Projektwoche der Norddörfer Schule : Afrika im Sylter Klassenzimmer

Am Ende der Projektwoche präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihren Eltern afrikanische Rhythmen auf Trommeln.  Fotos: Fleischmann (2)
Am Ende der Projektwoche präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihren Eltern afrikanische Rhythmen auf Trommeln. Fotos: Fleischmann (2)

An der Norddörfer Schule fand eine Projektwoche zur Kinder- und Jugendförderung in Uganda statt.

shz.de von
11. September 2018, 13:56 Uhr

Das Wort „Ewaka” bedeutet in Uganda (Ostafrika) so viel wie „Zuhause” und kein Name hätte besser zu einem Projekt passen können, das sich um Straßenkinder kümmert.

„Ewaka” ist ein Verein, der seit 2015 durch Bildung, Sport, Tanz, Musik und Kunst sozialen Wandel und nachhaltige Entwicklung in Uganda anstrebt und sich den jüngsten Opfern von Vernachlässigung, Missbrauch, Armut und Gewalt widmet. Im Kinderheim in Jinja, das derzeit 25 Schützlingen zwischen zwei und 19 Jahren ein Zuhause gibt, sollen sie Geborgenheit und Liebe erfahren. Dort wurde in den letzten zwei Jahren durch Eva Döhr aus Kassel und Jonas Byaruhanga aus Uganda ein kleines Dorf errichtet, das den Kindern schulische, gesundheitliche und soziale Förderung bietet. Möglich wird all dies durch den ASC, einem Sport Club aus Göttingen, der jedes Jahr über 70 freiwillige Jugendliche für ein soziales Jahr nach Ost- und Südafrika entsendet, wo sie den Aufbau von ehrenamtlichen Kinder- und Jugendschutz-Projekten voran treiben.

Das Team: Isabelle, Cosma, Sarah, Ebou (vorne, v.l.n.r) und Ken, Michael und Tomothy berichteten auf Sylt über Arbeit in Uganda.
Das Team: Isabelle, Cosma, Sarah, Ebou (vorne, v.l.n.r) und Ken, Michael und Tomothy berichteten auf Sylt über Arbeit in Uganda.

Der Zufall wollte es, dass eine dieser Freiwilligen als Praktikantin in die Norddörfer Schule kam, wo sie von „Ewaka” berichtete. Schulleiterin Christel Glöckner war sofort von der Idee begeistert, Afrika ins Klassenzimmer zu holen und damit den Verein zu unterstützen. Und so reisten Isabelle, Cosma, Sarah, Ebou, Ken, Michael und Timothy nach Sylt und berichtete an der Norddöfer Grundschule den 109 Inselkindern von ihre Arbeit für „Ewaka”. „Wir haben im Rahmen einer Ostafrika-Projektwoche auf Unterricht verzichtet und statt dessen verschiede Workshops mit afrikanischen Tänzen, Masken basteln, Chapati-Brot backen und Trommeln veranstaltet, die die jungen Leute geleitet haben”, berichtete Christel Glöckner. „Die freiwilligen Helfer, die gerade für ein Jahr in Afrika waren, sind alle unter 20 Jahre jung und leisten engagierte und liebevolle Arbeit, die man gar nicht hoch genug loben kann”.

Von Tänzer Michael lernten die Kinder original Choreografien aus Uganda.
Foto: Norddörfer Schule
Von Tänzer Michael lernten die Kinder original Choreografien aus Uganda.

Am Ende der Projektwoche stand die Präsentation, bei der die Eltern zu sehen bekamen, was ihre Kinder alles über die afrikanische Kultur gelernt hatten. Mithilfe des professionellen Tänzers Michael führten sie original Choreografien aus Uganda auf und trommelten mit Timothy afrikanische Rhythmen. Kurze Filme über „Ewaka” und das Kinderheim in Jinja gaben Einblicke in die mehr als bescheidenen Verhältnisse vor Ort und machten deutlich, dass hier noch viel Arbeit auf engagierte Menschen wartet. Daher rief die Schulleiterin auch zu Spenden für „Ewaka” und seine Helfer auf, die mit so viel Liebe und Freude den Sylter Kindern das ferne Afrika ein Stückchen näher gebracht haben. Der Erlös des Projektes – fast 2500 Euro – soll in einen PC-Raum im Kinderheim investiert werden, der den Jugendlichen eine Perspektive für die Zukunft geben soll. Zudem wird geplant, die kleine Farm des Kinderheims zu erweitern, die langfristig die Verpflegung der ehemaligen Strassenkinder sichern soll.


Weitere Infos zu „Ewaka”, zu Sach- und Geldspenden sowie Patenschaften unter www.ewakafoundation.com


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