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Bauprojekte auf Sylt : Ab August wird der Lister Markt gebaut

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auch der nördlichste Ort Deutschlands bekommt eine neue Mitte: Auf dem Gelände der Fahrbereitschaft entstehen Geschäfte, Hotels und Wohnungen.

von
erstellt am 17.Mär.2015 | 05:57 Uhr

„Alles läuft auf vollen Touren. Im dritten Quartal des Jahres geht es endlich los“, sagt Bürgermeister Wolfgang Strenger zu den Bauplänen für den „Lister Markt“. Auf dem Gelände der ehemaligen Bundeswehr-Fahrbereitschaft neben der Tankstelle am Anfang der Hafenstraße soll bis Ende 2016 ein großes Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum mit zusätzlicher Wohn- und Hotelnutzung entstehen. Die letzten erforderlichen Beschlüsse dafür haben die Lister Gemeindevertreter am vergangenen Donnerstag einstimmig verabschiedet. Außerdem wurden auf der Sitzung die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, damit die Freiwillige Feuerwehr und auch der Bauhof der Gemeinde auf eine Teilfläche der so genannten Zollfenne nördlich der Tankstelle in Richtung der früheren Marineversorgungsschule umziehen können.

In der neuen Ortsmitte sollen Einzelhandelseinrichtungen mit einer Verkaufsfläche von insgesamt 2  000 Quadratmetern entstehen: Allein für den größeren Edeka-Markt sind davon 1  200 Quadratmeter in dem größeren Gebäude (siehe Grafik oben rechts) vorgesehen. In die anderen 600 Quadratmeter der Ladenpassage sollen einer oder mehrere Einzelhändler einziehen. Wer genau das sein wird, steht bisher allerdings ebenso wenig fest, wie die zukünftigen Mieter einer ergänzenden Verkaufsfläche von zusammen 400 Quadratmetern in dem kleineren Gebäude (in der Grafik links).

Zwar finden die Regelungen der Gestaltungssatzung der Gemeinde List auf dem Gelände keine Anwendung, es gelten jedoch bestimmte Einschränkungen: Glänzende Fassaden- und Dachdeckungsmaterialien wie glasierte Klinker und Dachziegel oder Metalloberflächen sind unzulässig. Auch Leuchtschilder und Werbung mit bewegtem oder laufendem Licht sind nicht erlaubt, Fahnenmaste dürfen eine Höhe von sechs Metern nicht überschreiten.

Für Axel Petersen, dem Pächter des alten und auch neuen Lister Edeka-Marktes, bieten sowohl die nahezu doppelt so große Verkaufsfläche des Supermarktes gegenüber bisher 685 Quadratmetern am jetzigen Standort als auch die „sehr deutlich“ größere Zahl an Pkw-Stellplätzen viele Vorteile, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Für die steigende Zahl der Touristen im Ort, aber auch für die wachsende Einwohnerzahl, wenn denn die ambitionierten Wohnungsbauprojekte der Gemeinde umgesetzt werden. „Wir werden unsere Sortimente umfassend erweitern und damit den gestiegenen Bedürfnissen unserer Kunden anpassen“, sagt Petersen. „Dazu gehört übrigens auch ein externer Bäcker im Markt.“

Außer Verkaufseinrichtungen sollen laut Angaben des Bauinvestors, der Entwicklungsgesellschaft Sylt, in dem zweiteiligen Gebäudekomplex auch Räumlichkeiten für gastronomische Betriebe, ein Hotel mit maximal 37 Doppel- oder Einzelzimmern, medizinische Praxen und Labore, Dienstleistungs- und Bürobetriebe sowie zirka 30 Personalwohnungen entstehen. Ergänzt wird alles durch WC-Anlagen, Lager- und Anlieferungsflächen sowie Pkw-Stellflächen. Letztere erachtet auch der Lister Bürgermeister als besonders wichtig: „Bisher haben wir zirka 460 Parkplätze am Hafen. Das reicht in der Saison, auch wegen der Ausflugsfahrten, nicht“, sagt Strenger. „Da können wir die zusätzlichen 225 Plätze auf dem Lister Markt sehr gut gebrauchen.“ Auch hoffe er, dass in dem neuen Einkaufs- und Dienstleistungszentrum nach der Schließung von Post und Sparkasse im Ort wieder Filialen entstehen, „in denen Menschen hinter dem Schalter und nicht nur Maschinen im Vorraum stehen – das wäre vor allem für unsere älteren Mitbürger ein guter Service.“

Besonders wichtig für die Gemeindeverwaltung und für die Sicherheit des Ortes ist jedoch die Nutzung der Flächen nordwestlich des Lister Marktes. Dort entstehen neue Anlagen und Einrichtungen für die Freiwillige Feuerwehr, einschließlich Schulungs- und Verwaltungsräumen, für die Rettungs- und technischen Hilfsdienste sowie für den Betrieb des gemeindlichen Bauhofs. Die Bauarbeiten dafür sollen zeitgleich mit der Errichtung der gewerblichen Gebäude des Lister Marktes beginnen.


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