Zwiebelschälen ist kein Problem

Marie (l.) und Ida servieren den Seniorinnen Anni Blottner (l.) und Helga Koll  ein Drei-Gänge-Menü im Claudiushof.
Marie (l.) und Ida servieren den Seniorinnen Anni Blottner (l.) und Helga Koll ein Drei-Gänge-Menü im Claudiushof.

Erstmals findet ein generationsübergreifendes Koch-Projekt im Reinfelder Claudiushof statt

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25. Juli 2014, 00:33 Uhr

Anni Blottners Augen strahlen, als die zehnjährige Marie ihr das Essen serviert. „Das machen die jungen Köche hier wirklich ganz wunderbar“, schwärmt die alte Dame und nimmt Marie schnell mal in den Arm. Auch ihre Tischnachbarin Helga Koll weiß nur Gutes über das Koch-Team zu berichten. Die Bedienung sei erstklassig, die Kinder seien ganz besonders höflich. Und auch der Tisch sei wirklich liebevoll gedeckt. Das Lob freut Marie und ihre Kochkollegin Ida (9).

Gemeinsam mit fünf weiteren Kindern haben sie ein wahres Festmahl für zwölf Senioren des Claudiushofes kreiert. Als Vorspeise gibt es bunte Spießchen mit Weintrauben und Melone, dazu ein Sommersalat. Als Hauptgericht werden Fleischklößchen und Ofenkartoffeln mit Kräuterquark angeboten. Das Dessert besteht aus Grießbrei mit Kirschsauce. „Das Essen schmeckt sehr gut“, lobt Anni Blottner. Und die anderen Gäste schließen sich mit einem zufriedenen Gemurmel an. Jüngster im Kochteam ist Micky. Der Siebenjährige steht den älteren Teilnehmern in nichts nach, fragt die Senioren, wie viel und was sie essen wollen und serviert prompt die gewünschte Portion.

„Kochen für Senioren“ findet zum ersten Mal im Rahmen des Reinfelder Ferienpasses im Claudiushof statt – alle vier Termine waren sofort ausgebucht. Die Idee dazu hatte Hobbyköchin Helga Petri, die gemeinsam mit Ulrike Fischer die Nachwuchsköche betreut und anleitet. „Sogar das Zwiebelschälen war kein Problem“, schmunzelt sie. Sehr gewissenhaft und genau und vor allem mit viel Liebe hätten die Kinder gekocht und sich gegenseitig unterstützt. Zudem kommen sie mit den Senioren ins Gespräch und hören die eine oder andere Anekdote, Lebenserinnerungen werden ausgeplaudert – dazu eine kleine Umarmung als Dank für die viele Arbeit. Immerhin standen die Köche einige Stunden unermüdlich in der Küche.

Alte Kochrezepte werden ebenfalls ausgetauscht: Kartoffelgemüse und Schnitzel – gute alte Hausmannskost eben. „Das ist echt lecker, und alles selbst gekocht“, betonen Ida und Marie. Die beiden Köchinnen wollen nach den positiven Erfahrungen jetzt gemeinsam kochen und backen. „Das macht richtig Spaß“, sagt Marie. Die beiden Mädchen sind nicht ganz unerfahren in der Küche. „Zu Hause koche ich sehr viel und ganz ohne Hilfe“, sagt Ida. Und Backen könne sie auch, betont Marie. In den Herbstferien sollen weitere Rezepte aus Großmutters Zeiten ausprobiert werden. Helga Petri: „Bei dieser Aktion treffen sich Jung und Alt, die Generationen profitieren so auf ganz wunderbare Weise voneinander.“

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