zur Navigation springen

Millionenprojekt für Oldesloe : Zweiter Anlauf für Trave Arkaden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein neuer Investor hat das Postgelände an der Lübecker Straße gekauft. Für neun Millionen Euro soll dort ein Einkaufscenter entstehen. Das Gebäude wird abgerissen. Baubeginn könnte Anfang nächsten Jahres sein.

Das war eine Überraschung, die so nicht auf der Tagesordnung stand. In der jüngsten Sitzung des Oldesloer Bauausschusses stellte sich ein neuer Investor für das Postgelände vor. „Ich habe das Gelände vor zehn Tagen notariell erworben. Die Planung haben wir an dem Stand, an dem sie ins Stocken kam, 1:1 übernommen und sind in alle bestehenden Verträge eingetreten“, erklärte Hubert Wilbers den Politikern. Neun Millionen Euro will er in das Objekt investieren.

Hubert Wilbers ist Geschäftsführer und Gesellschafter von List+Wilbers aus Nordhorn. Unter dem Dach der Holding List AG wurden mit List+Wilbers eine Projektentwicklungsgesellschaft, mit List-ing ein Planungsbüro und mit List-bau verschiedene Baufirmen vereint. „Wir bieten alles aus einer Hand an: Entwickler, Architekten und Baufirma“, sagte Wilbers. Bei den Trave Arkaden sei geplant, dass List-bau als Generalunternehmer auftrete. Ein mittelständisches Unternehmen mit bereits 115-jähriger Geschichte. Eigentlich wollte Jürgen Weber ja das Postgebäude abreißen und dort die Trave Arkaden realisieren. Doch die Finanzierung stand offenbar auf wackeligen Füßen. Die Sparkasse wollte erst Geld geben, wenn Baurecht vorliegt. Baurecht gibt es aber nur, wenn der Investor einen Eigentumsnachweis vorlegt, doch dafür braucht er Geld. Und dann waren da noch die Probleme mit Mieterin Katrin Jalaß. Es ist Webers nicht gelungen, mit ihr eine Auflösung des langfristigen Mietvertrags für die Ergotherapiepraxis zu vereinbaren. „Das Entmietungsrisiko liegt beim Verkäufer“, so Wilbers im Ausschuss: „Da gibt es verbindliche Termine.“ Das Problem scheint gelöst zu sein.

Rewe wird als großer Hauptmieter kommen, Budni mit einem Drogeriemarkt ist ebenfalls gesetzt und es soll auch beim umstrittenen Bio-Discounter „Denns“ bleiben, dessen geplante Ansiedlung heftige Diskussionen ausgelöst hatte, weil negative Auswirkungen auf die Innenstadt befürchtet werden – vor allem für den Bioladen und das Reformhaus. Hubert Wilbers sprach da im Ausschuss Klartext: „Wir haben eine vertragliche Verpflichtung Denns gegenüber. Da kommen wir nicht raus.“ Vermutlich möchte das der Investor auch gar nicht. Wilbers sagte deutlich, das Objekt sei „kein Schnäppchen“ gewesen, im Gegenteil, der Einstandspreis sei „enorm hoch“. Deshalb gelte es jetzt, die beste „Flächenproduktivität“ zu erzielen. Im Klartext: Wer zahlt die höchste Miete? Und da habe Denns die Nase vorne. Nach Aussage von Investor Wilbers würde ein Kleider- oder Elektromarkt bis zu 50 Prozent weniger erbringen.

Für das Obergeschoss gebe es bislang keine Mieter. Es laufen Gespräche mit der Postbank. Wilbers: „Es wäre wünschenswert, sie zu halten. Wir haben die Postbank gebeten, uns kurzfristig bescheid zu geben.“ Die Stadtverwaltung ist bemüht, ein Grundstück für eine Übergangslösung im Container zu finden. Die Suche gestaltet sich allerdings schwierig. Bereits im nächsten Bauausschuss könnte der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst werden. Der muss dann auch noch von der Stadtverordnetenversammlung bestätigt werden. Wenn Investor Wilbers zudem einen Durchführungsvertrag mit der Stadt abschließt, besteht bereits Baurecht.

List+Wilbers möchten gerne im Frühjahr nächsten Jahres mit dem Abriss beginnen. Wenn alles glatt geht, könnte Anfang 2016 eröffnet werden. Bauamtsleiter Thilo Scheuber: „Ein ambitioniertes Ziel – natürlich vorbehaltlich aller politischen Beschlüsse.“

Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) meldet schon mal Gesprächsbedarf an. „Die Diskussion darüber, was schlecht für die Innenstadt ist und wo sie profitiert, musste leider unbefriedigend abgebrochen werden“, blickt sie auf die Verhandlungen mit Webers zurück. „Über Sortiment und Quadratmeterzahlen werden wir, da, wo wir Einfluss haben, noch mal reden müssen“, kündigt sie an.

 

zur Startseite

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 10.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen