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Abfallentsorgung auf Sylt : Ab Mai werden die Tonnen kontrolliert

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bio oder Restmüll? Wer nicht gewissenhaft trennt, muss damit rechnen, dass seine Abfallbehälter künftig nicht mehr geleert werden

von
erstellt am 10.Apr.2015 | 05:30 Uhr

„Achtung – Wo lassen Sie Ihre Bioabfälle?“ Mit dieser Frage werden in diesen Tagen tausende Einwohner auf der gesamten Insel konfrontiert, wenn sie zu ihren Mülltonnen gehen. Zirka 12  000 Infoflyer hängen die Mitarbeiter von Remondis überall dort an die Restmülltonnen, wo es keine gesonderten Abfallbehälter für Biomüll gibt. Mit der Aktion informiert die Abfallwirtschaftsgesellschaft Nordfriesland (AWNF) über die Pflicht zur getrennten Erfassung von Bioabfällen und auch über zukünftige Kontrollen.

Laut AWNF hat eine Analyse des nordfriesischen Restmülls ergeben, dass 35 Prozent der Abfälle, die in den grauen Tonnen landen, organische Bestandteile enthalten, die für die Biotonne oder den Komposthaufen geeignet wären. Im Kreis Nordfriesland würden derzeit je Einwohner und Jahr nur 25 Kilogramm organische Abfälle über die Biotonne erfasst – in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Dithmarschen sind es dagegen zwischen 100 und 140 25 Kilogramm. Deshalb wurden alle regionalen Entsorgungsunternehmen, auf Sylt also Remondis, beauftragt, ab Anfang Mai verstärkt Kontrollen der Restabfallbehälter auf Biomüll durchzuführen. Sollte darin Biomüll, der auch zur Eigenkompostierung geeignet ist, gefunden werden, gibt es einen Aufkleber auf die grauen Tonnen, dass diese Abfälle über den Restmüll unerlaubt entsorgt wurden. Und ganz wichtig: Restmülltonnen mit nicht dort hinein gehörenden Bioabfällen werden nicht geleert.

Die angekündigten Kontrollen und vor allem die ungeleerten Mülltonnen dürften nicht nur denjenigen privaten Hausbesitzern Probleme bereiten, die die Vorschriften zur Trennung von Bio- und Restmüll bisher ignoriert haben. Vor allem wird es ein großes Thema für die zahlreichen Eigentümer von Zweitwohnsitzen auf Sylt, die ihre Häuser oder Wohnungen über Agenturen an Feriengäste vermieten. „Auch wir haben die Infoflyer erhalten und gerade heute über diese Problematik gesprochen“, bestätigt Jennifer Daberkow, die Inhaberin der Appartementvermietung Maike Ossenbrüggen in Keitum. „Denn die meisten Objekte befinden sich ja nicht in unserem Besitz, sondern werden im Auftrag vermittelt.“ Für alle Fragen der sachgerechten Müllentsorgung seien die Eigentümer zuständig. Sie müssten sich jetzt darum kümmern, dass außer den Tonnen für Papier und Pappe, für Verpackungen sowie für Restmüll auch Biotonnen angeschafft und regelmäßig für deren Entleerung gezahlt wird. „Wir können die Gäste durch Aushänge in den Appartements nur auf die erweiterte Pflicht zur Mülltrennung hinweisen und hoffen natürlich, dass sie sich auch daran halten“, sagt Daberkow.

Für die großen Vermieter von Dauerwohnungen auf der Insel ist die Biomüll-Entsorgung dagegen kein neues Thema: In den Siedlungen von KLM und Gewoba stehen bereits seit Jahren entsprechende braune Tonnen, so die Unternehmen.

Biotonnen gibt es in Größen ab 40 Litern, wie die graue Tonne müssen die Eigentümer die Behältnisse kaufen: die Kosten betragen zirka 60 Euro bis 120 Liter Inhalt. Biotonnen können zur 14-tägig en oder monatlichen Leerung angemeldet werden, erläutert der Sylter Remondis-Chef Volker Tybussek. Die jährliche Benutzungsgebühr für die Entsorgung gängiger Größen kostet von 18 bis 108 Euro. Außerdem gibt es Biotonnen beispielsweise für Zweitwohnungsbesitzer auch nur für die Saison von April bis Oktober.

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