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„Logistische Meisterleistung“ : 955 Personen: Ganzes Gymnasium fährt in den Urlaub nach Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Von Herne nach Hörnum: Ein ganzes Gymnasium aus dem Ruhrgebiet macht derzeit Urlaub in sämtlichen Heimen im Inselsüden.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2017 | 18:06 Uhr

Zum 50. Jubiläum des Otto-Hahn-Gymnasium im nordrhein-westfälischen Herne wollte Schuldirektor Egon Steinkamp etwas Besonderes auf die Beine stellen – und kam auf die Idee, mit der gesamten Schule zu verreisen. Aber wohin? Denn wo können fast 1000 Personen in nächster Nähe zueinander wohnen? Auf der Suche nach einem geeigneten Ort kam Sylt ins Gespräch, genauer gesagt Hörnum. Das war vor weit über einem Jahr, denn eine Reise mit 955 Personen lässt sich nicht in ein paar Wochen planen. Ein großer Arbeitskreis wurde gebildet und die Idee nahm Formen an.

Nachdem sechs Lehrkräfte im vergangenen Jahr die Herbergen vor Ort für geeignet befanden, kam am Sonntagabend der 400 Meter lange Sonderzug aus dem Ruhrgebiet in Westerland an. „Das war schon eine logistische Meisterleistung“, sagt Schuldirektor Egon Steinkamp, „am Bahnhof in Herne waren mit den Eltern und Freunden einige Tausend Menschen – es lief aber zum Glück alles wie am Schnürchen“.

Dass die Schulfahrt mit dem Zug und nicht mit vielen Bussen stattfindet, war Lehrern und Eltern wichtig, um das Gemeinschaftsgefühl der Teilnehmer durch die An- und Abreise zu stärken. „Eine Busreise wäre einfach die Addition von mehreren Klassenfahrten gewesen, im Zug waren wir aber alle zusammen. So haben Große und Kleine gemeinsam gesungen, getanzt, gespielt und gelesen.“ Außerdem wollten die Lehrer, dass alle Schüler mitkommen – aus diesem Grund gab es einen Fördertopf, aus dem Familien unterstützt wurden, die sich die 145 Euro für die Fahrt nicht leisten konnten.

Schuldirektor Egon Steinkamp vor dem Fünf-Städte-Heim in Hörnum. Dort sind 530 Personen untergebracht.
Schuldirektor Egon Steinkamp vor dem Fünf-Städte-Heim in Hörnum. Dort sind 530 Personen untergebracht. Foto: Julia Nieß

Untergebracht sind die Schüler, 65 Lehrkräfte und die Mitarbeiter des Reiseveranstalters "Alpetour" noch bis Donnerstag in sämtlichen Heimen in Hörnum Nord, alleine im Fünf-Städte-Heim schlafen 530 Personen. Dass das ein ganz schönes Gewusel ist, liegt auf der Hand. „Mir klingeln abends ganz schön die Ohren“, sagt der Schuldirektor lachend. Aber für dieses Erlebnis sei es das wert. Denn für alle, sowohl für Lehrer als auch die Schüler, sei das ein Erlebnis, das sie nie vergessen werden. „Wir sind hier eine große entspannte Familie und den Schülern gefällt es super!“, freut sich der Schulleiter.

Um den Überblick zu behalten, würden die Lehrer und Betreuer untereinander aber permanent kommunizieren. „Wir sind immer erreichbar und haben eine Whatsapp-Gruppe, so dass alle immer wissen, was los ist, ob einer krank ist oder verloren.“

Auf dem Reise-Programm der Schule stehen – meist in Gruppen eingeteilt – unter anderem das Erlebniszentrum Naturgewalten, die Arche Wattenmeer und eine ganz besondere Fahrradtour. „Wir konnten leider nur insgesamt 220 Fahrräder leihen und mussten daher in Gruppen fahren“, sagt Bodo Saborowski, stellvertretender Schulleiter. So ging es– zur Verwunderung vieler Passanten – in Gruppen von 220 Personen mit dem Rad von Westerland über Keitum nach Kampen und wieder zurück.

Natürlich darf auf so einer Fahrt auch eine gemeinsame (!) Nachtwanderung nicht fehlen. „Dafür haben wir 1000 Knicklichter als Leuchtarmbänder organisiert. Dieser Anblick ist sicherlich etwas ganz Besonderes“, so Steinkamp.

Damit die Eltern immer auf dem Laufenden bleiben, können sie die ganze Reise im Internet verfolgen. Außerdem berichtete die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) über die Mega-Reise und wird täglich von der Insel mit einer aktuellen Pressemitteilung beliefert.

Zum Abschluss der außergewöhnlichen Reise gibt es ein großes Grillfest. „Hier sollen alle mit allen etwas unternehmen, feiern und sich kennenlernen“, sagt Egon Steinkamp. Und nicht nur die Schüler, sondern auch die Pädagogen: „Wir sind ein sehr junges Kollegium mit vielen neuen Lehrern, die diese Reise zusammengeschweißt hat und die sich nun stark mit der Schule identifizieren. Und das ist ein toller Nebeneffekt, der sicherlich auch anhält, wenn wir wieder Zuhause sind.“

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