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Dauerwohnraum auf Sylt : 250 neue Wohnungen für Insulaner

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das Wohnungsbauprojekt "Auf Sylt Zuhause" für mehr Dauerwohnraum startete mit einer Ideenwerkstatt.

Partizipation ist das Zauberwort, mit dem Bürgermeister Nikolas Häckel und seine Ortsentwickler das neue Bauvorhaben der Gemeinde Sylt überschreiben, denn die zukünftigen Bewohner sollen hier das Wort haben.

Gemeinsam mit dem Kommunalen Liegenschafts Management (KLM) hat es sich der Wohnungsbauauschuss der Gemeinde Sylt zur Aufgabe gemacht, ein neues Wohnquartier für Sylter in Angriff zu nehmen, das mit Hilfe der Bürger und zukünftigen Bewohner entstehen soll. Gebaut werden soll es auf dem ehemaligen StoV-Gelände und dem Areal der Hugo-Köcke-Siedlung, sprich auf einem gemeindeeigenen, vier Hektar großen Grundstück zwischen Bahnweg, Keitumer Landstraße, Wenningstedter Weg und Friesischer Straße. Hier sollen in Zukunft 250 Mietwohnungen zur Dauernutzung entstehen, die man jetzt unter dem Titel „Auf Sylt gut Zuhause” gemeinsam planen will. Um dafür Platz zu schaffen, müssen zunächst die vorhandenen Verwaltungsgebäude sowie die als marode geltende Hugo-Köcke-Siedlung nach einem Stufenplan zurückgebaut werden. Der erste Schritt wird also aus dem Abriss und dem Neubau erster Häuser auf dem StoV-Gelände bestehen, damit dann die 130 Mieteinheiten aus dem Hugo-Köcke-Weg schrittweise umziehen können.

Die Organisatoren des Abends: KLM-Leiter Markus Kopplin, Bürgermeister Nikolas Häkel und IPG-Geschäftsführerin Sonja Hörster mit ihrem Planungsteam (v.l.n.r.).
Die Organisatoren des Abends: KLM-Leiter Markus Kopplin, Bürgermeister Nikolas Häkel und IPG-Geschäftsführerin Sonja Hörster mit ihrem Planungsteam (v.l.n.r.). Foto: Fleischmann

„Mit dem Neubau könnte in zwei Jahren begonnen werden”, schätz Bürgermeister Häckel vorsichtig. „Bis das Gesamtprojekt dann fertig gestellt sein wird, vergehen allerdings noch viele Jahre. Trotzdem sind alle Bürger bereits jetzt ausdrücklich dazu eingeladen, von Anfang an dabei zu sein und ihre Ideen und Anregungen in dieser frühen Planungsphase des Projektes einfließen zu lassen”, so Häckel am Freitagabend im Forum des Westerländer Schulzentrums, wo das erste Treffen der Interessierten statt fand.

Um dieses Areal in Zukunft zu einem lebendigen Wohnviertel zu machen, das die Wünsche der Bewohner erfüllt, wurde das Institut für Partizipatives Gestalten (IPG) ins Boot geholt. IPG-Geschäftsführerin Sonja Hörster und ihr interdisziplinär arbeitendes Team präsentierten beim ersten Treffen die Rahmenbedingungen, die der Planung nur wenig Grenzen setzten und somit viel Spielraum für kreative Lösungen lassen. „Das einzige, was wir nicht ändern können ist die Tatsache, dass wir vom Bahnweg aus nur eine Zufahrt zum zukünftigen Wohnpark einrichten können. Alles andere können wir jetzt gemeinsam planen.”

Zur gemeinschaftlichen Entscheidung offen stand zum Beispiel die Frage, welches Wohnkonzept eigentlich bevorzugt und benötigt wird. Ob man Mehrfamilienhäuser oder Reihenhäuser bauen soll, ob es einen Mix aus verschiedenen Baustielen oder eine einheitliche Gestaltung geben soll, wieviel Freifläche gewünscht wird, ob man ein autofreies Viertel wünscht und ob man mit regenerativen Energien arbeiten wolle. Welche Dachformen kommen in Frage, soll es private oder gemeinschaftliche Grünflächen geben und wie dicht soll eigentlich bebaut werden, damit die maximale Wohnungsmenge nicht der erwünschten Wohnqualität im Wege steht?

Im Luftbild: Das StoV-Areal und die Wohnsiedlung Nord zwischen dem Bahnweg (links) und der Friesischen Straße (rechts). Die 130 baufälligen Wohnungen in zehn Blöcken sollen abgerissen werden.
Im Luftbild: Das StoV-Areal und die Wohnsiedlung Nord zwischen dem Bahnweg (links) und der Friesischen Straße (rechts). Die 130 baufälligen Wohnungen in zehn Blöcken sollen abgerissen werden. Foto: sr

Mit all diesen Fragen setzten sich die Teilnehmer des ersten Werkstatt-Treffens am Freitag und Sonnabend in Gruppenarbeit auseinander. „Ihre Ideen und Anregungen nehmen wir mit nach Hause und erstellen daraus unser erstes Konzept, mit dem wir dann in die Planung des Wohnprojektes einsteigen können”, erklärte Sonja Hörster. Und dieses erste Konzept mit den gemeinschaftlichen Plaungsideen wird beim nächsten Treffen präsentiert, das vom 29. August bis zum 2. September wieder im Schulzentrum statt finden wird. „Auch zu diesen Terminen sind alle Bürger herzlich eingeladen und ausdrücklich zur Partizipation aufgefordert”, betonte der Bürgermeister, denn „auch in dieser Phase der Planung können Wünsche und Ideen noch eingearbeitet werden. Wer jetzt nicht mitmacht, darf sich später nicht beschweren”.

 

 

Gläsernes Planungsbüro: Vorstellung der Ideen am 29.8. von 17-19 Uhr. Gemeinsame Planung am 30.8. und 1.9. jeweils von 17 -19 Uhr und Vorstellung der Ergebnisse am 2.9. von 10 -12 Uhr. Die Finale Präsentation findet am 9. November statt. Infos unter www.auf-sylt-gut-zuhause.de.

 


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erstellt am 10.Jul.2017 | 05:48 Uhr

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