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Sylter Hotels : A-Rosas exklusivstes Restaurant

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach einer Mitarbeiterumfrage hat Hoteldirektor Debus die Kantine des 5-Sterne-Hotels zum Mitarbeiter-Restaurant umbauen lassen.

Das Essen war ihnen zu schlecht, der Raum zu ungemütlich – bei einer Umfrage im Lister Fünf-Sterne-Hotel A-Rosa beschwerten sich viele der 160 Mitarbeiter über die Qualität der Kantine. „Das war ein ungemütlicher, weißer Raum, ohne jegliche Emotionen“, erzählt Sven Schottenheim, Leiter der Gastronomie im A-Rosa. „Die meisten waren sofort wieder weg, sobald sie ihr Essen aufgegessen hatten.“

Diese Zustände gehören nun der Vergangenheit an. Wer jetzt den schlauchförmigen Raum im rückwärtigen Bereich des Hotels betritt, den empfängt eine freundliche Atmosphäre. Denn als Reaktion auf die Mitarbeiter-Befragung hat die Zentrale der Hotelkette 12 000 Euro für eine Renovierung bereitgestellt. Die Kantine, die jetzt „Mitarbeiter-Restaurant“ genannt wird, weil Hoteldirektor Gordon A. Debus das Wort Kantine für abwertend hält, bekam ein komplett neues Gesicht.

Der Raum des nun exklusivsten Restaurants im Hotel – schließlich haben hier nur die Mitarbeiter Zutritt – ist ganz im skandinavischen Stil gehalten. Die Farben sind helle Beige-, Grau- und Weißtöne. Für die Wanddekorationen hat die Floristik-Abteilung nach Orkan „Xaver“ Treibholz am Weststrand gesammelt und es mit runden Glühbirnen an bunten Kabeln versehen. Dazu passen die Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die Mitarbeiter für einen Foto-Wettbewerb überall auf der Insel geschossen haben. Die alten Tische haben eine neue Lackierung in einem Farbton erhalten, den ein Laie als ein helles Grau bezeichnen würde, der Technische Leiter John-Steven Most spricht von „Flieder-Manhattan“.

Hier zeigt sich der Vorteil, den ein großes Hotel bei einem solchen Projekt hat: „Wir sind hier wie eine kleine Stadt“, erläutert Hoteldirektor Debus, „von der Logistik über die Floristik und die Haustechnik bis zur Gastronomie bringt hier jeder sein Fachwissen ein.“ Und so konnten nicht nur alle Aufgaben während der dreieinhalb Wochen andauernden Renovierung gleich von den Mitarbeitern des Hauses erledigt werden, sondern diese übernahmen in einem sechsköpfigen Kompetenz-Team auch gleich die Planung und Gestaltung.

Und das umfasste alles mögliche – von der Entscheidung, dass in Zukunft jeder Mitarbeiter seine eigene Kaffeetasse mit Namen bekommen sollte, bis hin zu der Aufstellung eines Speiseplans. Dafür durfte – und darf – jeder Mitarbeiter seine eigenen Vorschläge einbringen.

Heute gibt es Tafelspitz mit Kartoffeln und Gemüse. Küchen-Chef Christian Henke schmeckt es sichtlich gut – er holt sich gleich noch eine Portion. Der zuständige Koch Frank Witte bereitet nicht nur gute Hausmannskost zu, sondern erfüllt auch mal den Essenswunsch von Direktor Debus: Tacos zum Selberbauen.

Wer nun vermutet, dass die Mitarbeiter in einem Haus mit zwei Sterne-Restaurants besonders ausgefallene Kreationen erwarten, der hat weit gefehlt. „Wenn es Chicken-Wings oder Hamburger gibt, dann sind die Leute aus dem Zwei-Sterne-Restaurant ,La Mer’ ganz vorne dabei“, erzählt Gastronomie-Leiter Schottenheim. „Wenn man den ganzen Tag Speisen im oberen Segment zubereitet, dann ist man froh, auch einmal etwas ganz normales vorgesetzt zu bekommen.“ Essen gibt es im A-Rosa – dem Schichtdienst geschuldet – dreimal am Tag: Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Bedienen kann sich während der halben Stunde Essenspause jeder selber – und zwar an einem Buffet, das in der Mitte des Raumes aufgebaut ist.

Die Entscheidung für eine Renovierung des Mitarbeiter-Restaurants hat Debus vor allem getroffen, um eine größere Zufriedenheit unter den Mitarbeitern zu erreichen. „Es ist unglaublich schwer, auf Sylt gutes Personal zu bekommen“, erzählt er. „Weil wir nicht ständig Zeit investieren wollen, nach Leuten zu suchen, versuchen wir, diejenigen, die wir haben, länger zu halten.“ Zwar ist die Hotelbranche ohnehin eine, in der das Personal häufig wechselt, aber bleiben die Mitarbeiter andernorts normalerweise zwei bis drei Jahre an einem Ort, sind es auf Sylt oft nur eineinhalb. „Wir können an den regionalen Besonderheiten Sylts nichts ändern“, so Debus. „Für junge Leute wird hier im Winter nun mal nicht besonders viel geboten. Aber wir können dafür sorgen, dass unsere Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz zufriedener sind.“ Und dazu soll das Restaurant einen Beitrag leisten.

Jetzt fehlt nur noch zweierlei: Zum einen ein Name für das Restaurant, für den das Personal Vorschläge einreichen konnte. Und zum anderen eine gute Seele, die die Speisen ansprechend anrichtet, mal einen hausgemachten Salat vorbereitet und die jeder mit dem Mitarbeiter-Restaurant in Verbindung bringt.„Dafür braucht die Person keine besonderen Vorkenntnisse“, beschreibt Debus die freie Stelle. „Sie soll sich nur mit Lust und Leidenschaft einsetzen.“ Schließlich gehe es darum, dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen. Denn schon ein altes Sprichwort sage, dass gutes Essen Leib und Seele zusammenhält – und dann arbeite es sich natürlich auch besser.

 

 

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erstellt am 06.Feb.2014 | 15:29 Uhr

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