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Sylter Jahresrückblick : Ängste, Ärger und Neu-Anfänge

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im ersten Teil des Jahresrückblicks greifen wir die Themen auf, die die Insel emotional bewegt haben. Und die, bei denen sich 2013 auf Sylt ganz schön viel verändert hat

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erstellt am 28.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Sorge um die Geburtenstation



Beim Thema Geburtenstation der Asklepios Nordseeklinik wechselten sich 2013 Hiobs- und Freudenbotschaften regelmäßig ab. Während die Geschäftsführung der Nordseeklinik wechselnde Gründe für das Ende der Geburtenstation zum Jahresende anbringt (Versicherungsproblematik, Qualitätsstandarts, rechtliche Grauzonen), werden von Politik, Hebammen und Ärzten Konzepte zur Rettung erstellt. Anfang Dezember gehen über 400 Sylter für „ihre“ Geburtenstation auf die Straße. Nachdem zuletzt über einen Hebammen-geführten Kreißsaal in den Räumen der Nordseeklinik diskutiert wurde, geben die Hebammen kurz vor Weihnachten bekannt, so nicht arbeiten zu wollen.

 

 

Lister Funkmast ist gebaut



Der Lister Funkmast gehörte zu einem der Dauerbrenner-Themen des Jahres 2013: Über eineinhalb Jahre wurde wegen ihm gestritten und diskutiert, seit Ende diesen Jahres steht er nun im I-Tal.

 

Flughafen: Die 5-Euro-Diskussion



Mitte Februar beschließt die Gemeindevertretung Sylt die Einführung einer Sonderabgabe von fünf Euro pro Passagier und Flug, um so das Defizit des Flughafens auszugleichen. Diese Entscheidung ist auf der Insel umstritten; Fluglinien drohen, wegen der Zusatzabgabe Linien nach Sylt zu streichen. Im Dezember wird die Entscheidung um die Abgabe auf März 2014 verschoben.

 

 

Kampen kämpft um Kindergarten



Kampens Eltern werden aktiv: Mit dem Ziel , den Kindergarten personell und finanziell unterstützen zu können, haben sich im April 16 Eltern und Freunde des Kindergartens zu einem Förderverein zusammengeschlossen. Denn die Zukunft der Einrichtung ist ungewiss: In Kampen herrscht akuter Kindermangel.

 

 

Die Angst um die Hörnumer Odde



Das Jahr 2013 war für viele Hörnumer und Hörnumer Zweitwohnungsbesitzer auch durch Sorge um die Odde geprägt. Im Inselsüden befürchtet man, durch die kontinuierlichen Sandverluste die Hörnumer Odde mittelfristig zu verlieren. Dass das Land Schleswig-Holstein das Strandgebiet nicht durch Sandaufspülungen schützt, stößt bei Anwohnern auf Unverständnis. Aus dem Umweltministerium heißt es dagegen, dass die reltaitv junge Odde als Brandungsküste nicht geschützt wird. Sollten bebaute Gebiete in Gefahr geraten, werde das Land eingreifen. Als Orkantief Xaver Anfang Dezember über die Insel fegt, verliert die Hörnumer Odde über 20 Meter.

 

 

Mit Beitz starb der letzte Kampianer



In seinem liebsten Urlaubsort wurde er als „echter Kampianer“ gewürdigt: Am 30. Juli verstarb der Thyssen–Krupp-Generalbevollmächtigte Berthold Beitz in seinem Ferienhaus in Kampen. Dem Inselort blieb er über 60 Jahre treu, unterstüzte die Freiwillige Feuerwehr, interessierte sich für die Kommunalpolitik. Ein anderes Sylter Steckenpferd des „letzten Großindustriellen“: Die Stiftung Musikleben, deren Sommerkonzerte in St. Severin Beitz regelmäßig besuchte.

