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Ottrfied Fischer in Trittau : „Zwischen Gerücht und Parkinson“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ottfried Fischer strahlt immer noch das Listige und Spitzbübische aus und verliert auf der Bühne in der Wassermühle kein Wort über seine Krankheit.

Man kennt ihn als „Bulle von Tölz“ oder als TV-Gastgeber von „Ottis Schlachthof“. Die Rede ist von Ottfried Fischer. Der Raum in der oberen Etage des Veranstaltungszentrums in der Wassermühle ist nicht bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Meister des Kabaretts pünktlich durch eine kleine Tür vor das Publikum tritt.

Mit viel Beifall wird das echte Schwergewicht bedacht, bevor er das erste Wort spricht. Er blintzelt aus seinen Augen, die listig hinter der Brille funkeln. Den Einstieg macht er sich leicht, indem er über Politiker aus seiner bayerischen Heimat philosophiert. Auch über seine Bekanntheit spricht Fischer, erzählt, wie er auf der Straße als „Rüde von Bayern“ angesprochen wird – wegen seiner Rolle in „Ein Bayer auf Rügen“. Oder als „Ochse von Tölz“, obwohl es ein Bulle war, den er als Kommissar Berghammer verkörperte.

Obwohl Fischers Programm „Jetzt noch langsamer – Zwischen Gerücht und Parkinson“ heißt, verliert der Kabarettist auf der Bühne kein Wort über seine Krankheit, mit der er seit längerer Zeit leben muss. Auch wenn sein Gesicht noch immer dieses Jungenhafte, Listige und Spitzbübische ausstrahlt, merkt man dem Mann, der Freitag seinen 61. Geburtstag feiert, seine Krankheit an.

Während seiner beiden 45 Minuten währenden Auftritte steht er die gesamte Zeit an einem Stehtisch, mal frei daneben und mal weit vorn über gebeugt. Seine Gesten mit den Händen, aber auch die Mimik in seinem Gesicht untermauern so manches gesprochene Wort. Dabei ist seine Aussprache zeitweise so schnell, dass man es als Norddeutscher manchmal schwer hat, ihm zu folgen. Gerade als Fischer über das „Nuscheln“ erzählt, ist es besonders spannend, aber nicht immer leicht, alles zu verstehen. Möglicherweise haben die Gäste in der ersten Reihe es besser verstanden als diejenigen, die weiter hinten sitzen. Doch den Sinn seiner Geschichten und die Pointen hat jeder mitbekommen. Allerdings sparen die Gäste während seines Auftritts etwas mit Beifall. Am Ende bekommt Fischer – der im ersten Teil mit Anzug und lockerer Krawatte vor sein Publikum tritt, im zweiten Teil mit lockerem Hawaiihemd agiert – dafür umso mehr Applaus.

Alles in allem: Ein schöner Abend mit einem gut aufgelegten Ottfried Fischer, der wie er selbst im Anschluss sagt, „ein tolles und dankbares Publikum“ in Trittau gefunden hat.

Nach der Vorstellung lassen sich einige Gäste ein Autogramm des schwergewichtigen Bayern geben, kaufen sein aktuelles Buch und machen noch einen Schnappschuss mit dem Star des Abends. Auch bei der Autogrammstunde hat der scharfzüngige Kabarettist für alle Gäste noch einen kessen Spruch auf der Lippe.

Wer Ottfried Fischer in Trittau verpasst hat, kann ihn heute in Lübeck im Kolosseum (Kronsforder Alle 25), erleben. Beginn ist um 20 Uhr, wenn es heißt: „Jetzt noch langsamer – Zwischen Gerücht und Parkinson“. Wie in Trittau wird Fischer von Tubaspieler Leo Gmelch begleitet.

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erstellt am 04.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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