Sylter Kommunalpolitik : Ärger um Archsumer Parkplätze

Der Glascontainer und das Wartehäuschen müssten an einem anderen Ort aufgestellt oder entfernt werden, um die Auffahrt zu verbreitern.
Der Glascontainer und das Wartehäuschen müssten an einem anderen Ort aufgestellt oder entfernt werden, um die Auffahrt zu verbreitern.

Kulturkreis-Vorsitzender Wolfgang Holst erbost über unfreundlichen Brief aus dem Rathaus.

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23. März 2020, 15:11 Uhr

Archsum | Der Pachtvertrag zwischen der Gemeinde Sylt und dem Archsumer Kulturkreis sorgte für Frustration in der jüngsten Archsumer Ortsbeiratssitzung. „Eigentlich hatte ich von der Verwaltung eine Entschuldigung erwartet“, ärgerte sich der Vorsitzende des Archsumer Kulturkreises, Wolfgang Holst, in der Einwohnerfragestunde.

Der Kulturkreis ist bereits seit Jahren Pächter des Grundstücks „Alte Schule“ in Archsum. Da das Kommunale Liegenschaftsmanagement Erbpachtbauten auf dem Nachbargrundstück plant, beschloss der Kulturkreis im vergangenen Jahr die Verschönerung der Parkplätze und Verbreiterung der Auffahrt, um diese auch für Besucher des Nachbargrundstücks nutzbar zu machen. „Dazu müssten der Glascontainer und das Wartehäuschen im vorderen Bereich der Auffahrt versetzt werden.“

Ganz so einfach gestaltete sich dies für den Kulturkreis jedoch nicht: „Die Gemeinde warf uns in einem Schreiben einen Verstoß gegen den Pachtvertrag vor.“ Das uns vorliegende Schreiben an den Kulturkreis besagt, dass Erdarbeiten und die Abtragung von Sträuchern nur mit schriftlicher Genehmigung ausgeführt werden dürften und die Fläche der Parkplätze nicht Gegenstand des Vertrages sei: „Die Erde wurde dort während einer früheren Baumaßnahme mit Genehmigung des damaligen Sylt-Oster Bürgermeisters Ingbert Liebing zwischengelagert“, erklärte Holst. „Der uns vorliegende Vertrag verfügt über Lagepläne, auf denen sieben Parkplätze verzeichnet sind. Diese liegen der Gemeinde jedoch nicht mehr vor.“

Um die Parkplatzarbeiten zu beginnen, hatte der Kulturkreis bereits im November vergangenen Jahres eine Grenzfeststellung durch einen Fachmann beauftragt, da ein Grenzstein nicht auffindbar gewesen sei: „Daher haben wir Buschwerk und Knöterich im Bereich der Parkplätze entfernen lassen.“ Doch dieser Stein tat sich laut Holst nicht unter dem Bewuchs auf, sondern unmittelbar vor der Terrasse des Nachbarhauses – der damalige Nachbar hatte überbaut. „Das ist unvorteilhaft, aber der heutige Besitzer zeigt sich sehr kooperativ“, erklärte Holst.

Die Arbeiten am Parkplatz sind heute bereits fast abgeschlossen: „Wir haben Rollsplit auftragen lassen und möchten noch einige Lampen anbringen“, erklärte Bürgerin Birgit Brüns. Der stellvertretende Vorsitzende des Kulturkreises, Peter Halacz betonte, dass der Kulturkreis etwas Positives für den Ort erreichen wolle: „Wir alle wollen den geplanten Wohnraum und wir möchten durch diese Baumaßnahmen das Projekt unterstützen und fördern.“ Dennoch habe der Kulturkreis zu voreilig gehandelt, meinte auch Jürgen Steensbeck, Vorsitzender des Archsumer Ortsbeirates: „Erst vor kurzem hatte ein gemeinsamer Termin mit dem Kulturkreis stattgefunden, um die Situation zu begutachten. Es hätte mit den Arbeiten bis nach der eindeutigen Klärung gewartet werden müssen.“

Obgleich der Kulturkreis-Vorsitzende das Thema gern weiter öffentlich diskutiert hätte, wurde die weitere Beratung über die Vertragsangelegenheiten auf Anraten Monika Kuhns, leitender Beamtin der Gemeinde Sylt, in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verlegt. Anschließend gab der Ortbeiratsvorsitzende Jürgen Steensbeck das für Kulturkreis-Vorsitzenden Holst frustrierende Ergebnis bekannt: „Der Grundstückseigentümer kann das überbaute Grundstück nicht erwerben, nicht pachten oder mieten. Er hat zurückzubauen.“

Jedoch hatte der Ortsbeirat sich für einen „weichen Rückbau“ entschieden: „Es soll ein neuer Wall auf der Grundstücksgrenze errichtet werden, dieser hat abfallend zum Gemeindegrundstück hergerichtet und bepflanzt zu werden. Die vom Kulturkreis erneuerten Parkplätze dürfen bestehen bleiben und werden so hergerichtet, dass Autos vernünftig parken können. Jedoch stimmen wir der Auffahrtsverbreiterung vorerst nicht zu. Somit bleiben der Glascontainer und das Wartehäuschen erhalten.“ Wenn die Erbpachthäuser errichtet seien, und sich herausstelle, dass eine Verbreiterung der Auffahrt nötig sei, könne man die entsprechenden Arbeiten gemeinsam planen.

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