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Morsum Zum Tode von Hinrich Matthiesen

Von Frank Deppe | 20.07.2009, 07:45 Uhr

Er hatte gerade an einem neuen, spannenden Roman gearbeitet, doch wird dieser nun für immer unvollendet bleiben: Hinrich Matthiesen ist tot.

Der bekannte Sylter Schriftsteller verstarb am Wochenende unvermutet im Alter von 81 Jahren.

In Westerland als Sohn eines Kapitäns geboren, studierte Hinrich Matthiesen später Germanistik und war zehn Jahre als Lehrer im Auslandsschuldienst in Chile und Mexiko tätig, bevor er 1974 auf seine Heimatinsel zurückkehrte. Nach zweijähriger Lehrtätigkeit am Sylter Gymnasium wirkte er seit 1976 als freier Schriftsteller.

Seit seinem Erstlingswerk "Minou" im Jahre 1969 hat der Erfolgsautor mehr als 30 Bücher verfasst, die es auf eine Gesamtauflage von über drei Millionen Exemplaren brachten. Menschen in Grenzsituationen, Handeln im Ausnahmezustand - das waren zentrale Motive seiner vielen Thriller. Diszipliniert tippte er seine Manuskripte, die sich durch gewissenhafte Recherche auszeichneten, bis zuletzt an seiner geliebten Schreibmaschine, die er für keinen Computer eintauschen wollte.

Der "Titan der Thriller" wurde in allen renommierten Verlagen heimisch: Angefangen von Bertelsmann über Droemer Knaur und Heyne bis hin zu Ullstein und Schneekluth. Zahlreiche Kritiken attestieren ihm einen ebenso fesselnden wie detailgenauen Schreibstil und anlässlich seines 75. Geburtstags bekam Matthiesen Post vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, der konstatierte: "Sie wecken die Lust am Lesen."

Schreiben war Hinrich Matthiesens Lebenselixier: "Als Schriftsteller unterliegt man wohl bis ans Lebensende diesem inneren Zwang, schreiben zu wollen und zu müssen." Mit Hinrich Matthiesen ist jedoch nicht nur ein bekannter Sylter Autor gestorben, sondern ein Mensch, der große Wertschätzung genoss.

Sein freundliches, bescheidenes Wesen, sein profundes Wissen, sein Humor und seine Güte machten ihn zu einem allseits beliebten Gesprächspartner. In seinem Heimatort Morsum wird er nicht nur seiner Frau und Tochter, sondern vielen fehlen.