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Ehrenamtliches Engagement auf Sylt : „Aidshilfe noch politisch gewollt?“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Vorsitzende der Aids-Hilfe, Elke Wenning, spricht über die Arbeit und über die aktuelle Situation des Vereins auf der Insel.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2015 | 05:33 Uhr

Bezugnehmend auf den gestrigen Artikel „Kostspielige Schirmherrschaft“ in der Sylter Rundschau, in dem es um die Frage der finanziellen Unterstützung der Aidshilfe durch den Bürgermeister der Gemeinde Sylt geht, äußert sich die Vorsitzende des Vereins. Die Redaktion druckt hier den Wortlaut des Schreibens von Elke Wenning ab.

Aufgrund des Artikels weiß ich erst das Ausmaß der Diskussion. Sehr gerne würde ich Herrn Gerd Nielsen (SPD) berichtigen, dass er nicht das Geld für eine Gala spendet, sondern für die Arbeit der Aidshilfe Sylt aktHIV für Nordfriesland e.V. Seit 21 Jahren nehmen wir der Gemeinde Sylt und der Insel Sylt kostenfrei sämtliche Aufgaben ab wie:
1. Betreuung und Sterbebegleitung von HIV-Positiven und AIDS erkrankten Menschen
2. Prävention in allen Bereichen wie zum Beispiel: Schulprävention, Erwachsenenprävention, Schulung von Gesundheitspersonal und ehrenamtlichen Helfern.
3. Aktuell und zukünftig vermehrt auf uns zukommend: Prävention, Betreuung und auch wieder Sterbebegleitung von Flüchtlingen (in den Herkunftsländern keine bzw. nur mangelnde Behandlung)

Außerdem möchte ich gerne auf die Wahl des Saales eingehen:
1. Die Aids Gala war und ist immer eine insulare Veranstaltung gewesen und hat sich nie an Gemeindegrenzen gehalten.
2. Meistens bin ich an ungewöhnliche Orte gegangen, um die Aids Gala über die vielen Jahre attraktiv zu halten. Dafür habe ich immer Menschen gefunden, die mir uneingeschränkt ihr Vertrauen für den jeweiligen Ort geschenkt haben. Wir haben die jeweiligen Räumlichkeiten immer so übergeben, wie wir sie erhalten haben. Dafür habe ich immer mit meinem Namen gestanden.
3. Bei den vielen Bedenken einer Nutzung des historischen Rathauses (war mein großer Wunsch für die 20. Gala) habe ich mich schweren Herzens dagegen entschieden.
4. Frau Bürgermeisterin Katrin Fifeik und Herr Tourismusdirektor Henning Sievers haben spontan den Kursaal³ zur Verfügung gestellt, weil auch sie die Gala und die Notwendigkeit als insulare Veranstaltung sehen. Frau Bürgermeisterin Fifeik hat auch keinerlei Bedenken bezüglich Übernahme der Schirmherrschaft durch Bürgermeister Häckel und Ausrichtung in der Gemeinde Wenningstedt.
5. Ausdrücklich habe ich betont, dass ich bei der Wahl des Kursaal³ nicht in einen Interessenkonflikt zwischen beruflichem und privatem ehrenamtlichen Engagement kommen möchte.
Persönlich möchte ich meine Enttäuschung über die immer noch herrschende Unkenntnis der wichtigen Arbeit der Aids-Hilfe Sylt – aktHIV für Nordfriesland – e.V. insbesondere in unseren politischen Gremien zum Ausdruck bringen. Das zeigt mir wieder einmal, dass das Thema Aids nach wie vor noch in der Schmuddelecke steht und uns, die Allgemeinheit, nichts angeht. Die Gala war in den vergangenen Jahren die einzige Möglichkeit, das Thema zumindest für einen Moment in das Gedächtnis vieler Menschen zu bringen. Außerdem haben wir durch die Gala die fehlenden zwei Monate eines Jahres kostenmäßig decken können. Das alles aus eigener Kraft.
Am heutigen Tag angekommen muss ich mir die Frage stellen, ob die Aids-Hilfe Sylt – aktHIV für Nordfriesland – e.V. überhaupt noch politisch gewollt ist.
Elke Wenning

Vorsitzende der Aids-Hilfe Sylt – aktHIV für Nordfriesland – e.V.
Nordseeklinik – Heidehaus, Norderstraße 81, 25980 Sylt OT Westerland
Tel. 04651/201775

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