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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 03:26 Uhr

Bad Oldesloe : Zwischen Angst und Hysterie

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Demo gegen sexuelle Gewalt und Gegenprotest in der Oldesloer Innenstadt.

shz.de von
erstellt am 25.Jan.2016 | 06:15 Uhr

Zu einer Demonstration von – nach eigener Definition – „besorgten Mitbürgern“ gegen sexuelle Gewalt und ein unterstelltes, so empfundenes, Wegsehen von Regierung, Polizei und Medien bei Straftaten von Flüchtlingen kamen rund 120 Personen auf den Oldesloer Marktplatz zusammen.

Sie trugen die Sorge vor, dass zahlreiche Flüchtlinge sich nicht integrieren wollen und nicht bereit seien, sich an Gesetze zu halten. Frauen berichteten bei der Kundgebung, dass sie Angst haben, sich alleine auf die Straße zu trauen, seitdem es vergangene Woche zu einem sexuellen Übergriff durch einen Flüchtling gegenüber einer Bekannten im Parkhaus an der Königstraße gekommen war. Die Gefahr überfallen zu werden, sei durch die Flüchtlinge gestiegen, war die unter den Kundgebungsteilnehmern artikulierte Angst. „Es wird zu viel vertuscht“, schimpften sie.

Gleichzeitig formierte sich eine Gegendemo mit rund 50 Teilnehmern. Sie warfen den Kundgebungsteilnehmern Pauschalverurteilungen, das Verbreiten und Unterstützen von Vorurteilen, geistige Brandstiftung und auch Heuchelei vor. „Wo sind denn die Demonstrationen, wenn es im Karneval oder beim Oktoberfest zu Vergewaltigungen kommt?“, fragten sie die Teilnehmer. Das Thema werde nur ausgenutzt. Sie betonten mit Sprechchören und Transparenten „Kein Mensch ist illegal“ und „Refugees welcome“. Es kam zu verbalen Wortgefechten, in denen Gegendemonstranten von einigen Kundgebungsteilnehmern vorgeworfen wurde, sie seien „Antideutsch“, „Volksverräter“ und „zu jung, um die Situation verstehen zu können“.

Die Organisatoren der „Demo gegen sexuelle Gewalt durch Flüchtlinge“ zeigte sich zufrieden mit der Resonanz. Es seien mehr Teilnehmer gekommen, als man erwartet habe. Zugleich fühle man sich von den Gegendemonstranten missverstanden. „Sie müssen nicht mit ihren Antifa-Fahnen hier ankommen. Wir haben nichts gegen Asylanten, aber sie müssen sich hier anpassen und benehmen“, betonten die Organisatoren. In den eigenen Reihen seien zahlreiche Menschen mit vor allem osteuropäischem Migrationshintergrund. Es sei daher absurd ihnen vorzuwerfen, dass es sich bei der Demo um eine ausländerfeindliche Aktion gehandelt habe.  

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