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Sylt Ein schwäbischer Optimist als Inselbaumeister

Von frr | 29.05.2013, 03:59 Uhr

Martin Seemann zieht von Heidenheim nach Sylt, um einen anspruchsvollen Job anzutreten

Als Chef des Inselbauamtes und des Bauhofes der Gemeinde Sylt ist der studierte Raum- und Umweltplaner zukünftig Chef von rund 60 Mitarbeitern. Und er übernimmt von seinem Vorgänger Wolfgang Knuth, der bald 37 Jahre im Bauamt gearbeitet hat, eine Stelle, die nicht die einfachste ist. Welche Probleme das Thema Bauen auf Sylt so mit sich bringen, darüber würde ihn sein Vorgänger gerade auf langen Strandspaziergängen "in homöopathischen Dosen" aufklären, sagt Seemann. Er werde Wolfgang Knuth bis zu dessen Pensionierung Ende des Jahres aber noch im Bauamt an seiner Seite haben - "Gott sei Dank!". Dass Sylt anders ist als die Schwäbische Alb zeige sich auch ganz deutlich in den Inselorten: "In Heidenheim ist jedes zweite Haus ein Optiker oder Bäcker, hier ist es ein Immobilienmakler." Arbeitstechnisch macht ihm die Umstellung keine Sorgen: Das Bundes-Baugesetze seien ja überall die gleichen. Und auf dieZusammenarbeit mit den neuen Kollegen ist Seemann gespannt: "Ich habe das Gefühl, dass das Bauamt hier insgesamt gut aufgestellt ist, und die Leute einen tollen Job machen."

Selbst hat er die Tücken des Sylter Dauerwohnraum-Marktes bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung dieser Tage auch schon erleben dürfen. Nach der Besichtigung einiger Keller- und Spitzboden-Wohnungen habe er nun aber auch interessante Angebote entdeckt. Er ist der Meinung, dass es auf Sylt keinen anderen Weg gebe, dem Mangel an Dauerwohnraum zu mindern, als dass die Gemeinde sich als oberste Priorität den Wohnungsbau auf die Fahnen schreibt. Sylts Bürgermeisterin Petra Reiber ist von ihrem neuen Mitarbeiter überzeugt, nicht nur fachlich: "Mit seiner süddeutschen Mentalität kann Herr Seemann die spröden Norddeutschen sicher ein bisschen aufmischen. Und das Schwäbische ist doch auch niedlich, dass soll er sich nicht abgewöhnen."