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Strandbereisung auf Sylt : 9,33 Millionen Euro für die Westküste

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bei der Strandbereisung von Hörnum bis nach List zeigte sich, dass der Weststrand der Insel in einem guten Zustand ist. Im April beginnen trotzdem zahlreiche Sandvorspülungen

shz.de von
erstellt am 27.Mär.2015 | 05:35 Uhr

Die Frau mit dem großen und schick frisierten Pudel am Strandübergang in Rantum staunte nicht schlecht, als gestern Vormittag plötzlich neun Geländewagen über den Strand an ihr vorbei brausten. Wenn das Landesamt für Küstenschutz Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) zur jährlichen Strandbereisung von Hörnum bis nach List lädt, wird beim Fahrverbot auf dem Strand auch mal eine Ausnahme gemacht. Etwa 30 Vertreter aus den Inselgemeinden waren bei der Fahrt von Hörnum bis nach List dabei, deren Leitung Arfst Hinrichsen, Geophysiker beim LKN, übernahm.

Schon zu Beginn nahm Dr. Johannes Oelerich, Leiter des LKN, vorweg, dass die Strände der Westküste in diesen Jahr in einem wirklich guten Zustand seien und durch die zwei Orkane „Felix“ und „Elon“ im vergangenen Winter nicht stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Obwohl der Zustand der Westküste gut ist, soll 2015 mehr Geld für die Sandaufspülungen ausgegeben werden als noch im vergangenen Jahr: Knapp über neun Millionen Euro soll in die Aufspülungen fließen. „Es ist auch mal gut, nach einem ruhigen Winter nachzulegen und an manchen Stellen nachzubessern“, erläutert Dietmar Wienhold, Leiter der Abteilung Küstenschutz im Kieler Umweltministerium, „die Stürme zeigen uns, dass es manchmal klüger ist, etwas mehr vorzulegen als schließlich nachzubessern. “

Zu Beginn der Strandbereisung hielt die Autokarawane zunächst am Querwerk der Hörnum Odde. Die Mitarbeiter des LKN, aber auch der Hörnumer Bürgermeister Rolf Speth, zeigten sich zufrieden über den Zustand des Strandabschnitts. Auch wenn die Südspitze der Natur überlassen bleibt, sei die Ortslage Hörnums so sicher wie noch nie, so Hinrichsen, „und das ist die Priorität des Küstenschutzes.“ „Allerdings“, so ergänzt er, „wird es bei kommenden Stürmen an den Dünen hinter dem Querwerk immer wieder zu Abbrüchen kommen.“

Das kleine Sorgenkind von Hinrichsen ist das Roten Kliff in Kampen. Hier ist deutlich eine Küstenerosion durch das Meer zu sehen, das Wasser hat eine große Ausbuchtung, im Fachjargon Hohlkehle genannt, in das Kliff gespült (Foto). „Da das Strandniveau hier sehr niedrig liegt, sollten wir hier dringend Sand nachfüttern.“ 260  000 Kubikmeter sind eingeplant, um diesen und die umliegenden Bereiche aufzuspülen und zu schützen.

Auch in List muss laut Hinrichsen in diesem Jahr dringend Sand vorgespült werden. „Es sieht zwar nicht ganz so bedrohlich aus wie in Kampen, aber hier sind die Randdünen auf einer Länge von 2,2 Kilometern teilweise im Abbruch.

Einen Grund zur Sorge gebe es allerdings nicht und sein Fazit nach der Strandbereisung fällt durchweg positiv aus: „Selten hatten wir auf Sylt so schöne Strände wie in diesem Jahr. “

Für das Jahr 2015 sind Sandvorspülungen für 9,33 Millionen Euro in acht Aufspülbereichen an der Westküste Sylts geplant. Der Beginn der Aufspülungen ist für die zweite Aprilhälfte geplant, angefangen wird  in Westerland und in Kampen.

Wo wieviel Sand vorgespült wird:

1. Am Querwerk in Hörnum sollen 100000 Kubikmeter Sand vorgespült werden (154 Kubikmeter pro Meter)

2. Am Strandabschnitt „Bunker Hill“ sind 150000 Kubikmeter Sand eingeplant (120 Kubikmeter pro Meter)

3. In Rantum Süd ist  mit insgesamt  400000 Kubikmetern Sand die höchste Sandmenge geplant (243 Kubikmeter Sand pro Meter).

4. 350000 Kubikmeter Sand sind für den Abschnitt Rantum Nord geplant (243 Kubikmeter pro Meter)

5. In Westerland sollen 110000 Kubikmeter vorgespült werden (116 Kubikmeter pro Meter).

6. Kampen Süd kann mit einer Vorspülung von 120000 Kubikmetern rechnen (199 Kubikmeter pro Meter).

7. An der Sturmhaube in Kampen sollen 260000 Kubikmeter vorgespült werden (199 Kubikmeter pro Meter)

8. 250000 Kubikmeter  Sand sind für den Strand in List eingeplant (112 Kubikmeter pro Meter).

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