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Fallschirmspringen auf Sylt : 50 Sekunden Freiheit über den Wolken

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wagemutige können auf Sylt das Fallschirmspringen lernen. Ausbildungsziel ist ein kontrollierter freier Fall aus 4000 Metern Höhe.

Bis hinunter nach Dänemark und zu den anderen Nordseeinseln kann man bei gutem Wetter blicken – und das ohne störende Flugzeugfensterscheibe vor den Augen. Auf Sylt können sich höhensichere Menschen zum Fallschirmspringer ausbilden lassen. Sprungschule Seventhsky in Tinnum bietet vom 1. bis zum 16. August für zehn Personen eine Ausbildung zum Fallschirmspringer an.

„Fallschirmspringen ist ein Teamsport: Das ist den meisten gar nicht bekannt“, sagt Heike Almeling, Inhaberin von Seventhsky. Viele denken, dass die Springer sich einzeln mit hoher Geschwindigkeit aus dem Flugzeug stürzen und geradezu süchtig nach Adrenalin sind. „So ist es aber nicht“, erklärt Sprungbetriebsleiterin Almeling.

Um als Teamspringer zu starten, sei eine fundierte Ausbildung sowie eine Menge Sportsgeist nötig. Auch beim Fallschirmspringen werden – wie beim Fußball oder anderen Sportarten – Punkte erzielt, der Bessere gewinnt.

Der Inhalt der rund zweiwöchigen Ausbildung ist unterteilt in Theorie-und Praxiseinheiten. Über insgesamt zwei Tage erstreckt sich der theoretische Teil mit einer intensiven Theorie- und Praxiseinweisung. Die Ausbildung gliedert sich in sieben aufeinander abgestimmte Leistungsstufen (so genannte Levels), die im Idealfall in sieben Sprüngen absolviert werden. Gemeinsam mit zwei Lehrern finden die ersten drei Ausbildungssprünge statt – die Sprünge vier bis sieben werden von einem Lehrer mit Funk begleitet. Jeder Level baut dabei inhaltlich auf den vorhergehenden Sprung auf.

Innerhalb von rund zehn Tagen kann das Fallschirmspringen erlernt werden. Auf diese Grundausbildung folgen dann noch weitere Sprünge, um die Lizenz zu erreichen: 25 Sprünge müssen es insgesamt sein: „Wenn das Wetter mitspielt, kann man in zwei Wochen mit der Lizenz fertig sein – spätestens aber zum Ende der Saison im September“, sagt Heike Almeling.

Erfahrene Lehrer begleiten den Sprungschüler vom Absprung bis zur Schirmöffnung, damit er sich an den rund 50 Sekunden langen freien Fall gewöhnen kann. Auch bei der Schirmfahrt und Landung wird der Anfänger von den Profis per Funkkontakt unterstützt. Ganz alleine ohne Lehrer können die Schüler schon nach dem siebten Sprung den freien Fall genießen.

Preiswert ist der Spaß allerdings nicht: 1  690 Euro müssen zukünftige Fallschirmspringer für ihre Grundausbildung bezahlen. Inklusive Fallschirmsprung–Lizenz sind insgesamt rund 2  500 Euro fällig. Im Preis enthalten sind Ausbildungsunterlagen sowie die gesamte Sprungausrüstung, mit Schirm, Overall, Helm, Höhenmesser und Funkgerät. „Dafür ist man dann auch komplett professionell ausgebildet und darf überall auf der ganzen Welt fliegen“, so die Expertin. Sie selbst sei zum Beispiel gerade aus Neuseeland zurückgekehrt, eine „atemberaubende“ Zeit.

Eine gute und effiziente Sprungausbildung soll die Schüler möglichst schnell in die Lage versetzen, sich sicher alleine in den freien Fall begeben zu können. Der so genannte Assistierte Freifall (AFF) sei , laut Seventhsky, die weltweit anerkannteste Ausbildungsmethode für Fallschirmspringer. Nach dieser Methode wird auch am Sprungplatz auf Sylt ausgebildet. „Zu uns kommen die verschiedensten Menschen, nicht nur ein bestimmter Typ: Alle Berufs- und Altersgruppen sind dabei“, sagt Sprungschul-Inhaberin Almeling.

Das zu erreichende Ausbildungsziel, ein kontrollierter freier Fall aus 4  000 Metern Höhe, wird dabei nicht ans Ende des Lernprozesses, sondern gleich an den Anfang gestellt. Absprünge mit automatischer Auslösung wie bei der konventionellen Ausbildung (Static Line) und kurzen Freifallzeiten entfallen somit. Schneller lasse sich das Fallschirmspringen nicht erlernen, so der Veranstalter. Wie man die Angst vor dem ersten Absprung überwindet? „Da muss man einfach seinen ganzen Mut zusammennehmen und springen“, betont Organisatorin Almeling. „Am größten ist die Angst in der Vorbereitung. Aber wer erst einmal im Flugzeug sitzt, der springt dann auch.“


Nähere Informationen jedes Wochenende am Sprungplatz von Seventhsky, an der Halle 74 am Sylter Flughafen.

Eine Anmeldung ist vorher notwendig, weil ein ärztliches Attest Voraussetzung zur Teilnahme ist: Seventhsky – Fallschirmspringen auf Sylt, Heike Almeling, Telefon: 0173-2160121, E-Mail: info@seventhsky.de, Internet: www.seventhsky.de; Adresse: Flughafen Sylt , Halle 74, 25980 Sylt.


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erstellt am 22.Apr.2015 | 05:52 Uhr

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