Natur- und Denkmalschutz auf Sylt : Abrisse auf Fliegerhorst gehen weiter

Noch stehen die Hallen 28 (oben links) und 25 auf dem Fliegerhorstgelände. Kino und Halle 44 droht jedoch 2015 der Abriss.
Foto:
1 von 2
Noch stehen die Hallen 28 (oben links) und 25 auf dem Fliegerhorstgelände. Kino und Halle 44 droht jedoch 2015 der Abriss.

Zuständiges Umweltamt fordert eine halbe Million Euro im Nachtragshaushalt / Über Halle 28 soll in politischen Gremien entschieden werden

von
30. Januar 2015, 06:00 Uhr

Wie geht es in diesem Jahr mit den Abbrucharbeiten auf dem Fliegerhorstgelände weiter? Werden das englische Kino und vielleicht auch die als Standort für den Katastrophenschutz in Politik und Bevölkerung vieldiskutierte Halle 28 abgerissen? Mit diesen Fragen sowie der Renaturierung des gesamten Areals nördlich des Flughafens muss sich seit September vergangenen Jahres das neu dafür zuständige Amt für Umwelt, Landschaft und Küste (AfULK) der Gemeinde Sylt beschäftigen. Ein kleines Projektteam mit Amtsleiterin Ruth Weirup sowie ihren Mitarbeitern Peer Knuth und Gert Krause arbeitet in Sachen Fliegerhorst eng mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Planungsbüro, der Energieversorgung Sylt sowie weiteren Beteiligten zusammen.

Was wann genau abgerissen werden soll, sei schon in den nächsten Wochen Thema bei verschiedenen Terminen und Gremiensitzungen, sagt Umweltamtschefin Weirup. Zuerst müsse es jedoch ums Geld gehen: „Aus Einspargründen hat der Finanzausschuss der Gemeinde bereits vergangenen November den Ansatz für die Abrisskosten in 2015 auf null reduziert.“ Zwar sollten Restmittel übertragen werden, diese seien jedoch nach Vorlage der Schlussrechnung für die Abrisse 2014 gänzlich verbraucht. Um dieses Jahr weitermachen zu können, sei gut eine halbe Million Euro erforderlich. Falls die Haushaltsmittel über einen Nachtrag im Februar durch den Finanzausschuss bereitgestellt werden, könnte bereits im März als „dringende notwendige Sofortmaßnahme“ mit der Sicherung des Geländes begonnen werden. „Nach wie vor ist der Fliegerhorst nicht verkehrssicher“, sagt Weirup. „Es gibt dort schlecht gesicherte Schächte, Schäden in den Banketten und vieles mehr.“ Außerdem komme es immer wieder vor, dass Unbefugte sich auf dem Gelände aufhalten und Gartenabfälle, Bodenaushub oder sogar Sperrmüll entsorgen. Für neue Tore, Zäune und Wälle sollen 25  000 Euro eingesetzt werden.

400  000 Euro allerdings kostet die Fortsetzung der Abrisse zweier Gebäude, der „zur Beruhigung des Gebietes und zur Minimierung der Begehrlichkeiten verschiedenster Interessensgruppen“ unumgänglich sei, wie Weirup ausdrücklich betont. Für das ehemalige englische Kino habe ihr Amt einen erneuten Abrissantrag an die Untere Denkmalsschutzbehörde gestellt. „Das Gebäude ist in einem jammervollen Zustand“, so Ruth Weirup. „Seit sechs Jahren kann dort nicht mehr geheizt werden. Mauerwerk, Betonflächen und auch die Innenräume weisen deutliche Feuchtigkeits- und Frostschäden auf. Das Dach ist durch Stürme beschädigt, die Dachrinnen funktionieren nicht mehr.“ Außerdem komme es leider immer wieder zu Schäden durch Einbrüche und Vandalismus. Deshalb sei der Abriss des Kinos „unbedingt anzuraten“ – und solle aus Kostengründen idealerweise in einer Maßnahme mit der benachbarten Halle 44 erfolgen, die früher für Kfz-Reparaturen genutzt wurde. Mitte Februar gibt es einen Begehungstermin auf dem Fliegerhorst, um mit der Denkmalsschutzbehörde letzte offene Fragen zum Abriss des 1953 von der Royal Airforce errichteten Kino-Gebäudes zu besprechen. Falls alles geklärt werden könne, würden ab Mai die Abbrucharbeiten des englischen Kinos, der Halle 43 sowie angrenzender Wegeflächen in Angriff genommen.

Ein Abriss der Hallen 28 und 25 stehe dagegen für 2015 nicht auf der Agenda, erklärt Ruth Weirup. „Das ist zunächst eine Entscheidung der Politik. Und wenn die Hallen – für welche Zwecke auch immer – weiter genutzt werden sollen, müssten sie ja neu überplant werden.“ Wünschenswert wären dann allerdings neue Zufahrten, die nicht mehr durch das renaturierte Gelände, sondern zum Beispiel in südlicher Richtung entlang des Zaunes führen. Unter Umständen kommt mit Beginn des Kino-Abrisses im Mai auch wieder Bewegung in die Diskussion zur Nutzung der Halle 28 als zentrale Katastrophenschutzhalle der Insel Sylt. Denn der 4. Mai ist der erste Amtstag von Nikolas Häckel: Der neue Bürgermeister hatte sich im Wahlkampf für einen Abbruch der Halle 28 ausgesprochen und externe Lösungen, zum Beispiel im Schulzentrum, vorgeschlagen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen