeziehungen. Das Leben bietet genügend Stoff.

Eine Gala, wie in den vergangenen Jahren, wird es dieses Jahr nicht geben. Doch auf hochkarätige Slammer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum muss das Publikum nicht verzichten. Bei jeder Veranstaltung sollen nun auch bekannte Poeten auftreten – so etwa Tobias Kunze, Team und Struppi, Anke Fuchs, Volker Strübing und Franziska Holzheimer. Die Mischung aus bekannten und den weniger bekannten Poetry-Slammern sei es, die es so interessant macht, findet der Moderator Björn Högsdal. „Deshalb haben wir uns bewusst gegen eine Gala entschieden. Wir haben durchgängig ein hohes Niveau.“

Weitere Termine: 26. April, 24. Mai, 25. Juni und 25. Juli im Kursaal in Rantum. Und am 30. August, 17. September und 18. Oktober im Muasem Hüs in Morsum.






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