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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 16:33 Uhr

Bargteheide : Zweites Kandidaten-Duell folgt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Ganztagszentrum war proppevoll, als sich die Bürgermeister-Kandidaten Birte Kruse-Gobrecht und Sven Noetzel vorstellten.

„Unentschieden urteilten viele Besucher über das Kandidaten-Duell zwischen Birte Kruse-Gobrecht und Sven Noetzel. Die Aspiranten auf das Bürgermeisteramt diskutierten im Ganztagszentrum. Die 300 Plätze waren schon frühzeitig gefüllt, 110 Interessierte mussten wieder kehrt machen. Deshalb wird es nächsten Montag ab 19 Uhr eine zweite Kandidaten-Runde im Ganztagszentrum geben.

Die Diskussion verläuft fair und sachlich. Alt-Bürgermeister Werner Mitsch leitet sie und hat Fragen vorbereitet. „In der Finanzplanung sind fürs kommende Jahr Darlehen von 6,3 Millionen Euro vorgesehen, 2,6 Millionen für 2018“, sagt er. Wie sieht es mit der Schuldenfreiheit aus? „Der Abschluss 2015 war besser als die Prognose“, antwortet Noetzel, „die Rücklagen sind deshalb weniger geschrumpft.“ Möglicherweise könnten geplante Investitionen verschoben werden. Kruse-Gobrecht setzt auf höhere Steuereinnahmen durch den Zuzug jüngerer Familien.

Was haben die Mitarbeiter der Verwaltung zu erwarten? „Der hierarchische Führungsstil ist überholt“, sagt Kruse-Gobrecht. Sie möchte die Verwaltung attraktiv gestalten, um Fachkräfte zu gewinnen. Noetzel möchte die Eigenmotivation der Mitarbeiter stärken. Die Verwaltung sei schon heute hocheffektiv.

Wie sieht es mit der Bürgerbeteiligung aus? Noetzel möchte die Bürger bei Planungen soweit möglich mitnehmen. „Es gibt aber Bereiche, die nicht beeinflussbar sind.“ Beispiel sei die unglücklich formulierte Gemeindeordnung, die Bürgerentscheide in der Bauleitplanung nicht zulasse. −Auch Kruse-Gobrecht tritt für mehr „konstruktive Bürgerbeteiligung“ ein. Die Diskussion zeige viel Unmut, sei oft von Halbwissen geprägt. Und sie möchte einen Kinder- und Jugendbeirat etablieren: „Schon Vorschulkinder haben pfiffige Ideen.“

Wie soll Bargteheide wachsen?, fragte ein Besucher in Anspielung auf ein Plakat Noetzels. „Nicht zu schnell, denn sonst werden neue Kitas benötigt“, antwortet der CDU-Kandidat. Kruse-Gobrecht, parteilos, tritt für ein organisches Wachstum im Dialog ein. Am Bedarf von 1000 Wohnungen komme man nicht vorbei, sie sollten möglichst zentrumsnah entstehen.

Noetzel warnt vor Prognosen. Aus der Vergangenheit der letzten zehn Jahre seien aber Entwicklungen abzuleiten: „Die Personenzahl pro Haushalt ist um zehn Prozent gesunken, der Bedarf also entsprechend gestiegen.“ Er sollte möglichst durch Geschossbau gedeckt werden.

Die geplante S-Bahn 4 werde immer weiter verschoben, bemängelte eine Teilnehmerin. „Hamburg braucht die S  4 mehr als wir, es ist die höchstfrequentierte Strecke“, sagt Noetzel. Es sei nicht clever gewesen, das dritte Gleis nach Bargteheide zu streichen: „Wir müssen da weiter dicke Bretter bohren.“ Knallhart mit der Bahn verhandeln möchte auch Kruse-Gobrecht: „Wir müssen dafür auch die Wirtschaft ins Boot holen und eine bessere Taktung durchsetzen.“ Sie tritt zudem für Mini-Stadtbussystem und Car-Sharing ein.

Die Kinderbetreuung sei sehr gut in Bargteheide, aber die Kosten seien beängstigend, so eine Teilnehmerin. Beide Bewerber möchten den Kreis dafür stärker in die Pflicht nehmen, Kruse-Gobrecht auch den Bund: „Wir brauchen ein bundesweites Kita-Rahmengesetz.“

− Sollten beide Kandidaten exakt auf die gleiche Stimmenzahl kommen, entscheidet das Los über das Amt. „Das ist eine unangenehme Aufgabe für mich“, sagt der Büroleiter im Rathaus, Herbert Sczech.

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