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Insel-Flughafen : Airlines fliegen nicht auf Sylt ab

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Eine Verbindung lief in diesem Jahr so gut, dass es 2014 einen zweiten Flug geben wird. Nicht ganz so gut sieht es bei den übrigen Strecken aus. Die Airlines sind mit ihren Plänen noch sehr zurückhaltend. Ein Grund: die unterdurchschnittliche Auslastung.

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erstellt am 24.10.2013 | 07:00 Uhr

Westerland | Wer schon jetzt seinen Sylt-Urlaub für den nächsten Sommer plant, der sollte bei der Anreise besser eine Alternative zum Flugzeug mit ins Kalkül ziehen. Welche Verbindungen und Kapazitäten die beiden Airlines Lufthansa und Air Berlin anbieten werden, ist zum Großteil noch völlig offen. Obwohl der Sommerflugplan 2014 erst Ende November halbwegs verlässlich feststehen wird, rechnet Sylts Flughafenchef Peter Douven mit weiteren Einschnitten, nachdem die Kapazität 2013 gegenüber dem Vorjahr bereits von 217.000 auf 204.000 Plätze reduziert wurde.

Bei der Lufthansa stehe „erwartungsgemäß“ die Berlin-Verbindung zur Disposition, während Frankfurt und München zur Zeit noch gesetzt seien. Air Berlin würde mit den bislang festgelegten Kapazitäten von und nach Düsseldorf derzeit hinter dem Vorjahr liegen. Douven: „Erfahrungsgemäß rüsten die Airlines im Frühjahr aber nochmal nach.“

Die Gründe für die immer kurzfristigeren Entscheidungen der Fluggesellschaften sieht Douven zum einen in deren angespannter wirtschaftlicher Situation, zum anderen in der fehlenden Planungssicherheit für den Sylter Flughafen. „Angesichts der unsicheren Finanzierung und der Diskussion über die Fluggastabgabe fragt man sich, ob er langfristig am Netz bleibt.“

Dabei könnte die Entwicklung dieses Sommers eigentlich Grund zu verhaltenem Optimismus geben. Nach Douvens Angaben hat vor allem das gute Wetter im Juli und August dazu geführt, dass der Rückgang der Passagierzahlen (2012 waren es 176.000) in diesem Jahr wohl nur bei sechs bis acht statt der prognostizierten 15 Prozent liegen wird. Dennoch liegt die durchschnittliche Auslastung der Sylt-Flüge mit 75 bis 78 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt von 81 Prozent bei Inlandsflügen.

Dennoch hält Peter Douven „bei einer normalen touristischen Nachfrage“ 210.000 Flugpassagiere pro Jahr mit wirtschaftlich vertretbarer Auslastung für realistisch. Eine Illusion sei es jedoch, zu hoffen, die Erlöse aus dem Flugbetrieb entscheidend steigern zu können.

Umso wichtiger, dass bis Jahresende eine dauerhafte Lösung für die Flughafenfinanzierung gefunden wird, um die Umsetzung der von der Gemeinde Sylt beschlossenen, zur Zeit nur ausgesetzten und frühestens 2015 möglichen Sonderabgabe von 5 Euro pro Flug und Passagier zu verhindern. Dazu gehört zum einen die gerechtere Verteilung der Kosten auf alle Inselgemeinden. Durch eine Aufteilung nach den jeweiligen Übernachtungszahlen der Gemeinden würde der Insel Sylt Tourismus-Service – und damit die Gemeinde Sylt – um rund 200.000 Euro im Jahr entlastet. Allerdings würde das allein für Wenningstedt eine Mehrbelastung von rund 95 000 Euro bedeuten. Eine Einigung auf den so genannten Bäderschlüssel scheint derzeit derzeit fraglich.

Darüber hinaus werden zusätzliche Einnahmequellen benötigt, um das jährliche Defizit des Flughafens aufzufangen. Neben dem vom Verein Sylter Unternehmer verfolgten Ziel, die Wirtschaft stärker einzubinden, gehört dazu auch die Idee, die Fremdenverkehrsabgabe in den Inselgemeinden zu erhöhen, um so das Defizit auf alle am Tourismus partizipierenden Betriebe zu verteilen. Am 30 Oktober werden die Gespräche der Sylter Gemeinden fortgesetzt.

Zu einer echten Erfolgsgeschichte könnte die in diesem Jahr aufgenommene wöchentliche Direktverbindung Sylt-Zürich werden. Mit einer Auslastung von 75 Prozent war sie im Startjahr so gut, dass es 2014 von Mai bis Oktober eine zweiten Flug am Wochenende geben wird.

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