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Sylter Rundschau

20. Oktober 2017 | 19:09 Uhr

400 Nikoläuse aus aller Welt

vom

Im Keitumer Hotel "Benen-Diken-Hof" steht nicht nur der morgige Tag ganz im Zeichen des Nikolaus: Noch bis Januar lockt eine Ausstellung mit 400 bärtigen Gesellen die Hotelgäste, aber auch externe Besucher zu einer kurzweiligen Besichtigung.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2008 | 02:58 Uhr

Keitum | Die Schar kleiner Gäste, die im Hotel "Benen-Diken-Hof" Quartier bezogen hat, kommt von weit her: Aus Schweden und Italien, aus Russland und den USA, sogar von Sri Lanka und den Philippinen sind sie angereist und haben die Herberge gleich in Besitz genommen: Man trifft sie im Restaurant und auf den Gängen, an der Rezeption und an der Bar, und die übrigen Gäste finden: das Rot steht ihnen gut.
In zwei Jahrzehnten zusammengetragen

Noch bis zum 6. Januar lockt eine außergewöhnliche Ausstellung auch externe Besucher in den "Benen-Diken-Hof", und am morgigen Nikolaustag stehen die kleinen Gestalten natürlich besonders im Blickpunkt: Etwa 400 Weihnachtsmänner zieren die Räumlichkeiten des Hotels. Zusammengetragen hat sie im Laufe von zwei Jahrzehnten Sara Johannsen, die Mutter des Hotelinhabers Claas-Erik Johannsen.

Der erste Funke sprang im dänischen Tondern über, doch glimmte es zunächst nur: "Jedes Jahr habe ich dort Weihnachtseinkäufe getätigt, und jedes Jahr blickte mich auf einem Tisch mit Sonderangeboten ein Nikolaus an. Irgendwann habe ich mich dann erbarmt", schmunzelt Sara Johannsen.
Elf Monate Schattendasein

Dem böhmischen Weihnachtsmann aus Glas folgten die nächsten Gesellen, Geschenke von Freunden und Verwandten stockten die Sammlung weiter auf, die inzwischen auf einige hundert Exemplare angewachsen ist: "Ob es 600, 800 oder 1000 sind - ich weiß es nicht."

Elf Monate des Jahres führen die bärtigen Burschen auf dem Dachboden sorgsam verpackt ein Schattendasein, bis endlich ihre Stunde schlägt und sie von Sara Johannsen für die eigene Hausdekoration verwendet oder aber für Ausstellungen in Banken, Hotels und Museen verliehen werden. Die Präsentation im "Benen-Diken-Hof" ist für die 67-Jährige eine besondere Freude. Von ihrem jetzigen Wohnort Friedrichstadt reiste sie mit dem Auto ("vollgepackt mit Nikoläusen bis unters Dach") nach Keitum, wo sie die Ausstellung gemeinsam mit Schwiegertochter Anja binnen eines kompletten Tages sorgfältig arrangierte.
Eine Nikoläusin als Quotenfrau

Ein Ketchupspender, ein Jojo, ein Parfümzerstäuber - es ist erstaunlich, was aus einem braven Nikolaus so alles werden kann. Die Exposition im "Benen-Diken-Hof" offenbart eine Vielzahl von Facetten, und besonders stolz ist Sara Johannsen auf die Raritäten: Ein von Indianern geschnitzter Santa Claus etwa, ein Bildnis auf einem Ei, eine Weihnachtsmann-Miniatur in einer Streichholzschachtel oder aber eine kleine Holzfigur aus der Zeit des Biedermeier.

An der Hotelbar sorgen derweil zu später Stunde lustige Spieluhren und ein Weihnachtsmann, der Twist tanzt, für Stimmung. Und zu noch späterer Stunde dürfen die Gäste auch mal einen Blick auf die kleine Sammlung erotischer Weihnachtsmann-Postkarten werfen. Gut, dass die einzige Nikoläusin in der Ausstellung (Sara Johannsen: "Meine Quotenfrau") davon nichts mitbekommt, denn sie muss draußen im Flur stehen.
Höchstens noch acht Nikoläuse im Jahr

Es ist im übrigen die letzte Weihnachtsmann-Ausstellung von Sara Johannsen. Denn obwohl sie sich zuletzt ein Limit setzte ("Ich kaufte höchstens noch acht Nikoläuse pro Jahr"), wird die Sammlung zu unübersichtlich, "zudem möchte ich mich neuen Dingen zuwenden". So entschloss sich die Sammlerin, ihren Fundus einer Stiftung in ihrem früheren Wohnort Zweibrücken zu überlassen, die die große Schar der kleinen Männer der Öffentlichkeit in Sonderausstellungen zeigen wird.

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