 

 

Kommunalwahl auf Sylt



Nach der Kommunalwahl am 26. Mai behalten alle Inselorte ihre bisherigen Bürgermeister. In der Gemeinde Sylt löst Peter Schnittgard Dirk Ipsen als Amtsvorsteher ab, außerdem erhalten die Wählergemeinschaft Initiative Zukunft Sylt und die Piratenpartei Einzug in die Gemeindevertretung. Die ist groß wie nie: Statt bisher 28 gibt es im neuen Mammut-Parlament 36 Sitze.

 

 

Kirchen-Schiff: Arche Wattenmeer



Ein Gotteshaus wird neu genutzt: Im Juli wird die Ausstellung „Arche Wattenmeer“ der Schutzstation Wattenmeer in der ehemaligen katholischen Kirche in Hörnum eröffnet. Für knapp eine Millionen Euro entführt die vom Land geförderte Ausstellung auch kindgerecht in verschiedene Wasserwelten.

 

 

H.B. Jensen wird umgebaut



Nachdem das Traditionskaufhaus in der Westerländer Fußgängerzone rund ein Jahr lang umgebaut wurde, feiert H.B. Jensen Ende September Wiedereröffnung.

 

 

Berat will leben – Sylt hilft



Rund 1200 Sylter und Gäste lassen sich im Sommer in den Räumlichkeiten der Lebenshilfe in die Deutsche Knochemarkspenderdatei aufnehmen. Die große Typisierungsaktion wurde für den zweijährigen Berat Caliskan organisiert. Der Sylter Junge ist an einer seltenen und schweren Form von Leukämie erkrankt. Kurz nach der Sylter Typisierungsaktion wird ein Stammzellenspender für ihn gefunden, im Sommer erhält er die Spende in der Uniklinik Kiel. Über den Berg ist der kleine Junge allerdings frühestens Ende 2014 – so lange können noch Komplikationen eintreten.

 

 



Sylt und seine Asylbewerber



42 Asylbewerber aus aller Welt leben momentan auf der Insel. Nachdem eine Vermieterin in Keitum unter Druck gesetzt wurde, weil sie Asylbewerber in einem Haus unterbringen lässt, organisieren Sylter im Juni ein Solidaritäts-Fußballspiel. Im Jahr 2014 kann die Zahl der Asylbewerber auf Sylt auf 67 Menschen steigen, die Gemeinde sucht händeringend nach Wohnraum.

 

 

Gemeinde List vs. NCS



Am 30. Oktober landete der Konflikt vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig: Die Nordsee Campus Sylt Betreibergesellschaft (NCS), Eigentümer des ehemaligen Lister Kasernengeländes, wollte mit ihrer Klage gegen die Gemeinde List den Bau von über 300 Wohnungen erzwingen, nachdem die Pläne für ein Internat auf dem Gelände gescheitert waren. Das Verwaltungsgericht lehnte die Klage ab, die NCS legt Revision ein, über die Anfang 2014 entschieden werden soll. Was dann passiert, ist unklar.

 

 

„Pidder Lüng“, der Rettungskreuzer



Die Spendenaktion Reetdach gegen Reeperbahn der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) lässt Sylter und Hamburger um die Wette spenden – zugunsten des neuen Lister Seenotrettungskreuzers. Gut 1,4 Millionen Euro kommen so zusammen. Da die Insulaner mehr Spenden als die Hanseaten aufbringen, wird das Schiff am 14. Dezember auf den Namen „Pidder Lüng“ getauft.

 

 

Hans Jessels anderes Sylt



Neuer Blickwinkel: Mit seiner neuen Bilderserie „Urbane Landschaften“ zeigt der Sylter Fotograf die Insel anders, als man es von ihm gewohnt ist. Statt idyllischer Landschaft porträtiert Jessel in der Fotoserie, die 2013 in der Galerie Alte Post zu sehen war, die Eingriffe des Menschen in die Insel-Natur und sorgt damit für Diskussionen über die Zukunft der Insel.

 

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