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Geburtsstation Weiter Streit um Geburtshilfe auf Sylt

Von pbo | 11.03.2017, 03:40 Uhr

Insel-SPD kritisiert massiv Vorschläge der Bürgerinitiative „Grundversorgung“ zur Wiedereröffnung einer Geburtsstation.

Ob tatsächlich neue Chancen für die Wiedereinrichtung einer Geburtsstation auf Sylt bestehen, ist unter den politischen Parteien der Insel heftig umstritten. Nach unserem Bericht über ein Treffen von Lars Schmidt, Initiator des Bürgerbegehrens „Grundversorgung Nordfriesland“, mit der Asklepios-Geschäftsführung sowie den Stellungnahmen von Lasse Lorenzen von der neu gegründeten Partei „zukunft.“ und des CDU-Kreistagsabgeordneten Frank Zahel meldet sich jetzt die Sylter SPD zu Wort.

Lars Schmidt hatte nach seinem Gespräch mit Asklepios in Hamburg von einem neuen Angebot berichtet, welches der Klinikkonzern zur Wiedereröffnung einer Geburtsstation in den Räumen der Nordseeklinik gemacht hat. In dem Artikel würde Schmidt der Bevölkerung „vorgegaukeln“, dass es möglich sei, die Geburtshilfe auf der Insel wieder zu etablieren, so die Sylter Sozialdemokraten. Aus ihrer Sicht ist das Angebot alles andere als neu. Die in dem Artikel genannten Bedingungen für eine Wiedereröffnung seien von niemanden zu erfüllen, das wisse auch die Asklepios-Geschäftsführung.

Zu den Forderungen von Asklepios äußert sich die SPD Sylt im Detail wie folgt:

Falls diese drei Voraussetzungen erfüllt seien, würde die Nordseeklinik alle weiteren notwendigen medizinischen Hintergrundleistungen gegen eine Kostenübernahme erbringen, erklärte Lars Schmidt nach seinem Gespräch mit Asklepios. Die SPD kritisiert: „Das heißt im Klartext, dass die neue Gesellschaft aus den ohnehin niedrigen Einnahmen auch noch für verschiedene Leistungen an Asklepios zahlen muss.“

Nach der Schließung der Geburtshilfe sei Asklepios noch bereit gewesen, die benötigten Räume und Gerätschaften unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, erklärte Eberhard Eberle, jetzt aber solle dafür gezahlt werden. „Wie soll der neue Betrieb sich wirtschaftlich tragen? “, fragt der SPD-Politiker. Relativ geringe Einnahmen auf der einen Seite stünden großen Ausgaben gegenüber – Personalkosten, die teuren Versicherungen, Raummiete, Kostenerstattung für die durch Asklepios erbrachten Leistungen, Rückstellungen für die Reparatur oder Anschaffung von neuen Geräten und vieles mehr. Dies wäre bei nur 100 Geburten je Jahr nicht darstellbar, so Eberle.

Die Sylter Sozialdemokraten kritisieren ebenso heftig die von Asklepios angebotene Variante, für den Fall, dass durch das Bürgerbegehren mehrheitlich ein Klinikneubau inklusive einer Geburtstation auf der Insel beschlossen würde, diesem neuen Krankenhaus seinen Versorgungsauftrag freiwillig zu übergeben. „Damit hat Asklepios erstmals preisgeben, was viele auf der Insel schon lange vermutet haben“, erklärt Eberle. „Der Hamburger Konzern ist großzügig bereit, das Akutkrankenhaus, mit dem ohnehin kein Geld zu verdienen ist, abzugeben. Die lukrative Rehaklinik jedoch will Asklepios behalten. Die Verluste des Akuthauses soll also die öffentliche Hand tragen, die Gewinne der Rehaklinik bleiben beim Privatkonzern Asklepios.“