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Tierpark in Tinnum : 300 Sylter Tiere gehen in den Winterschlaf

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Tierpark in Tinnum schließt Ende Oktober für diese Saison seine Pforten. Grund genug, den 300 Tieren aus aller Welt noch einen Besuch abzustatten.

Es ist Mittagszeit im Tierpark, das ist offenkundig, denn viele Tiere sind gerade bei Tisch. Die Aras etwa lassen sich Salatblätter munden, die Kaninchen schälen Möhren, die Kängurus begnügen sich bescheiden mit Gras, während die Esel sich eine große Portion Heu gönnen und bald das halbe Essen im zottigen Fell hängt.

Während es auf der Insel ruhiger geworden ist, geht das Leben in der Oase inmitten der Tinnumer Wiesen in gewohntem Gang weiter. Allein die Natur ist etwas kraftlos geworden. Hier und da leuchten noch ein paar Blüten von Dahlien und Rosen, die Blätter der Stieleiche und der Rhododendren färben sich schon braun.

Die Tierwelt aber ist quicklebendig und noch einmal nutzen Sylter wie Gäste diese Tage zu einem letzten Besuch im Tinnumer Tierpark, der Ende Oktober seine Pforten bis zum kommenden Jahr schließt. „Wir sind zufrieden mit dieser Saison. Nur an den Regentagen war es natürlich spürbar ruhiger“, bilanziert Seniorchefin Martha Christiansen.
Gleich am Eingang begrüßt sie die Besucher an der Kasse, im Rücken die wichtigsten Utensilien: Zwiebacktüten, die beim Kommen gern zum Füttern der Tiere gekauft werden, und Pfauenfedern, die beim Gehen gern als Souvenirs erworben werden. So etwa zwei Stunden halten sich die Besucher im Durchschnitt auf, schätzt Martha Christiansen. Vor allem bei Familien steht das Refugium hoch im Kurs, aber auch Paare ohne Kinder und Senioren spazieren gerne durch den Park, den Sohn Hauke und Tochter Sabine hegen und pflegen.
Mehrere Neuzugänge bereicherten in diesem Jahr den seit 1971 existenten Tierpark: Die drei Bennett-Kängurus, deren Ahnen aus Tasmanien stammen, haben sich ebenso gut eingelebt wie die Minipigs – kleinwüchsige Hausschweine –, die grunzend die Streicheleinheiten ihres borstigen Fells quittieren. Und natürlich gab es auch in diesem Jahr wieder einigen Nachwuchs, der die Besucher verzückte – etwa bei den Alpakas, dem Damwild oder den Ziegen.

Insgesamt lebt eine große Familie von mehr als 300 Tieren aus aller Welt auf einer Fläche von 30    000 Quadratmetern friedlich beisammen, ein vielfältiger Bewuchs von Blumen und Bäumen rahmt das kleine Paradies ein, das zudem mit einem Spielplatz sowie zwei Teichen mit Tretbooten aufwarten kann.

Die Pflege der Flora und Fauna ist für Familie Christiansen eine zeitintensive Angelegenheit – während der Saison haben die Arbeitstage oft zwölf Stunden und Ruhetage gibt es nicht. Auch wenn in Kürze die letzten Besucher des Jahres den Park verlassen, gibt es nochmal viel zu tun: Eine Reihe Vögel etwa wird in Wintergärten umquartiert, Esel und Ziegen beziehen im Stall ihr Winterdomizil, Blumen schöpfen in Treibhäusern neue Kraft.

Für Marthas Christiansen indes ist es inzwischen die Macht der Gewohnheit: „Das Leben mit den Tieren ist für uns längst so selbstverständlich wie für andere das Halten eines Hundes“, schmunzelt die Seniorenchefin und reicht einem Kind eine Tüte Zwieback durch das geöffnete Schiebefenster.












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