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Mit Video Die Wahl auf Sylt: Gabriele Pauli und Nikolas Häckel in der Stichwahl

Von Friederike Reußner | 14.12.2014, 20:50 Uhr

Mit Video: Wer folgt auf Petra Reiber? Die Sylter haben ihre Stimmen bei der Bürgermeisterwahl abgegeben. Das vorläufige Ergebnis steht fest.

Die „rote Rebellin“ gegen den Mann mit dem Sylt-Bonus: Gabriele Pauli und Nikolas Häckel werden am 11. Januar in einer Stichwahl gegeneinander antreten. Die 57-jährige ehemalige Fürther Landrätin erhielt  bei der Bürgermeisterwahl der Gemeinde Sylt am Sonntag 30,6 Prozent der Stimmen, der 40-jährige gebürtige Sylter landete mit 27 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz. 

Beide zeigten sich erfreut über das Ergebnis: „Entspannt“ sei sie nun, sagte eine strahlende Gabriele Pauli, als das Ergebnis gerade feststand. Nachdem sie die vergangenen Wochen „so fixiert“ auf den Wahlkampf gewesen sei, fühle sie sich nun im Beisein ihrer Mutter und ihrer Tochter gelöst. Sie freue sich, dass sie nun während der Weihnachtstage zur Ruhe kommen könne und gemeinsam mit ihrer Familie ihre Gedanken ordnen könne. Sie könne verstehen, dass sich einige Wähler auch für Nikolas Häckel als gebürtigen Sylter entschieden hätten, glaube aber, dass sie mit ihrer 18-jährigen Verwaltungserfahrung und ihren politischen Kenntnissen letztendlich besser als Sylter Bürgermeisterin geeignet sei.

Nikolas Häckel, der den mit gut zweihundert Menschen gefüllten Rathaussaal betrat, als das Endergebnis verkündet wurde, strahlte über das ganze Gesicht: „Ich bin superglücklich und freue mich, dass die Sylter so eine gute Entscheidung getroffen haben“, betonte er. Nun hoffe er auf einen „sauberen und fairen Wahlkampf“, fügte der Kronshagener Bauamtsleiter hinzu, um dann die ihn unterstützenden Parteien SSW und SPD und die Sylter Wählergemeinschaft zu begrüßen.

Zuvor hatte Bürgervorsteher Peter Schnittgard moderierend durch den Abend geführt. Er bezeichnete die  Bürgermeisterwahl als „das entscheidende Sylter Ereignis im Jahr 2014“ und zeigte sich dementsprechend von der Wahlbeteiligung (53,5 Prozent) enttäuscht.

Eine herbe Enttäuschung stellt das Wahlergebnisse für die CDU, die stärkste Partei in der Sylter Gemeindevertetung, dar: Ihr Kandidat, der parteilose Bernd Reinartz, landete mit 17,9 Prozent der Stimmen nur denkbar knapp vor Robert Wagner auf Platz Drei. Der Verlauf des Abends sei „enttäuschend“ gewesen, sagte der Sylter Rechtsfachwirt, der sich schon ein bisschen wunderte, dass „Frau Pauli so stark ist“ und sein schlechtes Ergebnisses zum Teil darauf schob, dass die Presse „populistische Positionen“ seiner Gegenkandidaten nicht kritisch genug hinterfragt habe. Wirklich unglücklich sei er mit dem Ergebnis aber auch nicht, fügte er hinzu: „So schlecht stehe ich auch nicht da.“

Sportlich gab sich auch Robert Wagner, der neben Reinartz und Markus Ballentin die Ergebnisse sichtlich nervös verfolgt hatte. Der Aachener Bundeswehrbeamte Wagner gewann 17,4 Prozent der Stimmen und betonte, trotzdem feiern zu gehen: „Der Wahlkampf auf Sylt war eine lehrreiche und spannende Zeit für mich“, so der 37-Jährige. „Ich würde jederzeit wieder kandidieren. Und es ist doch toll, dass sich sechs so engagierte Kandidaten für Sylt gefunden haben.“ Die pure Freude herrschte allerdings auch bei dem positiven Rheinländer nicht vor: Eigentlich habe er ja schon gedacht, dass er in die Stichwahl käme, fügte er zum Schluss dann doch noch hinzu.

Auch wenn schon Sonntagabend feststand, dass Wagner, Reinartz sowie der Sylter Lars Schmidt (5,5 Prozent) und der Kölner Polizist Markus Ballentin (1,7 Prozent) aus dem Rennen um das Amt des Verwaltungschefs der Gemeinde Sylt sind: Offiziell festgestellt wird das Ergebnis des ersten Wahlgangs erst am Dienstagabend, wenn ab 18 Uhr der Gemeindewahlausschuss zu seiner dritten Sitzung zusammen tritt.

Im kommenden Frühjahr, genauer gesagt nach dem 30. April, macht Petra Reiber den Stuhl im Rathaus frei. Am Montag, 4. Mai, zieht dann ihr Nachfolger oder ihre Nachfolgerin offiziell ins Rathaus ein.