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Marschbahn Minister auf Sylt: Warum Pendler weiterhin Geduld brauchen

Von Barbara Glosemeyer | 25.08.2022, 16:31 Uhr

Schleswig-Holsteins Wirtschafts-, Verkehrs- und Tourismusminister Claus Ruhe Madsen verschaffte sich bei seinem Sylt-Besuch einen Überblick über die Herausforderungen in den Bereichen Tourismus und Verkehr.

Zwei Monate nach seinem Amtsantritt hat sich Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen knapp zwei Tage lang einen ersten Überblick über die Herausforderungen für die Insel Sylt gemacht. „Als Tourismusminister habe ich ein riesiges Interesse daran, dass die Insel rasch einen Weg findet, weiterhin Top-Destination unserer Westküste zu bleiben, zugleich aber deutlich stärker die berechtigten Interessen der Einheimischen in den Fokus zu nehmen“, sagte Madsen nach einem Treffen mit Sylter Unternehmern und Vertretern der Bahn. Am Abend zuvor hatte er auf Einladung des Bürgernetzwerks „Merret reicht‘s“ an einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wem gehört die Insel“ teilgenommen.

Beim Treffen mit den Sylter Unternehmern seien drängende Themen wie die Erreichbarkeit und Zuverlässigkeit der Marschbahn, der Fachkräftemangel und der Wunsch nach einer attraktiveren Innenstadt zur Sprache gekommen, wie SU-Vorsitzender Karl Max Hellner im anschließenden Pressegespräch berichtete.

Wie wichtig „guter Pendlerverkehr“ ist

Minister Madsen sagte, ihm sei klar geworden, wie entscheidend ein „guter Pendlerverkehr“ bei der Lösung insularer Probleme sei. Eine gut ausgebaute und damit stabile Bahn-Infrastruktur sei nicht zuletzt auch die tragende Säule bei der dringend nötigen Fachkräfte-Versorgung der Insel. Dies zeige sich besonders in der aktuellen Tourismus-Hochsaison nach zwei Pandemie-Jahren.

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Bis zum zweigleisigen Ausbau der Marschbahn Anfang 2030 sei von den Pendlerinnen und Pendlern aber weiter Geduld gefragt, räumte Madsen ein. „In Zusammenarbeit mit unserer NAH.SH und der DB tun wir aber alles Mögliche, um den Betrieb zuverlässig aufrecht zu erhalten.“ Und der zweigleise Ausbau habe auch nicht das Ziel, noch mehr Menschen und Autos auf die Insel zu bringen, sondern den laufenden Betrieb stabil und zuverlässig zu halten.

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Bei einer Besichtigung der DB-Anlagen in Westerland hatten zuvor DB-Regio-Chef Torsten Reh und Michael Körber (DB Netz) dem Minister unter anderem den Stand der Investitionen der Marschbahn erläutert. „Die DB ist hier nicht nur gut im Zeitplan, sondern mit der Region auch seit Monaten in guten Gesprächen – das ist eine erfreuliche Entwicklung“, so der Minister.

Nach den Worten des DB-Netz-Experten Körber werde der erste Teil der 2018 begonnenen Marschbahn-Investitionsoffensive im November dieses Jahres abgeschlossen sein. „Dann haben wir 200 Kilometer Gleise, 40 Weichen und 8 Bahnübergänge ertüchtigt und damit rund 160 Millionen Euro in die Strecke investiert“, so Körber.

Ab dem kommenden Jahr folge dann der zweite Teil des Ausbaus, an dessen Ende im Jahr 2026 auch die Signaltechniken in Niebüll und Westerland vollständig erneuert seien. Die Anlagen würden dann in Zukunft von Husum aus zentral gesteuert werden.

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