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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 18:42 Uhr

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

vom

Angebote, Bewerber, Chancen: Der Ausbildungsmarkt in Stormarn

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bad Oldesloe | Jugendliche, die in Stormarn einen Ausbildungsplatz suchen, können sich freuen und haben manchmal sogar die Qual der Wahl zwischen mehreren Stellen und Betrieben. Allerdings sollten die jungen Leute neben einem guten Schulabschluss noch zwei wichtige Voraussetzungen mitbringen, wie Dr. Heike Grote-Seifert erläutert. "Auszubildende sollten möglichst flexibel und mobil sein", so die Leiterin der Oldesloer Agentur für Arbeit. Das heißt nicht, dass sie den Führerschein und ein Auto besitzen, sondern dass sie auch bereit sein sollten, mit Bus und Bahn zu einem weiter entfernten Betrieb zu fahren. Und es sollte nicht immer nur ein ganz bestimmter Beruf sein, der auf der Wunschliste ganz oben steht. Dann hat man beste Karten, eine der 1791 Ausbildungsstellen zu ergattern, die die Betriebe bis April 2013 der Agentur für Arbeit gemeldet haben. Das ist ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr. Davon sind aktuell immer noch 1076 Plätze unbesetzt, obwohl 1860 Bewerber gemeldet sind.

"Wir merken, dass es für viele Unternehmen in unserer Region immer schwieriger wird, geeignete Bewerber für ihre Ausbildungsstellen zu finden", sagt Dr. Heike Grote-Seifert. Das hat mehrere Gründe. Zum einen gibt es viele Jugendliche, die schulische Defizite haben, wohin gegen die Eingangsvoraussetzungen für die Ausbildung stetig gestiegen sind. So verwundert es nicht, dass trotz eines großen Angebots an Stellen immer noch mehr als 1000 Jugendliche auf Ausbildungssuche sind. Und zum anderen stimmen Angebot und Wünsche nicht immer überein, denn die nicht besetzten Plätze gehören oft zum Bereich Gastronomie und sind nicht sonderlich begehrt. Hier seien die Arbeitgeber gefordert, meint Adelbert Fritz. "Wenn hier nichts gegen das Imageproblem unternommen wird, ist das Ende der Fahnenstange wohl noch nicht erreicht", so der Vorsitzende der Kreishandwerkerschaft Stormarn. Inzwischen steigt aber die Bereitschaft vieler Unternehmen, junge Leute nachzuqualifizieren. Man habe die Zeichen der Zeit erkannt, so Fritz. Derzeit stehen 95 freie Ausbildungsplätze im Stormarner Handwerk zur Verfügung und damit etwas mehr als im Vorjahr. Besonders gesucht sind Elektroniker, Anlagenmechaniker, Kfz-Mechatroniker, Maler und Lackierer sowie Metallbauer.

Allerdings stehe Stormarn nach wie vor in einem harten Wettbewerb mit Hamburg. "Den müssen wir bestehen", betonte der Geschäftsführer. "Wir haben in Stormarn jede Menge Hidden Champions, die zwar oft Marktführer, aber nicht sehr bekannt sind", so Heike Grote-Seifert. Diese hätten einen großen Bedarf an Azubis, die inzwischen aber nicht mehr aus Mecklenburg-Vorpommern kommen, denn da sei der Ausbildungsmarkt inzwischen ebenfalls sehr gut. "Ich bin mir sicher, dass viele Jugendliche vor Ort Angebote für ihren Traumberuf finden können. Unsere Stormarner Unternehmen bieten ihnen gute Perspektiven", betont die Agenturchefin. Insgesamt bleibe der Ausbildungsmarkt aber ein Bewerbermarkt, doch auch wer sich jetzt erst auf Ausbildungssuche begebe, habe immer noch gute Chancen auf eine Stelle, so Grote-Seifert.

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