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25. Juni 2014, 17:46 Uhr

Vier Jahre kann im Westerländer Rathaus weiter gezockt werden, wenn es nach dem Willen des Hauptausschusses geht: Der beschloss am Dienstagabend, den Vertrag mit der Spielbank bis zum 31. Dezember 2018 zu verlängern.

Die Entscheidung ist ein Kompromiss – hatte die CDU doch gewünscht, das Casino für zwölf Jahre zu halten. So lange läuft die Konzession, die die Betreiber vom Land erhalten haben. Doch zumindest in Kiel zeigte sich Matthias Hein, Geschäftsführer der Spielbank SH GmbH, mit dieser Lösung zufrieden: „Wir atmen auf, die vier Jahre geben uns erst einmal Planungssicherheit und unsere Arbeitsplätze auf Sylt sind gesichert“, so Hein. Im April dieses Jahres hatte er im Hauptausschuss Überzeugungsarbeit für das Casino geleistet (wir berichteten), wobei er unter anderem mit dem neuen „Clubsino“-Konzept warb, bei dem Besucher das Casino weniger zum Zocken als für stilvolle Abendunterhaltung nutzen werden. Größere Umbauarbeiten seien allerdings nicht geplant, sagte Hein nun: „Das neue Konzept werden wir hauptsächlich durch unsere Außenwerbung deutlich machen.“ In der Politik ist die Haltung zur Spielbank gespalten: Maria Andresen (Grüne) lehnt Glücksspiel in einem öffentlichen Gebäude generell ab, kann aber mit dem ausgehandelten Kompromiss leben, weil er der Gemeinde Zeit gibt, sich zu überlegen, was sie langfristig mit den Räumlichkeiten anfangen will. Diese werden immer wieder in Planungen einbezogen, bei denen es um die räumliche Zusammenlegung der Verwaltungsabteilungen am Bahnweg mit denen im Zentrum geht. Zudem wird auch überlegt, ob nicht das Sylter Archiv und die Sylt Bibliothek in die Casino-Räume einziehen könnten. Geht es nach Gerd Nielsen (SPD), sollte die Gemeinde sich nun zügig daran machen, genau solche Pläne zu diskutieren und auszuarbeiten.

Wolfgang Jensen (CDU) sieht das zwar ähnlich – dies habe seiner Ansicht nach aber nichts damit zu tun, wie lange die Spielbank das Rathaus noch nutzen kann: „Man könnte beispielsweise mit dem Umbau im Dachgeschoss beginnen, während das Casino unten noch die Räume nutzt.“

Sollten Pläne in Sachen Rathausumbau in die Tat umgesetzt werden, mahnt Jensen als Vorsitzender des Finanzausschusses abschließend an, werde sich die Gemeinde Sylt noch mit der äußerst schwierigen Finanzierungsfragen herumschlagen.

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