Robert Habeck auf der Insel : 26 Millionen für Sylts Strände

An den Hörnumer Tetrapoden erklärte Dr. Johannes Oelerich (re.), Leiter des LKN, Umweltminister Robert Habeck, wo Sand in den Vorstrand gespült werden soll.
An den Hörnumer Tetrapoden erklärte Dr. Johannes Oelerich (re.), Leiter des LKN, Umweltminister Robert Habeck, wo Sand in den Vorstrand gespült werden soll.

Bei der Strandbereisung wurden die Strandabschnitte zwischen Hörnum und List genau unter die Lupe genommen.

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28. März 2017, 04:05 Uhr

Begleitet von Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), den Bürgermeistern Ronald Benck aus List, Stefanie Böhm aus Kampen und Rolf Speth aus Hörnum, Vertretern der Inselgemeinden, des Landschaftszweckverbandes sowie interessierten Journalisten veranstalteten die Küstenschutz-Experten des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) gestern die jährliche Strandbereisung. Auf ihr wird nach den Wintermonaten in Augenschein genommen, welche Strände durch Sturmfluten gelitten haben und wo auf der Insel neuer Sand aufgespült werden muss. So düste ein Tross von elf Geländewagen den Sylter Weststrand entlang – zur leichten Irritation vieler Spaziergänger, die nicht selten ihre Kameras zückten, als die SUVs plötzlich aus dem Nebel auftauchten.

Mit Sandvorspülungen für rund 26 Millionen Euro will das Land in den kommenden vier Jahren die Küsten von Sylt sichern. Damit sollen jährlich bis zu 1,2 Millionen Kubikmeter Sand vorgespült werden. Der entsprechende Auftrag sei jetzt erteilt worden, berichtete Umweltminister Robert Habeck während der Strandbereisung.

„Sylt spielt eine herausragende Rolle für den Küstenschutz in Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit den Halligen und Deichen sichert es auch das Festland vor Schäden durch Sturmfluten“. Besonders vor Sylt treffen die Wellen mit großer Kraft auf die Küste. „Die flexiblen Sandvorspülungen haben sich bislang als der effektivste Schutz für die Sylter Westküste erwiesen“, sagte Minister Habeck.

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Aufgrund der sehr guten Erfahrungen mit einer mehrjährigen Vergabe hat sich das Land auch dieses Jahr dafür entschieden. Der Auftrag hat nunmehr eine Laufzeit bis 2020. Der Vorteil: Gegenüber einer jährlichen Ausschreibung kann früher mit den erforderlichen Arbeiten begonnen und flexibler auf die Veränderungen durch Sturmfluten des Winters reagiert werden. Auftragnehmer ist die dänische Firma Rohde Nielsen, die bereits in den vergangenen vierzehn Jahren erfolgreich auf Sylt tätig war.

In dem Auftrag sind über den Bedarf der Insel Sylt hinaus 800  000 Kubikmeter Sand vorgesehen, die in den kommenden Jahren für die Deichverstärkung Dunsum/Utersum und eine geplante Sandvorspülung vor Utersum auf Föhr aus dem Vortrapptief – also dem Priel, der zwischen den Inseln Amrum und Sylt beginnt – entnommen werden sollen. Der Sand wird in den Vorstrand vor Hörnum eingespült und mit der Zeit und der Strömung schließlich südlich ins Vortrapptief verlagert, wo es dann ohne Beeinträchtigung des Sedimenthaushalts des Wattenmeeres für die Deichverstärkung und die Sandvorspülung auf Föhr genutzt werden kann. Aufgrund des über die vergangenen Jahrzehnte in den Vordünen entstandenen Sanddepots blieb die Inselsubstanz von Schäden verschont. Um dies auch weiterhin gewährleisten zu können, müssen die im Strandbereich eingetretenen Erosionen wieder aufgefüllt werden.

„Zwar ist die Sturmflutsaison des Jahres noch nicht gänzlich abgeklungen, doch können wir heute schon gemeinsam mit dem Landschaftszweckverband Sylt und den Vertreterinnen und Vertretern der Inselgemeinden sowie dem LKN Ort und Menge der jeweiligen Sandaufspülung in diesem Jahr festlegen“, sagte Habeck. Demnach sollen alles in allem 1,7 Millionen Kubikmeter Sand vorgespült werden, 400 000 davon sind als Vorrat für Föhr geplant. Die Vorspülungen sichern die Ortslagen von List, Westerland, Hörnum und Kampen.

Dabei ist vor Kampen und Westerland auch wieder eine Riffaufspülung als Ergänzung zu den Strandauffüllungen vorgesehen (siehe Infokasten). „In Kampen müssen wir in diesem Jahr erstmalig allerdings keine Vorspülung direkt am Strand machen“, erklärte Dr. Johannes Oelerich, Leiter des LKN, „der Strand sieht dort sehr gut aus und wir werden nur den Vorstrand auffüllen.“ Die Arbeiten sollen voraussichtlich ab Anfang Mai beginnen.

„Küstenschutz ist und bleibt insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels eine wichtige Aufgabe des Landes“, sagte Habeck. Die Kosten werden überwiegend von Bund und Land aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes getragen. Zusätzlich beteiligt sich auch die Europäische Union mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für die Entwicklung der ländlichen Räume (ELER) an den Kosten.






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