Ärger über reservierte Parkplätze

Diese Schilder waren nicht Bestandteil der Vereinbarung.  Foto: Selmke
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Diese Schilder waren nicht Bestandteil der Vereinbarung. Foto: Selmke

In der Viktoriastraße sind öffentliche Stellplätze für einige Anwohner reserviert

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10. Juli 2013, 03:59 Uhr

Westerland | Seit dem Wochenende sind die ohnehin schon knappen Parkmöglichkeiten in der Westerländer Viktoriastraße stark eingeschränkt. Vier der öffentlichen Stellplätze am Straßenrand werden mit rot-weißen Absperrbaken begrenzt. "Reserviert Viktoriastraße 6, WE 6" heißt es auf dem Zettel, der an einer der Baken angebracht ist. Die anderen Parkplätze sind für drei weitere Wohnungen im Haus Nummer sechs, der neu gebauten Viktoria-Residenz, reserviert.

Einige Anwohner sind darüber sehr verärgert und fühlen sich benachteiligt. Klaus Selmke ist Mieter in der Viktoriastraße und berichtet von Kunden der anliegenden Geschäfte, die keine Stellplätze mehr finden, und Lieferanten der Supermärkte, die mit ihren großen Lkw kaum noch durch die jetzt noch schmalere Fahrbahn passen. "Als ich diese Absperrungen zum ersten Mal gesehen habe, konnte ich es erst gar nicht glauben", erzählt Selmke. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es rechtens ist, wenn ein privater Investor öffentlichen Straßenraum blockiert - gerade jetzt, in der Hochsaison."

Rechtens ist die neue Parkregelung in der Viktoriastraße durchaus - auch wenn die Gründe offenbar keinem der Anwohner mitgeteilt wurden. Wie Ordnungsamtsleiterin Gabriele Gotthardt erklärt, hängt die Sperrung der Parkplätze für die Bewohner der Hausnummer 6 mit den Bauarbeiten auf dem derzeit noch leeren Nachbargrundstück (Nummer 4) zusammen. Für die Unterbringung von Baufahrzeugen und Containern hat der Eigentümer der Viktoria-Residenz dem Nachbarn seine außen liegenden Parkflächen zur Verfügung gestellt. Zum Ausgleich hat er von der Gemeinde verlangt, Ausweich-Parkraum für die Bewohner des Hauses zu schaffen.

"Die andere Möglichkeit wäre gewesen, Baufahrzeuge und Container auf dem Gehweg und der Fahrbahn abzustellen. Dann hätten wir die Straße zur Hälfte sperren müssen und es hätte gar keine öffentlichen Parkflächen mehr gegeben", sagt Gotthardt. Letztlich sei es darum gegangen, zwischen öffentlichen und privaten Interessen so abzuwägen, dass die Öffentlichkeit möglichst wenig beeinträchtigt wird. "Schließlich können wir nicht verkehrstechnisch verhindern, dass der Grundstückseigentümer seine Baugenehmigung nutzt." Allerdings erhebt die Gemeinde eine sogenannte Sondernutzungsgebühr für die Nutzung der öffentlichen Parkflächen.

Und mit einem Punkt ist Gabriele Gotthardt überhaupt nicht zufrieden: "Die Reserviert-Schilder hatten wir nicht vereinbart." Der Ausdruck "reserviert" vermittele einen ganz falschen Eindruck. Deshalb will Gotthardt den Hauseigentümer auffordern, die Schilder zu entfernen. Die Faktenlage ändert sich dadurch aber nicht - die mit Baken versehenen Parkplätze bleiben den Bewohnern der Viktoria-Residenz vorbehalten.

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