zur Navigation springen

Weltreise : 52 Inseln in 52 Wochen: Sylt als Etappe einer kuriosen Weltreise

vom

Mal einfach eine Zeit lang aussteigen, dem Alltag entrinnen und die weite Welt erkunden - der Kanadier Gil Theriault hat diesen Traum auf besondere Art und Weise verwirklicht: Im Laufe von 52 Wochen besucht er 52 Inseln. Nun landete er auch auf Sylt an.

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2008 | 09:14 Uhr

Sylt | Er tauchte im Licht der untergehenden Sonne in die Karibik ein, kostete Schlangensuppe in Hongkong und kraxelte auf die Uwe-Düne bei Kampen: Der Kanadier Gil Theriault begab sich im vergangenen Oktober auf eine Weltreise der besonderen Art. Binnen 52 Wochen galt es, 52 Inseln zu erkunden. Sylt ist nun eine der letzten Etappen - in einem Monat endet die globale Expedition. "Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem man erschöpft und froh ist, wieder nach Hause zu kommen."
Reiz des begrenzten Raumes

Es ist bereits vier Jahre her, dass Gil Theriault bei einem Sonnenuntergang am Strand seiner Heimatinsel Ildes de la Madelene das Projekt ersann. "Ich mag Inseln - sie bieten den Reiz des begrenzten Raumes, haben ganz andere Eigenheiten als das Festland und besitzen im Zeitalter des Klimawandels und dem Anstieg des Meeresspiegels eine besondere Sensibilität." Die Reiseroute wählte der Globetrotter intuitiv aus - "mir war nur wichtig, Inseln zu besuchen, die ich noch nicht kannte".

Mit zwei Kameras, einem Laptop, gesponserter Outdoor-Bekleidung und dem Nötigsten im Gepäck ging es im Flugzeug von Kontinent zu Kontinent und von dort aus mit lokalen Verkehrsmitteln auf die Inseln. Martinique, Tonga, Fidji, Palm Tree Island, Ibiza - die Route liest sich wie die schönsten Seiten eines Reisekatalogs. Und tatsächlich wurde Theriault nur selten enttäuscht: "Die chinesische Halbinsel Macao war die größte Ernüchterung - gepflastert mit hässlichen Neubauten, soll dort ein Klein-Las Vegas entstehen."
Gesamtkosten: 15.000 Euro

Ansonsten traf der 41-Jährige fast ausnahmslos auf schöne Plätze und freundliche Menschen - und hatte überall seine privaten Sightseeing-Führer.

Möglich macht dies ein internationales Netzwerk, dessen Mitglieder sich gegenseitig kostenfreie Unterkunft verschaffen. Nur so ließen sich die Gesamtkosten der einjährigen Reise auf überschaubare 15.000 Euro drücken.

Keine körperlichen Blessuren, keine unvorhergesehenen Zwischenfälle - die Reise verlief nahezu mustergültig und brachte dem Weltenbummler manch neue Erkenntnis. So weiß Gil Theriault jetzt, wie Sushi zubereitet wird, wie Känguru- und Walfleisch schmecken und dass man an der kambod schanischen Grenze trotz Visums immer etwas "Bakschisch" bereit halten sollte.
Theriault lernte auf Martinique eine Sylterin kennen

Dass es Theriault auch nach Sylt verschlagen hat, ist der Listerin Katja Thomsen zu verdanken. Sie lernte im Winterurlaub auf Martinique Einheimische kennen, die Gil Theriault beherbergt hatten, und stellte kurzerhand den Kontakt zu ihm her. Eine Woche lang streifte sie mit ihm nun quer über die Insel - gemeinsam wurde die Uwe-Düne erklommen, durchs Watt gewandert und im Strandbistro relaxt.

Sylt wird bei Gil Theriault nicht allein durch Katja Thomsens Gastfreundschaft in besonderer Erinnerung bleiben: "Die landschaftliche Ähnlichkeit mit meiner Heimatinsel ist frappierend - nur dass es bei uns deutlich kälter ist." Begeistert zeigte sich der Besucher auf Sylt vom wechselvollen Spiel des Lichts, das er in zahlreichen Aufnahmen einfing.
Nach der Rückkehr beginnt die richtige Arbeit

Und die werden nicht allein dem privaten Fotoalbum dienen: "Nach meiner Rückkehr beginnt die richtige Arbeit. Ich werde zwei Bücher über meine Reise verfassen. Zum einen über die Inseln, zum anderen ein Kochbuch mit jeweils einem Rezept von jeder Insel - für Sylt hat netterweise Rüdiger Meyer diesen Part übernommen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen