16 Hektar für den Sylter Naturschutz

 
 

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume hat der NSG Trockenrasen- und Heideflächen zur Betreuung übertragen

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04. Februar 2012, 09:13 Uhr

Braderup | Schneebedeckte Heide soweit das Auge reicht: Werner Mansen, Geschäftsführer der Naturschutzgemeinschaft Sylt (NSG) läuft erstmals entlang des insgesamt 16 Hektar großen Gebietes, welches die NSG vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein (LLUR) übertragen bekommen hat.

Dr. Roland Klockenhoff, Vorsitzender der NSG und Dr. Thomas Holzhüter vom LLUR unterzeichneten Ende Januar den entsprechenden Vertrag. "Die Flächen grenzen Richtung Norden vor der Kupferkanne an die Braderuper Heide, genauso wie im Westen nördlich von Üp di Hiir vom oberen Heideweg aus gesehen rüber Richtung Braderuper Weg." Der Betreuungsvertrag läuft zunächst über drei Jahre und wird laut Mansen wohl stillschweigend verlängert werden. "Für uns bedeutet die Gebietserweiterung keinen großen Mehraufwand, zumal die 16 Hektar direkt neben dem Naturschutzgebiet liegen in dem wir ohnehin regelmäßige Kontrollgänge durchführen."

Warum die Naturschutzgemeinschaft die Trockenrasen- und Heideflächen jetzt zusätzlich betreuen soll, liegt an der Natura 2000-Richtlinie. Das europaweite Schutzgebietsnetz umfasst neben Vogelschutzgebieten auch die Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH), zu denen die 16 Hektar in Braderup und Kampen gehören. Im Rahmen von Natura 2000 überträgt das LLUR seit 2009 die Betreuung der insgesamt 46 EG-Vogelschutzgebiete und 271 FFH-Gebiete in Schleswig-Holstein an Vereine und Organisationen vor Ort.

Zu den Aufgaben, die die NSG jetzt übernimmt, gehört es, die Entwicklungen im Schutzgebiet zu dokumentieren, den Naturschutzbehörden notwendige Maßnahmen vorzuschlagen und diese gegebenenfalls auch auszuführen. "Dabei geht es hauptsächlich um die Kontrolle der Tier- und Pflanzenbestände und sobald wir Entwicklungen in die ein oder andere Richtung beobachten, werden wir tätig."

Dem Heidespaziergänger werden keine Veränderungen im Gebiet auffallen verspricht Mansen. "Wir wollen keinen Schilderwald produzieren, nur wenn alte Schilder ausgetauscht werden, stehen dann vielleicht die neuen Flächen auch mit drauf." Der Trockenrasen, als Vorstufe zum Heidebewuchs wird aber künftig stärker Thema in den Führungen sein, die Mansen und sein Team, aktuell bestehend aus einem Bundesfreiwilligendienstler und drei jungen Erwachsenen im Freiwilligen Ökologischen Jahr, im Sommerhalbjahr regelmäßig im rund 153 Hektar-Gebiet anbieten.

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