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Sylter Rundschau

23. Oktober 2017 | 03:32 Uhr

Abrisse auf Fliegerhorst gehen weiter

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bis Ende 2015 werden kleinere Gebäude entfernt / Analyse der Bodenproben ist abgeschlossen: Nur mittlere bis geringe Belastungen festgestellt

von
erstellt am 09.Okt.2015 | 05:58 Uhr

Die Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Marinefliegerhorst gehen nach dem Abriss des Englischen Kinos Ende August (wir berichteten) wie vorgesehen weiter. Derzeit seien die Bagger an der Halle 44 im Einsatz, außerdem würden ein kleines Trafohäuschen, das Gebäude 65 sowie Zuwegungen entfernt, erklärte Ruth Weirup auf der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses der Gemeinde Sylt. „Alles läuft planmäßig, sowohl finanziell wie auch zeitlich“, sagte die Umweltamtsleiterin, „bis Ende 2015 sollte alles weg sein.“ Derzeit werden zum Schutz vor erneuten unbefugten Zutritten und illegalen Spermüllentsorgungen rings um das frühere Militärgelände weitere Zäune errichtet, noch im Oktober soll am Hauptzugang Richtung Golfklub außerdem ein Rolltor mit ständiger Nutzerkontrolle eingebaut werden.

Das nächste große Vorhaben ist dann der Abriss der zentralen Halle 25. Dazu habe es bereits Anfang Juli ein Treffen des Landesdenkmalrates auf Sylt gegeben, berichtete Ruth Weirup. Der Abrissantrag sei gegenwärtig beim Kreis in Bearbeitung, entscheiden darüber würde dann die untere Denkmalschutzbehörde. Allerdings in Abstimmung mit der oberen Denkmalschutzbehörde des Landes, Gespräche dazu seien noch im Laufe des Monats Oktobers anberaumt. Die Kosten für den Abriss der Halle 25 in Höhe von 250  000 Euro wurden über den Bauausschuss bereits beschlossen und sollen in den Haushalt für 2016 eingestellt werden.

Parallel zu den Abrissen läuft die Nachbearbeitung der abgelagerten Erd- und Schutthaufen mit Hilfe von Siebanlagen. Wegen der Vielzahl unterschiedlicher Materialien sei dies mit sehr hohem Aufwand verbunden, erklärte die Umweltamtschefin. Ebenso intensiv gestaltete sich die Untersuchung der Böden auf mögliche Schadstoffe: Insgesamt seien auf dem Fliegerhorstgelände 509 Bodenproben entnommen und 53 Analysen erstellt worden. Das Ergebnis sei zum Glück weniger schlimm als zunächst befürchtet, so Ruth Weirup. Nur zirka 600 Kubikmeter sind mittelbelastete so genannte Z2-Böden, die bis Ende des Jahres entfernt werden und deren weitere Verwendung sowohl dokumentiert als auch gemeldet werden muss. Ungefähr 5  100 Kubikmeter minderbelastete Z1-Böden sollen ebenfalls bis zum 31.12.2015 entfernt oder auf versiegelten Flächen vor den Hallen 25/28 zwischengelagert werden. Ihre spätere Verwendung ist nicht melde- oder dokumentationspflichtig.

Die Verursacher der illegalen Ablagerungen und auch der unerlaubten Entsorgung von Sperrmüll auf dem zur Renaturierung vorgesehenen Fliegerhorstareal allerdings werden wohl nie gefunden und zur Verantwortung gezogen können: Gemeindevertreter Hicham Lessiah fragte auf der Sitzung des Umweltausschusses auch nach dem Stand der gestellten Anzeige gegen Unbekannt. Die Ermittlungen der Polizei seien „wegen Unmöglichkeit“ eingestellt worden, musste Umweltamtsleiterin Weirup mitteilen.


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