Jubiläum auf Sylt : 125 Jahre Strom für die Insel

Auf dem EVS-Firmengelände zwischen Bahnweg und Friesischer Straße wird morgen viel geboten.
Auf dem EVS-Firmengelände zwischen Bahnweg und Friesischer Straße wird morgen viel geboten.

Die Energieversorgung Sylt entstand 1985 aus einem Zusammenschluss der Stadtwerke Westerland mit der Thüringer Gasgesellschaft.

shz.de von
15. Juni 2018, 06:00 Uhr

Es werde Licht: Im Jahre 1893 nahm die Geschichte der Stromversorgung auf Sylt ihren Anfang – in Gestalt eines kleinen Elektrizitätswerkes in Westerland. In diesem erzeugte eine von zwei Heizkesseln befeuerte Dampfmaschine den Strom, der über Freileitungen an eine begrenzte Zahl von Abnehmern verteilt wurde.

Doch mit der Abreise der letzten Badegäste zum Ende des Sommers 1893 standen die Westerländer wieder im Dunkeln: Aus Kostengründen wurde der Strom abgeschaltet, man musste sich mit Kerzenlicht und Petroleumlampen begnügen. Immer mehr Westerländer Haushalte wollten von dem neuen Angebot profitieren, so dass 1898 zwei weitere Dampfmaschinen angeschafft wurden. Doch auch diese stillten den Bedarf nicht und so wurde 1902 ein größeres Werk gebaut, um ganz Westerland ganzjährig mit Strom zu versorgen. Ab 1926 wurden dann auch die anderen Sylter Ortschaften durch Hochspannungsleitungen an das E-Werk angeschlossen.

Heute erstreckt sich das Stromleitungsnetz über gut 1000 Kilometer. Für die Energieversorgung Sylt (EVS) gilt es, aufgrund der großen Zahl von Urlaubern immense Mengen bereitzustellen: Pro Jahr werden auf Sylt rund 150 Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht.

Ab 1973 belieferten die Stadtwerke Westerland die damalige Gemeinde Sylt-Ost, ab 1999 Hörnum und ab 2004 auch List mit Leitungswasser; Wenningstedt-Braderup und Kampen haben für den Wasserverbrauch ihren eigenen Verband Ver- und Entsorgung Norddörfer.

Aus dem ehemaligen Klärwerk Westerland erwuchs 1998 der Abwasserzweckverband (AZV) Sylt. Mit dem 1. Januar wurde für die damaligen Gemeinden Westerland, Sylt-Ost und Rantum eine einheitliche Abwassergebühr erhoben. Im Jahr 2000 schloss sich Hörnum dem Abwasserzweckverband Sylt an, 2004 trat auch die Gemeinde List bei. Durch den Zusammenschluss entrichten alle beteiligten Gemeinden einen einheitlichen Entsorgungspreis. Zudem wurde die Qualität der Reinigung kontinuierlich verbessert. Heute verarbeitet das südlich von Westerland gelegene Klärwerk jährlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser, was 2,5 Milliarden Litern entspricht.

Die heutige Energieversorgung Sylt (EVS) erwuchs 1985 aus einer Fusion: Die Stadtwerke Westerland wurden in eine GmbH umgewandelt, an der sich die Thüringer Gasgesellschaft (Thüga) durch die Einbringung der Gasversorgung beteiligte – bereits seit 1965 war die Thüga Besitzerin des Westerländer Gaswerks. Seitdem hält die Thüga 49 Prozent der EVS-Anteile.

Buntes Programm bei der EVS

Die Energieversorgung Sylt feiert am kommenden Wochenende gleich zwei Jubiläen. Seit 125 Jahren gibt es Strom auf Sylt und vor 20 Jahren wurde der Abwasserzweckverband Sylt gegründet. Zwei gute Gründe für einen großen Festtag am Sonnabend, 16. Juni, auf dem EVS-Gelände an der Friesischen Straße in Westerland, wo alle kleinen und großen Besucher von 10 bis 17 Uhr ein buntes Programm erwartet.

Ein großes Thema wird die Elektromobilität sein. Vorgestellt werden Ladelösungen für Privat und Gewerbe. Zudem können E-Mobile und Pedelecs dank der beteiligten  Kooperationspartner einmal selbst ausprobiert werden. Warum ein Blockheizkraftwerk umweltfreundlich und kostensparend ist und wie die Fernwärme eigentlich ins Haus kommt, erfahren die Besucher in einem weiteren Ausstellungsbereich; zudem stehen der Messwagen der EVS und verschiedene Verlegearten zur Besichtigung parat.

Mit der EVS in die Berufswelt starten: Azubis des Unternehmens stellen interessierten Schülern drei Berufsfelder vor: Die Ausbildung der Kaufleute für Büromanagement, der Elektroniker  für Energie- und Gebäudetechnik sowie der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte:  Stündlich startet ein Shuttle vom EVS-Gelände zu Besichtigungen des Zentralklärwerks am Rantumbecken. Und es gibt etwas zu gewinnen:  Bei einem kleinen Quiz winken  unter anderem ein nagelneues E-Bike, ein Weber Elektrogrill und drei Soda-Streamer.

Auch die jüngsten Besucher kommen auf ihre Kosten: Es wird gebastelt und geschminkt, eine Hindernisbahn und eine Hüpfburg laden zum Toben ein. Und als Erinnerung gibt es für jedes Kind ein Luftballontier. Auch die Fotobox dürfte Anklang finden: Ausstaffiert mit den passenden Utensilien können Besucher hier das ultimative persönliche Foto zur Fußball-WM aufnehmen.   Mit einem Kuchenbüffet, Crêpes sowie  Leckereien vom Grill und aus dem Foodtruck wird für das leibliche Wohl gesorgt. Der Verkaufserlös wird einem guten Zweck auf Sylt gestiftet.

Da auf dem Gelände der Energieversorgung Sylt nur eine begrenzte Zahl an Parkplätzen zur Verfügung steht, werden die Besucher gebeten, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen – was zudem mit einer kleinen Aufmerksamkeit belohnt wird.

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