Skaterpark auf Sylt : Alle Stimmen für den Multipark

Etwa 50 Zuschauer kamen am Mittwoch ins Rathaus – so viele wie lange nicht mehr.
Etwa 50 Zuschauer kamen am Mittwoch ins Rathaus – so viele wie lange nicht mehr.

Schulausschuss befürwortet Ansiedlung von Skaterbahnen und Jugendzentrum am Sylt Stadion.

shz.de von
23. März 2018, 06:00 Uhr

Auf der einen Seite 20 Gemeindevertreter und Verwaltungsleute, auf der anderen rund 50 Bürger – so viele Zuschauer wie am Mittwoch Abend beim Schulausschuss hat es im Rathaus lange nicht gegeben. Die Themen Skaterpark, Jugendzentrum, Lister Schwimmbad und Vereinszuschüsse brannten den Besuchern unter den Nägeln. Der Multifunktionspark am Sylt Stadion soll Realität werden – eine Entscheidung, die die jungen Gäste mit donnerndem Applaus honorierten.

Alle neun Ausschussmitglieder waren sich einig: Die Verwaltung soll für die nächste Multipark-Planungsphase Fördermittel beantragen – zum Beispiel bei der Aktivregion Uthlande – und Geld im Haushalt 2019 und die folgenden Jahre einplanen. Was der Multifunktionspark für Skate- und Rollsport, Beachvolleyball, Streetball, Leichtathletik, Boule, Fußball und Klettersport im Sylt Stadion kosten könnte, hatte das Planungsbüro Pätzold und Snowadsky aus Osnabrück ermittelt: 1,3 bis 1,4 Millionen Euro. Die Summe teilt sich auf in 230 000 Euro für die Rollsportbahnkosten, 765 000 Euro für den Park sowie 310 000 bis 425 000 Euro für die teilweise Überdachung und die Abschirmung.

Der Multipark geht auf eine Initiative zurück, die die „Interessengemeinschaft Multipark Sylt“ um Gernot Westendorf und Thomas Urmersbach im vergangenen Jahr gestartet hatten. Die Gemeinde hatte das Planungsbüro beauftragt, drei mögliche Standorte zu prüfen: Das Sylt Stadion, das Sportzentrum in Tinnum und das Sportgelände am Flughafen. Das Gutachten, das Landschaftsarchitekt Ulf Elsner im Schulausschuss vortrug, empfiehlt den Standort im Stadion, gleich neben dem Aquarium. Dafür sprächen die attraktive zentrale Lage, genug Platz und Synergieeffekte mit dem Aquarium.

Gleichzeitig empfiehlt das Planungsbüro aber auch Investitionen in das Sportzentrum Tinnum. Für die Fußballer soll dort einer der drei Rasenplätze in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden, was 770 000 Euro inklusive Flutlicht sowie 340 000 bis 570 000 Euro für zusätzliche Umkleideräume und Duschen kosten würde. Der Wunsch des TSV Westerland nach einem neuen Vereinsheim ließe sich am Sportzentrum mit 1,1 bis 1,7 Millionen Euro realisieren. Im Gespräch ist darüber hinaus eine neue Leichtathletikbahn (390 000 Euro) mitsamt Streetballplatz und Kleinspielfeld (135 000 Euro) im Sylt Stadion.

„Mit einer kleinen Idee hat alles begonnen und jetzt merken wir, welche Größenordnung das Ganze annehmen kann“, kommentierte Stefan Klaus (SWG), der die Sitzung des Schulausschusses leitete. Der Umzug der Fußballer ins Sportzentrum sei schon Teil des Sportstätten-Entwicklungskonzeptes von 2013 gewesen.

Der Multipark wäre nicht nur ein Gewinn „für unsere Jugendlichen und Kinder“, sondern auch für den Tourismus, hob Frank Zahel (CDU) hervor. Zudem könnte das Aquarium von der Idee profitieren, dort Rollschuhe etc. zu verleihen. Der Ersatz des dritten Spielfelds im Sportzentrum durch einen Kunstrasenplatz sollte aber zunächst mit den Vereinen abgestimmt werden.

Uwe Tiedje (SPD) gab zu, „dass wir bei den Kosten erstmal schlucken mussten“, signalisierte aber ebenso Unterstützung wie die anderen Ausschussmitglieder. „Dann lasst uns endlich abstimmen“, forderte Maria Andresen (Grüne) ihre Ausschusskollegen zu schnellen Taten auf – sehr zur Freude des Publikums.

Doch am Sylt Stadion könnte noch eine weitere Einrichtung eine neue Heimat finden: Einhellig befürwortete der Schulausschuss einen Antrag der SPD, das Jugendzentrum ins Stadion zu verlegen – ein Plan, hinter dem auch die Jugendinitiative steht. Die 1973 bezogenen Räume im Geschwister-Scholl-Weg sollen mittelfristig abgerissen werden, damit dort KLM-Wohnungen für ältere Bürger entstehen können.

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