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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 23:14 Uhr

Zwischen Hoffnung und Zukunftsangst

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bargteheider Schützenverein erlebt einen Generationsumbruch im Vorstand und stellt sich großen Aufgaben

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 12:13 Uhr

So ganz genau wusste man nach der Jahresversammlung der Bargteheider Schützen nicht, wie die Stimmungslage einzuschätzen ist. War es nun der viel beschworene Aufbruch in bessere Zeiten oder der Beginn eines langsamen Abgesangs? Aktuell ließ sich zunächst feststellen, dass der Verein finanziell gesundet ist. Außerdem konnte – und das war ja im Prinzip das Wichtigste für den Fortbestand – ein neuer 1. Vorsitzender gefunden werden. Martin Möller – zuvor noch Oberschießwart – erklärte sich bereit, den Posten vom zurückgetretenen Rolf-Peter Fröhlich zu übernehmen.

„Ich bin froh, dass wir eine Lösung gefunden haben. Es hat immer viel Spaß gemacht und ich denke, es kann sich sehen lassen, was wir erreicht haben“, so Fröhlich. „Von unserer 100-Jahr-Feier sprechen jetzt noch viele Bargteheider“, sagte er. „Ich habe das alles immer in meinem Stil gemacht. Doch mein Stil endet heute und ich hoffe, dass es mit einem neuen Vorsitzenden dann anders und mit neuen Ideen weitergeht. Ich wünsche viel Glück für die anstehenden Aufgaben“, betonte Fröhlich weiter. „Es war keine leichte Zeit und dass das alles auch für Rolf-Peter und Ute Fröhlich zuletzt mal stressig und belastend war, weiß ich. Ich habe trotzdem zugesagt und freue mich, dass man mir zugesichert hat, mir mit Rat zur Seite zu stehen. Wenn ich Fragen habe, darf ich fragen“, so Martin Möller nach seiner Wahl.

„Ich wurde nur Oberschießwart, weil Rolf-Peter als Vorsitzender zusagte. Dass er dann kam und sagte ,April, April – ich höre auf’ fand ich nicht so schön“, gab es leise Kritik. „Aber der Verein hat zu viel Potenzial und ist wieder gesundet. Es wäre schade, wenn wir ihn aufgeben würden. Daher übernehme ich das Amt des Vorsitzenden“, so Möller.

Dass es einen Generationenumbruch gibt, zeigte sich auch beim Amt der Schriftführerin, das Ute Fröhlich abgab. Hier sprang Jenny Letsch in die Bresche. Den Job des Oberschießwartes – den bisher Möller inne hatte – übernimmt kommisarisch Carsten Bonde. Ein 1. Schießwart und ein stellvertretender Jugendwart konnten leider nicht gefunden werden. Das könnte Konsequenzen haben.

„Jeden Montag haben wir 15 Jugendliche, die gerne bei uns schießen. Sie sind mit Begeisterung dabei. Aber nur ein Jugendwart allein kann die Arbeit nicht leisten. Wenn wir in dem Bereich keine weiteren Unterstützer in unserem Verein finden, wird das Jugendtraining und damit die Jugendabteilung einschlafen. Dasselbe Problem gibt es übrigens auch bei den jungen Bogenschützen, bei denen das Training quasi schon einschläft“, appelierte Möller an die Anwesenden. Doch niemand zeigte die Bereitschaft, an der Situation etwas zu ändern. „Diese Jugend ist unsere Zukunft. Vielleicht können wir das in den nächsten Monaten lösen“, hofft Möller.

Eingestellt werden soll wohl auch das Kinderfest. Da im vergangenen Jahr fast keine Bargteheider Kinder kamen, lohne es sich nicht mehr, Schausteller einzuladen. „Wir müssen uns nicht fragen, ob wir das Fest noch wollen, sondern was die Eltern und Kinder wollen und dann stellt sich die Frage gar nicht mehr“, meinte Schützensprecher Horst Kummereinke. Einige der älteren Schützen äußerten trotzdem ihr großes Bedauern über den Gedanken. „Wenn wir das ein Mal nicht mehr machen, ist es vorbei“, sagte einer. Auch die Ausgestaltung des Schützenfestes an sich soll hinterfragt werden. Hier wünschen sich die Schützen ein vielfältigeres Imbiss-Angebot. Der frühere „Volksfestcharakter“ werde aber langsam endgültig verschwinden. „Für uns ist es wichtiger, dass wir ein volles Festzelt am Samstagabend haben“, so Möller.  

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