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10. Juni 2014, 18:26 Uhr

So ganz leicht fällt es den wenigsten, mit voller Empörung gegen den Bau eines Offshore-Windparks zu wettern. So einfach lässt sich das mit dem mehr oder minder stark ausgeprägten ökologischen Gewissen nicht vereinbaren. Auch der Nabu, der gegen den Weiterbau von Butendiek Klage eingereicht hat, beeilte sich, zu seiner Stellungnahme dazu zu schreiben, dass man die Energiewende generell schon positiv sehe. Bloß innerhalb von zwei Naturschutzgebieten sollte der Ökostrom aus Sicht der Naturschützer lieber nicht entstehen. Damit mag der Nabu recht haben – dass er Recht kriegt, scheint angesichts der späten Entscheidung zur Klage und dem derzeitigen Verantwortungs-Pingpong zwischen den Bundesämtern unwahrscheinlich. Selbst wenn der Weiterbau des Windparks doch noch gestoppt werden sollte, hat keiner mehr gewonnen. So pragmatisch es klingen mag: Die Hälfte der Pfähle ist schon in den Boden gerammt. Bevor ein halbfertiger Windpark in der Nordsee verrottet, sollte das gute Stück doch fertig gebaut werden und seine Existenz dadurch rechtfertigen, dass es wirklich so viel Ökostrom produziert, wie die Betreiber versprechen.

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