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Arbeitskreis Sylt-2030 : 2,5 Millionen für das Insel-Marketing

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Aktionskreis „Sylt – 2030“ fordert insulare Konzepte und politische Unterstützung für eine gemeinsame Tourismusstrategie

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2015 | 05:20 Uhr

„Noch geht es uns gut“, betont Dirk Erdmann, „aber die Zeiten ändern sich und deshalb müssen wir uns ändern, in dem wir neue Wege gehen“. Der Kampener Hotelier ist mit seiner rechtzeitigen Skepsis in guter Gesellschaft. Carin König vom Sylt Tourismusverband oder Unternehmer wie Karl-Max Hellner und Sven Paulsen, Claas-Erik Johannsen von der Fachgruppe Hotel der Dehoga Sylt sowie ein Dutzend anderer Vertreter aus Hotellerie und Wirtschaft haben sich zu einem Aktionskreis zusammen gefunden, der mit einem Brief an die Gemeindevertreter der Insel Sylt sich ziemlich deutlich zu Wort meldet.

Es ist kein Brandbrief, aber einer, der in sechs Punkten deutlich macht will, dass es jetzt gilt, sich „für die Zukunft zu rüsten und eine Basis für eine erfolgreiche Destination Sylt – auch im Jahr 2030 – zu legen“. Dabei können sich die Verfasser des Schreibens auf aktuelle Erhebungen berufen, die klar zeigen, wie sich Verhalten und Ansprüche von Feriengästen dramatisch gewandelt haben und weiter wandeln werden. Der deutliche Trend zu spontanen Kurzurlauben ist dabei nur einer, aber sicher einer mit spürbaren Auswirkungen für Appartementvermieter und Hoteliers, führt er doch auch zu rückläufigen Übernachtungszahlen. „Deshalb brauchen wir neue Quellmärkte im Ausland und Stärkung des Marketings im Inland bei unseren Stammgebieten“, wird in dem Schreiben gefordert.

Marketing ist für Dirk Erdmann und seine Mitstreiter ein zentraler Punkt, um „Sylt – 2030“ zu sichern. In dem Zusammenhang wird zum einen kritisiert, dass „die finanziellen Mittel für ‚freies‘ Marketing“ der Sylt Marketing GmbH (SMG) mit „unter 100  000 Euro viel zu wenig sind, um Sylt nachhaltig, innovativ und zukunftsweisend zu präsentieren“. Zum anderen aber auch, dass es „derzeit keine Übersicht gibt, welche Mittel wo verwandt werden“. Der Arbeitskreis fordert deshalb Transparenz was die Verteilung der Mittel betrifft und für ein effektives Inselmarketing jährlich 2,5 Millionen Euro, um die SMG in Punkto Marketing schlagkräftig werden zu lassen. Denn gerade Hoteliers und Unternehmer wissen, dass Marketing nicht zum Nulltarif zu haben ist und zudem die Mitbewerber (wie Kreuzfahrtanbieter oder andere Top-Destinationen) massiv in Marketingkampagnen investieren, um Gäste zu gewinnen.

Wichtig ist dem Aktionskreis „Sylt – 2030“ dabei, dass die Maßnahmen als insulare zu verstehen sind. „Es geht in erster Linie um die Marke Sylt“, betont Carin König. „Wir müssen aufhören, aus dem Kleinen zu denken, wir müssen das Ganze sehen – und das ist die Insel“.

Tourismus ist die „Leitökonomie der Insel“, zitieren die Verfasser des Briefs an alle Gemeindevertreter den neuen Bürgermeister der Gemeinde Sylt, Nikolas Häckel. In ihrem Brief fordern sie abschließend die „sofortige Entwicklung einer Tourismusstrategie für die gesamte Insel unter der Beteiligung aller relevanten Gruppen und Leistungsträger“.

Dirk Erdmann will den Aufruf als ersten, aber sehr ernst zu nehmenden Denkansatz verstanden wissen, der als Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Marke Sylt, ihrem Image und ihrer Wirtschaftskraft dienen soll. Der Brief endet deshalb mit der „dringenden Bitte an die politisch Verantwortlichen dieser Insel, sich der Punkte anzunehmen, damit wir auch im Jahr 2030 eine herausragende Rolle im Tourismus Deutschland darstellen“.

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