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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 08:07 Uhr

Zwischen Historie und Moderne

vom

Einzigartiges Öko-Forschungslabor im alten Trenthorster Gutsgebäude ist fertiggestellt / Zehn Millionen Euro investiert

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

Trenthorst | Nach zehn Jahren Planung und einem Jahr Umbauarbeiten ist es vollbracht: Die neuen Laborräume im historischen Gutshof des Heinrich-von-Thünen-Instituts für ökologischen Landbau sind fertig. Institutsleiter Dr. Gerold Rahmanns Augen leuchten, als er die 110 Jahre alten ehemaligen Pferdestallungen, den ehemaligen Getreidespeicher und die Kutschenremise, in denen jetzt hochmoderne Forschungslabore untergebracht sind, präsentiert. "Ich kenne kein Labor, das so einzigartig ist", sagt er. Trenthorst sei eines der herausragenden Güter und stehe unter Denkmalschutz. Und da muss man ihm durchaus Recht geben. Denn nicht nur der historische und sanierte Bau ist beeindruckend, sondern auch sein Inhalt.

Die alten Laborräume im Anbau, der inzwischen abgerissen ist, seien einfach nicht mehr zeitgemäß, viel zu eng und noch teilweise im Stil der 50er Jahre eingerichtet gewesen, erklärt Rahmann. Das sei unzumutbar für das Team von zehn Labor-Fachkräften unter der Leitung von Chemikerin Karin Aurich gewesen. Der Umzug fand bei laufendem Betrieb innerhalb einer Woche statt. (Fast) alles ist inzwischen an seinem vorgesehen Platz: Die computergesteuerte Wärme- und Gastechnik, der Serverraum, die Molekularbiologie, die Gaschromatographie, die Nasschemie, der Kühl- und Tiefkühlraum, die Mikroskopie, die Umweltanalyse, die Parasitologie und die Spektrometrie. Nicht zu vergessen das Feldlabor, wo rund 6000 Proben von den Feldern ankommen und für die Laboruntersuchungen vorbereitet werden. Und ganz oben im alten Getreidespeicher die hochmoderne Lüftungstechnik, denn, so Rahmann: "Vom Labor darf nichts nach draußen dringen." Dort arbeite man mit 200 IT-Plätzen unter neuesten Bedingungen.

Im Nasslabor sieht es noch so aus, wie ein Laie es sich vorstellt: brodelnde Substanzen in Reagenzgläsern. Ein modernes Labor, weiß Rahmann, sei weniger spektakulär, das meiste laufe über den PC. "25 000 Proben jährlich gehen hier durch", erklärt der Institutsleiter. Das sei für ein Labor dieser Art normal.

Ob der Ölgehalt der Blauen Lupine, der sich auf die Tiergesundheit und die Fleischqualität auswirkt, ob die Untersuchung von Schweinekoteletts auf ihre Fettmaserung - im Trenthorst wird geforscht, welche Auswirkungen die ökologische Landwirtschaft auf die Produkte, auf den Boden, auf Mensch und Tier hat. Da gibt es viel zu tun, denn jedes Lebensmittel hat 10 000 Inhaltsstoffe. "Wir wollen anhand der Forschung nachweisen, was besser oder schlechter ist", erklärt Rahmann. Ziel sei es natürlich, die Öko-Produkte so zu optimieren, dass sie in Hinblick auf Gesundheit und Ernährung besser seien. Hier hieße es, alte Mythen über die Öko-Landwirtschaft zu zerstören und vom Glauben zum Wissen zu gelangen.

Zzehn Millionen Euro haben Restaurierung und Umbau gekostet, davon flossen vier Millionen in das Labor. Jetzt steht nur noch die Sanierung eines historischen Gebäudes auf der rechten Hofsteite an. Dort sollen moderne Büroräume entstehen. Nach und nach können dann die anderen, zum Trenthorster Gut gehörenden Gebäude veräußert werden und die dort untergebrachten Büros umziehen. Rahmann: "Im März 2014 soll alles abgeschlossen sein."

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